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Titel:Die rechtsmissbräuchliche Markenanmeldung - Ein Vergleich zwischen chinesischem und deutschem Recht
Autor:Yang, Lili
Weitere Beteiligte: Kling, Michael (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2019
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2019/0496
DOI: https://doi.org/10.17192/z2019.0496
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2019-04968
Publikationsdatum:2019-11-05
DDC: Recht
Titel(trans.):The Abuse of rights in trademark application - A comparison between Chinese and German Law

Dokument

Schlagwörter:
Anspruchsgrundlagen und Ver, Die Schutzposition der muttersprachig volkstümlich übersetzten Anpassungsmarke von der fremdsprachigen Originalmarke, fremdsprachige Originalmarke, deutsches Recht, muttersprachig volkstümlich übersetzte Anpassungsmarke, The Protection in the field of trademark translation by publication, chinesisches Recht

Zusammenfassung:
Die aus der Rechtsprechung resultierende rechtsmissbräuchliche Markenanmeldung wird in der Praxis kontrovers diskutiert. Um den Umfang des Themas in einem bestimmten Kontext zu konkretisieren und einzuschränken, wurde der Untersuchungsgegenstand von den Ausgangsfällen im ersten Teil abgeleitet: Wenn sich eine Ursprungsmarke auf einem fremdsprachigen Markt durch volkstümliche Übersetzung in eine fremdsprachige Anpassungsmarke verwandelt, stellt sich die Frage, ob die Anpassungsmarke auf dem fremdsprachigen Markt schutzbedürftig ist und ob sie insoweit geschützt wird. Unter Berücksichtigung der historischen, philosophischen und ökonomischen Ebene wurde die Wurzel des Rechtsmissbrauchsverbotsbegriffs und des Markenkonzeptes im zweiten Teil ermittelt. In Deutschland ist das Rechtsmissbrauchsverbot unter dem mit der Freiheit verbundenen Rechtsbegriff einhellig anerkannt, während das Rechtsmissbrauchsverbot in China unter dem als Machtauübungsinstrument verstandenen Rechtsbegriff schwierig zu begreifen ist. In beiden Ländern tauchen Warenzeichen notwendig in der Warenwelt auf und erscheinen immer wertvoller. Die deutsche Gesetzgebung zum Markenschutz stützt sich auf wirtschaftliche Gegebenheiten. Dagegen wurde die chinesische Gesetzgebung zum Markenschutz stark durch ausländische Rechte und internationale Abkommen geprägt. Mithilfe der allgemeinen Prinzipien wurde die Rechtsnatur der Markenanmeldung im dritten Teil diskutiert. In China wird die Rechtsstellung des Markenanmelders als Anwartschaftsrecht anders als in Deutschland nicht aufgegriffen. Anschließend wurde die Frage im vierten Teil unter verschiedene Rechtsgrundlagen subsumiert und eingeordnet. Wegen der Verwendung der Anpassungsmarke nicht durch den Inhaber der Ursprungsmarke, sondern durch das Publikum kann dieser umstrittene Fall schwierig in den Schutzbereich des als subjektives Recht verstandenen Markenrechts einzuordnen. Auch wenn dieser Fall aufgrund der Erwägung des Verbraucherschutzes in den Schutzbereich des Markenrechts fällt, ist die Anerkennung der Identität oder Ähnlichkeit der Originalmarke und der durch volkstümliche Übersetzung entstehenden Anpassungsform umstritten. Damit kommt der Kennzeichenschutz auf Verfassungsrechts-, Wettbewerbsrechts-, Zivilrechts-, Handelsrechts-, Strafrechts-, europarechtlicher und internationaler Ebene für das Verbot der rechtsmissbräuchlichen Markenanmeldung möglicherweise in Betracht. Die im fünften Teil vorgetragenen Verfahren kommen zur Anwendung, um die materiell-rechtlichen Anspruchsgrundlagen aus dem vierten Teil durchzusetzen. Die Ergebnisse können die chinesischen Fachgerichte des geistigen Eigentumsrechts überzeugende umfangreiche Begründungen für das Verbot der rechtsmissbräuchlichen Markenanmeldung anbieten. Sie haben mehr Einflüsse auf den Zugang zu einem fremdsprachigen Markt einschließlich des deutschen und chinesischen Marktes, vor allem auf eine Markenstrategie im Laufe der Entwicklung der Internet-Massenmedien und die Globalisierung der Wirtschaft. Dieses Forschungsvorhaben verfolgt zugleich das Ziel, dass durch die rechtsvergleichende Erforschung der Rechtsgebiete Impulse für künftige Rechtsentwicklungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene gegeben werden.

Summary:
The abuse of rights in trademark application resulting from the case is controversial in practice. In order to concretize and limit the scope of the topic in a specific context, the subject of the study was derived from the initial cases in the first part: If a original mark is changed into a foreign language adjustment mark in a foreign language market, the question is whether the adjustment mark is protected in the foreign language market and to what extent it is protected. Under the consideration of the historical, philosophical and economic aspects the root of the disabuse of rights and the concept of marks war surveyed in the second part. In Germany the disabuse of rights is unanimously recognized under the concept of freedom, while the disabuse of rights in China is difficult to understand because right is traced back as a power-exercising instrument. In both countries trademarks appear necessarily and valuable in the world of goods. German legislation on trademark protection relies on economic conditions. In contrast, Chinese legislation on trademark protection has been heavily influenced by foreign rights and international agreements. Through the introduction of the general principles, the legal nature of the trademark application was discussed in the third part. In China, unlike in Germany, trademark applicants don't enjoy expectancy right by trademark application. In the fourth part, the question in practice was subsumed and classified under different legal bases. Because the adjustment mark is not used by the owner of the origin mark, but used by the public, it is difficult to consider under the trademark right recognized as a subjective right. Even though in this case the trademark law is considered in the aspect of consumer protection, the recognition of the identity or similarity of the original mark and the adaptation mark resulting from popular translation is controversial. Nevertheless, the trademark protection on constitution, law against unfair competition, civil law, commercial law, criminal law, European law and international agreements for the disabuse of rights in trademark application may be considered. The procedures are provided in the fifth part for enforcement of the substantive legal basis in the fourth part. The results can provide the Chinese IP law courts comprehensive justifications for the disabuse of rights in trademark application. They have more influence on access to a foreign-language market, including the German and Chinese markets, especially on a brand strategy in the course of the development of Internet mass media and the globalization of the economy. At the same time, this research project aims to provide impulses in the future for law developments through comparative law research at the national, European and international dimensions. .


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