Blutflußveränderungen in den kleinen Beckenarterien im Verlaufe physiologischer Spontanzyklen bei Frauen unterschiedlichen Alters - Untersuchung mittels transvaginaler Farbdopplersonographie

Das Ziel dieser Arbeit war es, im Rahmen eines explorativen Studiendesigns Durchblutungsverläufe mittels des Messparameters vmean (mittlere Blutflussgeschwindigkeit) durch transvaginale dopplersonographische Messungen in den Arteriae uteri-nae, Arteriae ovarica und der Arterie des Folikels/CLs inner...

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Main Author: Dörffel, Susanne
Contributors: Prof. Dr. med. U. Deichert (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2004
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Das Ziel dieser Arbeit war es, im Rahmen eines explorativen Studiendesigns Durchblutungsverläufe mittels des Messparameters vmean (mittlere Blutflussgeschwindigkeit) durch transvaginale dopplersonographische Messungen in den Arteriae uteri-nae, Arteriae ovarica und der Arterie des Folikels/CLs innerhalb physiologischer Menstruationszyklen verschiedener Altersstufen zu erstellen und nach Veränderun-gen gegen Ende des zeugungsfähigen Alters zu schauen, in der noch keine eindeu-tigen makro-skopisch-anatomischen Veränderungen an den Reproduktionsorganen nachzuweisen sind und noch keine messbaren Hormonveränderungen stattgefunden haben, aber deutliche Hinweise für eine sinkende Fertilität vorliegen. Die Untersuchungen (9-14 Messzeitpunkte pro Zyklus und Probandin) wurden an 24 Frauen im Alter von 20-25, 30-35 und 40-45 Jahren durchgeführt. Nach Aus-schluss von 5 Frauen mit pathologischen Mens-truationszyklen konnte die Auswer-tung an 17 Probandinnen stattfinden. Die erhaltenden Messreihen wurden nach ei-nem Synchronisationsschema mit 3 Bezugspunkten (Ovulation, Zyklusbeginn, -ende) standardisiert, so dass Blutflusskurven der einzelnen Altersgruppen für jedes Gefäß erstellt werden konnten. Die Ergebnisse zeigten in den Altersgruppen 20-25 und 30-35 Jahre relativ identi-sche und für jede Gefäßart sehr spezifische Kurvenverläufe. Die individuellen Kurven waren durch ein homogenes Verhalten charakterisiert. Die uterine Durchblutung zeigte auf der dominanten Seite (Seite des Folllikel-tragenden Ovars) ein signifikantes Ovulationsmaximum und einen mittlutealen Durchblutungsanstieg, die zeitgleich zu den entsprechenden periovulatorischen LH-Maxima sowie mittlutealen Progesteron-/Östrogenmaxima registriert werden konn-ten. Auf der nicht-dominanten Seite konnten annähernd parallele Durchblutungsverläufe gefunden werden, allerdings mit weniger starken Veränderungen und deutlich niedrigerem Blutflussniveau zu den oben genannten Zeitpunkten. Bei identischen Kurvenverläufen der dominanten Arteriae ovaricae und der Follikelgefäße zeigten sich nach präovulatorischen Anstiegen signifikant erhöhte Blutflüsse während der gesamten Lutealphase im Vergleich zur Follikelphase. Auf der nicht-dominanten Seite der Arteriae ovaricae fehlten diese präovulatorischen Geschwindigkeitszunahmen. Die Blutflussgeschwindigkeiten der dominanten Seiten lagen während der gesamten Lutealphase signifikant höher. Es waren eindeutige Zusammenhänge zwischen den Veränderungen der Steroid-hormone Östradiol und Progesteron sowie des gonadotropen Hormons LH und de-nen der Durchblutung in den Arteriae ovaricae sowie Follikelgefäßen nachzuweisen. Die charakteristischen periovulatorischen Anstiege der Blutflussgeschwindigkeiten al-ler hier untersuchten Gefäße konnten in der Altersgruppe der prämenopausalen Frauen (40-45 Jahre) in dieser Arbeit nicht gefunden werden. Mittluteale Blutfluss-zunahmen der uterinen Gefäße deuteten sich in der Tendenz an. Einzig konnte der Nachweis der höheren Blutflussgeschwindigkeit in der dominanten Arteria ovarica im Vergleich zur nicht-dominanten während der Lutealphase geführt werden. Es waren bis auf einzelne Ausnahmen keine signifikanten Korrelationen zwischen den Hor-monkonzentrationen und den Blutflussgeschwindigkeiten nachweisbar. Zusammenfassend zeigte sich bei den hier untersuchten Frauen bis zu einem Alter von 35 Jahren eine gesicherte und relativ eindeutige Durchblutungssituation zum Zeitpunkt der Ovulation und der Nidation (mittluteal) im Reproduktionstrakt. Die vor-liegenden Ergebnisse stellen eine ausreichende Durchblutung zur Ovulation bei den 40-45jährigen Frauen in Frage und weisen möglicherweise auf eine altersbedingte Funktionsstörungen in der Durchblutung der Reproduktionsorgane hin. Vor dem Hintergrund einer eingeschränkten Oozytenqualität und -lebensfähigkeit bei einem Sauerstoffdefizit zum periovulatorischen Zeitpunkt können die Ergebnisse einen neuen Aspekt in der altersbedingten Fertilitätsdiskussion darstellen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2004.0354