Henrik Bogdan: Western Esotericism and Rituals of Initiation

  • Christoph Wagenseil Philipps Universität Marburg

Abstract

Wer den Themenbereich „Magie“ betrachtet und die Fülle der hierher zurechenbaren wissenschaftlichen Publikationen besieht, kann – je nach eigenem Verständnis der Problematik – zu dem Schluss kommen, dass es – zumindest bis vor kurzer Zeit – keine wissenschaftliche Disziplin gegeben zu haben scheint, die sich selbst als zuständig für dieses Gebiet erachtet. Am deutlichsten signalisieren von den konventionellen Disziplinen die Historiker und Mediävisten Zuständigkeit, deren theoretischer Rahmen jedoch oft in christlichtheologischen Konzepten verhaftet bleibt bzw. sich, wenn es eine Theoriendiskussion gibt, mit evolutionistischen Stufenmodellen aus überholten ethnologischen Arbeiten oder aus der Soziologie auseinandersetzt. Diese tendieren dann dazu, ausschließlich westliche Geschichte zum Maßstab zu erheben sowie eine gewisse Linearität historischer Ereignisfolgen zu unterstellen und „[d]as Nebeneinander der Völker [...] als ein Hintereinander“ zu verstehen.

References

i SCHLATTER, Gerhard 1990: Artikel „Evolutionismus“; in: Handbuch religionswissenschaftlicher
Grundbegriffe; hrsg. von Hubert Cancik, Burghard Gladigow und Matthias Laubscher, Stuttgart, Band 2, S.
385-393, Zitat S. 387.
ii Unter dem Titel „Die Konstruktion der Tradition. Praktiken und Mythen der Überlieferung in der europäischen
Esoterik“ lud vom 19. bis 22. Juli 2007 die European Society for the Study of Western Esotericism (ESSWE)
nach Tübingen ein.
Published
2015-05-28
Section
Reviews