Publikationsserver der Universitätsbibliothek Marburg

Titel:Ergebnisse nach Supraaortaler Stentangioplastie: Eine retrospektive Analyse
Autor:Tamburrini, Luca
Weitere Beteiligte: Mahnken, Andreas (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr:2019
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2019/0372
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2019-03723
DOI: https://doi.org/10.17192/z2019.0372
DDC:610 Medizin, Gesundheit
Titel(trans.):Results after supraaortic stent angioplasty: A retrospective analysis

Dokument

Schlagwörter:
Arteria subclavia, Interventionsradiologie, Stent

Zusammenfassung:
Für die Studienpopulation von 34 Patienten, die von 2002 bis 2012 mittels Stentangioplastie der Arteria subclavia und Truncus brachiocephalicus behandelt wurden, konnten die anfangs gestellten Fragestellungen folgendermaßen beantwortet werden: Von den 34 interventionell behandelten Patienten waren 55,9% männlich und 44,1% weiblich. Das Durchschnittsalter betrug 66,4 ± 11,39 Jahre. Bei 61,8% war eine Hypertonie, bei 5,9% ein Diabetes mellitus Typ 2, bei 38,2% eine Hyperlipoproteinämie bekannt. 41,2% der Patienten waren Raucher. In der Studienpopulation waren onkologische Vorerkrankungen überdurchschnittlich hoch repräsentiert mit 29,4% und auch überdurchschnittlich viele Verschlüsse rekanalisiert worden. Patienten mit koronarer Herzerkrankung waren mit 23,5% vertreten. Es waren insgesamt mehr Krebserkrankungen und mit 35,3% mehr Verschlüsse als in Vergleichskollektiven vertreten. Der technische und im Verlauf nach Intervention erhobene klinische Erfolg war im Durchschnitt 91,2%. Die Komplikationsrate betrug 2,9%. Es trat eine Ischämie der Hand aufgrund eines akuten Verschlusses des ipsilateralen Arteria vertebralis, Arteria brachialis und Arteria interossea auf. Es kam zu keinen transfusionsbedürftigen Blutungen oder direkt periprozeduralen Todesfällen im Rahmen der Beobachtungszeit auf. Die primäre Offenheitsrate betrug 81,0% nach einem Jahr, 75,7% nach zwei Jahren, 68,8% nach drei Jahren und 64,8% nach jeweils fünf und zehn Jahren. Die sekundäre Offenheitsrate über zehn Jahre betrug 83,3%. Die Mortalität betrug insgesamt 29,4%. Das kumulative Überleben nach zehn Jahren betrug 51,9%. Für Raucher wurde eine kumulative primäre Offenheitsrate über zehn Jahre von 71,4% gegenüber 58,2% im restlichen Kollektiv beobachtet. Die in kumulative primäre Offenheitsrate über 10 Jahre betrug für die Gruppe der Hypertoniker 63,8% und 67,3% für die Gruppe der Nicht-Hypertoniker Die kumulative primäre Offenheitsrate betrug für die Hyperlipoproteinämie-Gruppe 76,9% und für das Kollektiv ohne Hyperlipoproteinämie 55,4% über 10 Jahre. Folgende Mortalitätsraten zeigten sich für die kardiovaskulären Risikofaktoren: Rauchen 14.3%, Hypertonie 38,1%, Hyperlipoproteinämie 15,4%, Diabetes mellitus ohne Todesfall. Onkologisch Vorerkrankte zeigten niedrigere primäre Offenheitsraten von 37,0% nach 10 Jahren. Für beide Komorbiditäten zeigte sich eine erhöhte Mortalität nach 10 Jahren: 60% in der Gruppe der onkologisch Vorerkrankten und 50% in der Gruppe derjenigen mit koronarer Herzerkrankung. Als einzige Komorbidität zeigte der Risikofaktor „onkologische Vorerkrankung“ eine Signifikanz im Test nach Fischer mit p=0,03 in Bezug auf die Häufigkeit für das Ereignis „Tod“. Des Weiteren zeigten Patienten mit onkologischer Vorerkrankungen signifikant das größte Risiko für Restenosen mit einer Hazard-Ratio von 3,8 (1,05 – 13,82 95% KI; p=0,04) im Vergleich zur Literatur. Die Studienkollektive zeigten Patientenzahlen zwischen 14 und 148 Patienten. In den Kollektiven waren die an Diabetes mellitus erkrankten Patienten wesentlich häufiger vertreten als in unserem Kollektiv mit nur zwei Fällen. Jedoch fiel eine vergleichsweise starke Häufung von onkologisch vorerkrankten Patienten in unserem Kollektiv auf. In den meisten Studien wurde die Rate der onkologischen Patienten nicht erwähnt. Ebenfalls waren mehr Verschlüsse als in den Vergleichskollektiven beobachtet worden. Der technische und klinische Erfolg war vergleichbar mit den anderen Kollektiven. Bei den Literaturdaten wurden für die einjährige primäre Offenheitsrate nach Stentimplantation Werte zwischen 92% und 100% angegeben, und für die primäre Langzeit-Offenheitsrate nach 10 Jahren Werte zwischen 49% und 67,3%. Somit liegt unser Kollektiv mit 81,9%, für die einjährige primäre Offenheitsrate unter den Literatur-Kollektiven dafür jedoch bei den 10-Jahresdaten im Durchschnitt mit 64,8%. Zusammengefasst zeigten sich für die Langzeitergebnisse bis zu zehn Jahren mit der Literatur vergleichbare Daten. Klinisch konnte bei den allermeisten Patienten eine deutliche Symptomverbesserung erreicht werden bei einer niedrigen Komplikationsrate. Somit bestätigt unsere Studie die Schlussfolgerung, dass die interventionelle Therapie der Arteria subclavia und Truncus brachiocephalicus eine sichere und erfolgversprechende Behandlungsmethode, insbesondere bei symptomatischen Patienten, darstellt. Zusammengefasst fielen deutlich schlechtere Ergebnisse für onkologisch erkrankte Patienten auf, die in unserem Kollektiv überdurchschnittlich häufig vertreten waren, was zusammen mit den vielen Verschlüssen die schlechten 1-Jahres Ergebnisse erklärt. Ein Vergleich mit weiteren Literaturdaten fällt schwer, da kaum Studien zur Stentangioplastie im Bereich der Arteria subclavia bei gleichzeitig vorhandener Tumorerkrankung publiziert sind. Dabei sind diese Patienten einem erhöhten Risiko für Re- Stenosen, Re-Verschlüssen und Todesfolgen ausgesetzt. Es werden somit weitere randomisiert-kontrollierte Studien mit größeren Studienkollektiven benötigt, die die Ergebnisse von Interventionen mit dem Risikofaktor einer begleitenden Tumorerkrankung untersuchen und ermitteln, welche Methoden zu verbesserten Langzeitergebnissen führen könnten. In Studien, die sich mit den Langzeit-Ergebnissen nach Interventionen beschäftigen, sollten Patienten mit einer onkologischen Vorerkrankung, sofern diese nicht von der Studie ausgeschlossen wurden, in der Beschreibung der demographischen Daten miterfasst werden, da der Risikofaktor einer aktiven Tumorerkrankung Einfluss auf die Endpunkte nehmen kann.

Summary:
For the study population of 34 patients who were treated from 2002 to 2012 with stentangioplasty of the subclavian artery and truncus brachiocephalicus, the initial questions were answered as follows: Of the 34 interventionally treated patients, 55.9% were male and 44.1% female. The average age was 66.4 ± 11.39 years. 61.8% had hypertension, 5.9% had diabetes mellitus type 2 and 38.2% had hyperlipoproteinemia. 41,2% of the patients were smokers. In the study population, oncological pre-existing conditions were above average. represented by 29.4%. An above-average number of closures were recanalized. Patients with coronary heart disease were represented with 23.5%. They were more cancers overall and with 35.3% more closures than in comparable collectives. Technical and post-intervention clinical success was 91.2% on average. The complication rate was 2.9%. There was an ischemia of the hand due to an acute occlusion of the ipsilateral vertebral artery, brachial artery and interosseous artery. There were no transfusion-needy bleedings or direct periprocedural deaths during the observation period. There were no transfusion-needy bleedings or direct periprocedural deaths during the observation period. The primary patency rate was 81.0% after one year, 75.7% after two years, 68.8% after two years. after three years and 64.8% after five and ten years respectively. The secondary openness rate over ten years was 83.3%. Total mortality was 29.4%. Cumulative survival after ten years was 51.9%. For smokers, a cumulative primary patency rate over ten years was 71.4%. compared to 58.2% in the rest of the collective. The cumulative primary openness rate over 10 years for the group of the Hypertensive 63.8% and 67.3% respectively for the non-hypertensive group The cumulative primary patency and for the collective without hyperlipoproteinemia 55.4% over 10 years. The following mortality rates were observed for cardiovascular risk factors: Smoking 14.3%, hypertension 38.1%, hyperlipoproteinemia 15.4%, diabetes mellitus without death. Oncologic patients with pre-existing conditions showed lower primary openness rates of 37.0% after 10 years. Both comorbidities showed an increased mortality after 10 years: 60%. in the group of oncologically pre-existing patients and 50% in the group of those with coronary heart disease. As the only comorbidity, the risk factor "previous oncological disease" showed a significance in the Fischer test with p=0.03 with respect to the Frequency for the event "death". In addition, patients with oncological pre-existing conditions showed significantly the greatest Risk for restenosis with a hazard ratio of 3.8 (1.05 - 13.82 95% KI; p=0.04) in the Comparison with literature. The study collectives showed patient numbers between 14 and 148 patients. In the collectives, patients suffering from diabetes mellitus were much more frequent. than in our collective with only two cases. However, a comparatively low a high incidence of oncologically ill patients in our collective. In the Most studies did not mention the rate of oncological patients. Also more closures were observed than in the reference collectives. The technical and clinical success was comparable to that of the other collectives. In the literature data, the primary openness rate for the one-year period after stent implantation values between 92% and 100% are given, and for the primary Long-term openness rate after 10 years values between 49% and 67.3%. Thus our collective with 81.9%, for the one-year primary openness rate among literature collectives but on average 64.8% for the 10-year data. In summary, the long-term results of up to ten years with the Literature comparable data. Clinically, the vast majority of patients showed a significant Symptom improvement can be achieved at a low complication rate. Thus, our study confirms the conclusion that the interventional therapy of the Arteria subclavia and Truncus brachiocephalicus a safe and promising treatment method, especially in symptomatic patients.


* Das Dokument ist im Internet frei zugänglich - Hinweise zu den Nutzungsrechten