Gefäß- und Segmentanatomie der Leber: ein Vergleich des Lebersegmentmodells nach Couinaud mit einer patientenindividuellen computergestützten Segmentanalyse an portalvenösen Computertomogrammen der Leber.

Die vorliegende Arbeit beschreibt einen Vergleich zwischen Methoden zur Segmenteinteilung der Leber. Segmente sind die kleinste funktionelle Einheit der Leber, die hinsichtlich Blutversorgung voneinander unabhängig sind. Diese Segmente sind an der Leberoberfläche jedoch nicht abgrenzbar. Seit Ende d...

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Main Author: Relecker, Steffen
Contributors: Klose, Klaus Jochen (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2004
Klinik für Strahlentherapie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die vorliegende Arbeit beschreibt einen Vergleich zwischen Methoden zur Segmenteinteilung der Leber. Segmente sind die kleinste funktionelle Einheit der Leber, die hinsichtlich Blutversorgung voneinander unabhängig sind. Diese Segmente sind an der Leberoberfläche jedoch nicht abgrenzbar. Seit Ende des 19. Jh. wurden deshalb Segmentmodelle etabliert, die anhand von anatomischen Landmarken eine approximative Segmenteinteilung der Leber ermöglichen. Im klinischen Gebrauch ist das Segmentmodell nach C. Couinaud mit einer Nummerierung der Segmente von I bis VIII weit verbreitet. Die Lebersegmenteinteilung ist für die Leberchirurgie von großem Wert. Da für die präoperative Resektionsplanung eine individuelle, anatomiegerechte Segmenteinteilung wünschenswert wäre, ist die zu diesem Zweck eingesetzte Segmentmodell Methode nur ein ungenauer Kompromiss. In Anbetracht dieser Tatsache wurde, basierend auf der mathematischen Theorie der fraktalen Geometrie, eine computergestützte Methode entwickelt, die unter Verwendung der Datensätze bildgebender Verfahren wie CT und MRT eine automatisierte individuelle Lebersegmentgliederung erlaubt. Durch die dreidimensionale Visualisierung der Lebergefäß- und Segmentanatomie sowie eine Volumetrie des Lebergewebes wird eine exakte präoperative Interventionsplanung möglich. Untersucht wurden 35 CTAP Datensätze im Vergleich zwischen Couinaud scher Segmentmodell Methode (SMM) und computergenerierter Segmentanalyse (CSA). Dabei zeigten sich folgende Ergebnisse: Bezüglich der hilusnahen Pfortaderramifikation wurden im Einklang mit der Literatur konstante Verzweigungsmuster beobachtet. Das Mündungsverhalten der Lebervenen wiederum zeigt große Variabilität besonders im Bereich der linken Lebervene. Bei Betrachtung des Lebervenenverlaufs zeigt die rechte Lebervene eine größere Variabilität als die linke Lebervene. Auch bei der Untersuchung der maximalen Abstände der Segmentgrenzen zwischen beiden untersuchten Methoden zeigten sich im Bereich der rechten Leberhälfte die größten Variationen. Im Vergleich der Segmentvolumina waren wiederum die größten Unterschiede zwischen den Segmenten in der rechten Leber zu finden. Die CSA ist eine praktikable, nahezu alltagstaugliche Methode, die wellenförmige Segmentgrenzenverläufe generiert, die aus anatomischen Studien bekannt sind. Sie verspricht der neue Goldstandard in der Segmenteinteilung der Leber zu werden. Zuvor bedarf es jedoch anatomischer Validierung der Methode.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2004.0687