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Titel:Das multilinguale Lexikon und die Mehrsprachigkeit - Implikationen für den mediengestützten Deutschunterricht in Tunesien
Autor:Salhi, Adem
Weitere Beteiligte: Albert, Ruth (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr:2019
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2019/0106
DOI: https://doi.org/10.17192/z2019.0106
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2019-01068
DDC: Sprache, Linguistik
Titel(trans.):The multilingual lexicon and the multilingualism - Implications for media-supported German course in Tunisia

Dokument

Schlagwörter:
tertiary language didactics, E-Learning, Multilingualismus, DaF, Tunisia, DaF, Bilingualismus, Multilingualismus, Bilingualismus, DaF, Multilingualism, Bilingualism, Multilingualism, Mentales Lexikon, psycholinguistics, Mehrsprachigkeit, Mehrsprachigkeitsdidaktik, Mentales Lexikon, Psycholinguistik, didactics, Didaktik, Mehrsprachigkeit, Mental Lexicon, Tunesie, Tunesien, E-Learning, Mehrsprachigkeitsdidaktik, E-Learning, Didaktik

Zusammenfassung:
Das Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung von lexikalischen Interferenzerscheinungen bei fremdsprachlichen Wortverarbeitungsprozessen bei mehrsprachigen tunesischen Deutschlernenden. Dabei wird insbesondere die Rolle der Kognaten betrachtet. Ferner werden kognitive Theorien zur Sprachverarbeitung von Mehrsprachigen mit Prozessen beim Fremdensprachenerwerb verknüpft. Die Rolle der formalen bzw. morphologischen Ähnlichkeit (Psychotypologie) der etymologisch verwandten Sprachen Französisch, Englisch und Deutsch sowie des Arabischen und Tunesischen wird aus kognitiver und psycholinguistischer Sicht untersucht. Als praktische Konsequenz der Untersuchung wird präsentiert, wie man im Sinne der Mehrsprachigkeitsdidaktik eine Sprache, in unserem Fall Deutsch, mit Hilfe einer schon bekannten Sprache vermitteln kann. Diese Vermittlung basiert dabei auf den Möglichkeiten, die der Einsatz von neuen Technologien im Sprachunterricht bietet. Die Arbeit gliedert sich wie folgt: Im Kapitel zwei wird der Begriff Bilingualismus bzw. Multilingualismus definiert und es werden verschiedene theoretische Ansätze zur Beschreibung von Bilingualismus dargestellt. Zudem werden die sprachliche Situation in Tunesien dargestellt und die Rolle der unterschiedlichen Sprachen und Sprachvarietäten in Tunesien erläutert, unter anderem die besondere Situation der Diglossie in Nordafrika und in der arabischen Welt im Allgemeinen. Das dritte Kapitel präsentiert die theoretischen Grundlagen der Beschreibung des mentalen Lexikons und skizziert die Haupttheorien, die sich mit der Bildung des mentalen Lexikons beschäftigen, sowie die wichtigsten Modelle der Sprachverarbeitung. Dieser Einführung in die psycholinguistischen Grundlagen des mentalen Lexikons folgt im vierten Kapitel eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Theorien des bi- und multilingualen mentalen Lexikons, da diese Studie die Untersuchung des multilingualen mentalen Lexikons tunesischer Germanistikstudierenden zum Inhalt hat. Im fünften Kapitel wird der Begriff Kognaten psycholinguistisch näher erläutert, dabei wird zwischen Kognaten aus ein und derselben oder aus unterschiedlichen Schriftformen unterschieden. Im sechsten Kapitel werden zwei Experimente präsentiert, zum einen eine Entscheidungsaufgabe mit maskierten Primes, zum anderen eine Übersetzung mit Laut-Denken-Protokoll. Die Ergebnisse der beiden Experimente werden beschrieben und im Rahmen der psycholinguistischen Theorien des mentalen Lexikons analysiert und diskutiert. Im siebten und letzten Teil geht es darum, Konsequenzen aus dem vorher Geschilderten für die Praxis zu ziehen und die Mehrsprachigkeit im menschlichen Gehirn im unterrichtlichen Alltag einzusetzen. Zunächst werden Modelle des multilingualen Lernens und die Grundannahmen der Mehrsprachigkeitsdidaktik präsentiert. Dabei wird auch auf die Rolle der neuen Technologien im mehrsprachigen Fremdsprachenunterricht eingegangen. Schließlich folgen praktische Anregungen für den mehrsprachigen Deutschunterricht im Hinblick auf den Einsatz der neuen Technologien.

Summary:
The aim of this work is the investigation of lexical interference phenomena in foreign-language word processing among multilingual Tunisian learners of German. In particular, the role of cognates is considered. In addition, cognitive theories for multilingual language processing are linked to language learning processes. The role of formal or morphological similarity (psychotypology) of the etymologically related languages French, English and German as well as Arabic and Tunisian is examined from a cognitive and psycholinguistic perspective. As a practical consequence of the study, it will be presented how a foreign language can be taught, in our case German, with the help of already known language in the sense of multilingual didactics. This learning process is based on the possibilities offered by the use of new technologies in language teaching. The work is structured as follows: Chapter two defines the concept of bilingualism or multilingualism, and presents various theoretical approaches describing bilingualism. In addition, the linguistic situation in Tunisia is presented and the role of the different languages and language varieties in Tunisia is explained, including the special situation of diglossia in North Africa and in the Arab world in general. The third chapter presents the theoretical foundations of the description of the mental lexicon, outlines the main theories dealing with the structure of the mental lexicon, and presents the main models of language processing. This introduction to the psycholinguistic foundations of the mental lexicon is followed in the fourth chapter by a discussion of the various theories of the bilingual and multilingual mental lexicon, as this study deals with the investigation of the multilingual mental lexicon of Tunisian students studying German. In the fifth chapter, the term cognates is explained in more detail psycholinguistically, distinguishing between cognates from one, the same or different script. In the sixth chapter two experiments are presented, firstly a lexical decision task with masked primes, and secondly a translation with a loud-thinking protocol. The results of the two experiments are described, analyzed, and discussed within the psycholinguistic theories of the mental lexicon. The seventh and final part is about didactical consequences for the German language class from the previously described multilingualism in the human brain. First, models of multilingual learning and the basic assumptions of multilingual didactic are presented. It also addresses the role of new technologies in multilingual foreign language teaching. Finally, there will be practical suggestions for multilingual German lessons with regard to the use of new media.


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