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Titel:Zusammenhänge von motorischer Leistungsfähigkeit und gesundheitsbezogener Lebensqualität von Kindern im Grundschulalter - Vergleich einer regionalen Datenerhebung mit Daten aktueller nationaler Gesundheitssurveys -
Autor:Major, Myriam Katharina
Weitere Beteiligte: Baum, Erika (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr:2019
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2019/0373
DOI: https://doi.org/10.17192/z2019.0373
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2019-03737
DDC:610 Medizin, Gesundheit
Titel(trans.):Associations between motor performance and health-related quality of life in primary school children - A comparison of a regional study with nationwide data of the German Health Interview and Examination Survey for Children and Adolescents (KiGGS)

Dokument

Schlagwörter:
gesundheitsbezogene Lebensqualität, Motorik, Grundschulalter, Lebensqualität Kinder, Gesundheit, Motorische Leistungsfähigkeit

Zusammenfassung:
Das vorrangige Ziel der vorliegenden Studie war, Zusammenhänge von motorischer Leistungsfähigkeit und gesundheitsbezogener Lebensqualität aller Schülerinnen und Schüler einer regionalen Grundschule im ländlichen Raum zu untersuchen und mit repräsentativen Daten aus aktuellen nationalen Gesundheitssurveys hinsichtlich deren Aussagekraft bezogen auf die regionalen Gegebenheiten zu vergleichen. Die Untersuchung wurde im Rahmen der Studien zur Thematik „Gesunde Schule“ erhoben. Zahlreiche Studien ergeben, dass die motorische Leistungsfähigkeit im Kindes- und Jugendalter in Deutschland zunehmend abnimmt. Um dies zu analysieren wurden zunächst folgende Zielgrößen definiert: Erhebung des aktuellen motorischen Leistungsstands der untersuchten Kinder anhand von Leistungsprofilen, Erhebung von Unterschieden zwischen Mädchen und Jungen, der Vergleich zwischen den verschiedenen Altersgruppen sowie die Abgrenzung zwischen gesunden Kindern gegenüber denen mit chronischen Erkrankungen. Angewendet wurden bei dieser Untersuchung der „Deutsche Motorik Test 6-18“. Für die Auswertung wurden zusätzlich anthropometrische Daten und Gesundheitsparameter erhoben. Außerdem wurde die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Schülerinnen und Schüler mittels psychosozialen Fragebogens (KIDSCREEN-27) erfasst. Zudem wurden Lehrkräfte und Schulleitung zu ihren Einstellungen zu und ihren Erfahrungen mit den Bewegungsangeboten an der Schule mittels eines halbstrukturierten, Fragebogens befragt. Geplant war eine Vollerhebung, d.h. alle Schülerinnen und Schüler, die während des Zeitraums der Projektdurchführung die Schule besuchten, sollten in die Datenerhebung mit aufgenommen werden. Insgesamt nahmen 10 Klassen mit 193 Schülerinnen und Schülern an der Studie teil. Von den insgesamt 193 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich 161 an der Studie. In einer Klasse fand zu dem Zeitpunkt der Datenerhebung Schwimmunterricht statt, so dass eine Studienteilnahme nicht möglich war. Die Teilnahmequote lag insgesamt bei 93,1%. Folgende Ergebnisse konnten erhoben werden: Es liegt eine alters- und geschlechtsspezifische Normalverteilung vor. Die Mittelwerte aller hier erhobenen anthropometrischen Daten liegen, unabhängig von Geschlecht und Alter, zwischen der 25. und 75. Perzentile der aktualisierten nationalen KIGS-Referenzpopulation (Neuhauser et al. 2013, Woll et al. 2017). Größe und Gewicht korrelieren positiv mit dem Alter (Korrelation nach Pearson 0,76 - männlich und 0,736 - weiblich). Jungen schneiden bei dem „Deutschen Motorik Test 6-18“ bei allen Anforderungen gut bis sehr gut ab. Hervorzuheben sind dabei die Dimensionen Koordination und Kraftausdauer. Hier wurden im Durchschnitt Ergebnisse deutlich oberhalb des als Referenzwert erhobenen Mittelwertes erzielt. Die Mädchen schneiden im Mittel mit gut bis sehr gut ab. In den Dimensionen Koordination und Kraftausdauer wurden Ergebnisse deutlich oberhalb der erhobenen Referenzwerte der Normstichprobe erzielt. Alle Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden sowohl von den Kindern als auch von den Eltern als gut bis sehr gut bewertet. Die hierbei überprüfte Übereinstimmung von Selbst- und Fremdeinschätzung ist als gut zu bewerten. Die Lehrerbefragung ergab, dass die Schule sehr gute sowohl räumliche als auch strukturelle Voraussetzungen für die Einbindung von Sport- und Bewegungsangeboten bietet. Die Sportangebote dieser Schule werden von den Lehrkräften als gut bewertet. Beständige Kooperationen mit örtlichen Vereinen sind vorhanden. An dieser Schule fehlt, hierbei ist das Budget der Schule zu berücksichtigen, ein Motorikraum sowie spezielle Bewegungsangebote zur Förderung von Motorik, Konzentration und Aufmerksamkeit in Kooperation mit Sozial- und Motopädagogen. Schlussfolgernd lässt sich zusammenfassen, dass die Schülerinnen und Schüler dieser Schule in einem Umfeld mit vielen inner- und außerschulischen Sportangeboten leben und über überdurchschnittliche sportmotorische Fähigkeiten verfügen. Die übereinstimmenden positiven Ergebnisse zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Kinder mit ihren Eltern zeigen, dass ein gutes familiäres Umfeld für die Kompetenzentwicklung zusätzlich förderlich ist. Es zeigt sich, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der aktiven Freizeitgestaltung der Eltern und der Kinder, aber auch zwischen der körperlichen Aktivität, dem Körpergewicht, dem BMI und des Bauchumfangs gibt. Ein wichtiger Aspekt dieser Studie ist die Relevanz im Hinblick auf die Nachhaltigkeit, die erhobenen Studienergebnisse können als Ausgangsbefund für Folgestudien und Maßnahmen herangezogen werden.

Summary:
Many studies have shown a decrease of physical acitivity and fitness during childhood and adolescence in Germany over the last decades. Objectives: Aim of the present study was to examine associations between motor performance and health-related quality of life in all students of a regional elementary school in a rural area of Hesse. The results were then compared with the nationwide data of the German Health Interview and Examination Survey for Children and Adolescents (KiGGS) in order to prove their meaning dependent on the regional conditions. Methods: Physical fitness was examined by using the "Deutscher Motorik Test (DMT) 6-18". In addition, anthropometric data and health parameters were assessed. For health-related quality of life (HRQoL) assessment, the health related quality of life questionnaire for children and young people and their parents (KIDSCREEN-27) was applied. Sociodemographic correlates of self-reported and parent-rated wellbeing were also measured. Furthermore, a semi-structured questionnaire was applied to interview teachers about their attitudes towards and their experiences with sports activities and facilities at this school. Results: Initially, a complete survey was planned, so that all students (10 classes with 193 students) attending this school would have been included in the data collection within the project implementation period. Finally, 161 students took part in the study. At that time one class had swimming lessons, so that study participation was not possible. The overall participation rate was 93.1%. There was an age- and gender-specific normal distribution. Irrespective of gender and age, the mean values of all anthropometric data ranged between the 25th and 75th percentiles of the KIGGS reference population (Neuhauser et al., 2013, Woll et al., 2017). Size and weight correlated positively with age. Compared to the KIGGS study, male and female students in our study reached values above average in almost all the test items of the "DMT 6-18". Results in the dimensions coordination and aerobic endurance were even significantly better than the reference values. Compared to the reference data, children in this sample scored higher on the KIDSCREEN-27 dimensions. All dimensions of HRQoL were rated as good to very good by both, children and parents. No significant self-reported gender and age differences occurred and parent ratings also showed no gender or age differences. A subgroup analysis of the chronically sick children displayed no differences compared to the healthy children. The teachers’ survey yielded excellent internal and external sports activities and facilities. The cooperation with local sport clubs was rated to be well established. However, a special space for promoting motor skills in cooperation with school social workers and experts in motology would be desirable, but there were no funds available for this. Conclusions: The students have above-average sport motor skills compared to national reference data. This seems to be the result of a school setting offering many internal and external sports activities. Besides, the consistent positive results with regard to HRQoL show that a good family environment is also an important factor for skills development. The study underlines the importance of an active lifestyle and a supportive environment as good prerequisites for the development of physical performance in childhood. One important aspect of this regional study is its relevance in terms of sustainability, since the results can be used as baseline data for follow-up studies and measures in in the lifeworld of children and adolescents.


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