Die jiddischen Varietäten in der Autobiographie A.H. Heymanns: eine linguistische Analyse anhand ausgewählter Phänomene

Während die deutschen Dialekte zeitlich und räumlich gut erhoben und betreffs lexikalischer und grammatischer Phänomene weitestgehend erforscht sind, fristet die Erforschung des Jiddischen und seiner Dialekte seit jeher das Dasein einer Randwissenschaft. Quellen direkter Erhebungen sind rar, histori...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Schäfer, Lea
Beteiligte: Fleischer, Jürg (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Arbeit
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2010
Germanistische Sprachwissenschaft
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Während die deutschen Dialekte zeitlich und räumlich gut erhoben und betreffs lexikalischer und grammatischer Phänomene weitestgehend erforscht sind, fristet die Erforschung des Jiddischen und seiner Dialekte seit jeher das Dasein einer Randwissenschaft. Quellen direkter Erhebungen sind rar, historische Daten längst nicht vollends erschlossen, geschweige denn verfügbar gemacht, und die verbreitete Besessenheit auf verschiedenste Genesetheorien des Jiddischen blockiert oft einen rein empirischen Zugang zu den wenigen erhobenen Sprachdaten. Das Jiddische und seine Dialekte bieten eine äußerst interessante Situation: Jid-disch „was once a vast linguistic continuum, the largest European speech area next to Russian“ (Weinreich 1962: 7). Dabei war es nicht durch politische oder geogra-phische Grenzen bestimmt, sondern definierte sich über den religionskulturellen Bund der aschkenasischen Bevölkerung, der Diasporajuden Zentraleuropas. Jid-disch ist, wie alle Diasporasprachen, eine Sprache, die immer im Spannungsfeld mit koterritorialen Sprachen steht (vgl. Mieses 1915). Jiddische Dialektologie heißt damit auch immer „bilingual dialectology“ (Weinreich 1962: 7). Diese Arbeit wird in einem ersten Teil die zentralen Ergebnisse jiddischer Varietätenlinguistik darstellen, um in einem darauffolgenden zweiten Teil einen Beitrag zu leisten, mehr über die im Berliner Raum gesprochenen jiddischen Varietäten des 19. Jahrhunderts in Erfahrung zu bringen. Zu diesem Zweck wird eine einzelne, noch nicht gesicherte Quelle, nämlich die Autobiographie des Aron Hirsch Heymann aus Strausberg, betreffs verschiedener sprachlicher Ebenen analysiert.
DOI:https://doi.org/10.17192/ed.2016.0003