Spurensuche. Nickel Hoffmann. Ein Baumeister der "Deutschen Renaissance" (um 1515 - 1592)

Die Arbeit ist eine Monographie über Nickel Hoffmann, einem mitteldeutschen Architekten des 16. Jahrhunderts. Für das Verständnis seiner Arbeiten sind die Stadt Halle und damit die Kunst- und Architekturpolitik Kardinal Albrechts von Brandenburg (1490-1545) von zentraler Bedeutung. Dabei steht der W...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Broda Werner
Beteiligte: Schütte, Ulrich (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 1998
Geschichte und Kulturwissenschaften
Schlagworte:
-
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Die Arbeit ist eine Monographie über Nickel Hoffmann, einem mitteldeutschen Architekten des 16. Jahrhunderts. Für das Verständnis seiner Arbeiten sind die Stadt Halle und damit die Kunst- und Architekturpolitik Kardinal Albrechts von Brandenburg (1490-1545) von zentraler Bedeutung. Dabei steht der Wandel der Stadt von einer fürstlich dominierten Residenzstadt zu einer protestantischen Bürgerstadt für die Aktivitäten des Baumeisters im Mittelpunkt. Waren seine auffälligsten Arbeiten der städtisch-bürgerlichen Sphäre zuzurechnen, so zeigt sich, dass sein Gesamtwerk nur dann verständlich ist, wenn seine früheren Tätigkeiten berücksichtigt werden, die mit der Bauaufgabe "Schloss" und "Kirche" verbunden waren. Beim Schlossbau in Torgau, bei der Marienkirche in Pirna und bei der Marktkirche in Halle arbeitete Hoffmann nur als Steinmetz. Das erste Bauwerk, das er in eigener Regie errichtete, (1557 f. Friedhof in Halle) entstand, nachdem er das Bürgerrecht in Halle erworben hatte. Das Rathaus in Schweinfurt ist ein weiterer "Großbau", für den Hoffmann allein verantwortlich zeichnete. Er war jedoch nicht an eine bestimmte Auftraggeberschicht gebunden, wie seine gleichzeitig zum Bau in Schweinfurt übernommene Tätigkeit für den anhaltinischen Fürsten in Bernburg zeigt. Für das Tätigkeitsfeld des Architekten werden auch die "kleineren" Arbeiten berücksichtigt, die sich zum Teil nur rudimentär erhalten haben oder sich nur archivalisch nachweisen lassen. Die Arbeiten Hoffmanns werden vor dem Hintergrund der Übernahme und Verwertung neuer, d.h.von der Antike geprägten Bauformen diskutiert. Entscheidender Wert wird auf die Verbindung seiner Bauten mit der zeitgenössischen Architektur gelegt, um Abhängigkeiten und Selbständigkeiten ebenso deutlich zu machen wie Formen kooperativer Arbeit. Die Lebensspuren Nickel Hoffmanns zeigen sich in seinen Arbeitsspuren. Sowohl an Detailarbeiten als Steinmetz wie an seinen unternehmerischen Leistungen und architektonischen Konzepten als Bauleiter und -meister lässt sich sich sein vielseitiges Wirken ablesen. Dieser Typus "Architekt" konnte sich in einem geografischen und zeitlichen Kulturraum entfalten, der durch konfessionelle, politische und kommunikationstechnische Umbrüche ebenso geprägt war, wie durch Veränderungen in der Bauorganisation. Der Wirkungsraum Nickel Hoffmanns umfasste Torgau, Pirna, Halle, Merseburg, Hof i. Bay., Zwickau und Schweinfurt.