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Titel:Keramik des frühen zweiten Jahrtausends v. Chr. von Ikiztepe am Schwarzen Meer
Autor:Müller-Karpe, Vuslat
Weitere Beteiligte: Frey, Otto-Hermann (Prof.Dr.)
Erscheinungsjahr:2019
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2019/0099
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2019-00992
DOI: https://doi.org/10.17192/z2019.0099
DDC: Middle East (Near East)
Titel(trans.):Pottery from Early Second Millenium B,C. from Ikiztepe on the Black Sea

Dokument

Schlagwörter:
Keramikentwicklung, Pottery, Turkey, Bronzeage, Keramik, Anatolia, Zalpa, Becken, Bronzezeit, Politurüberzug, Kochtöpfe, Frühzeit der Hethiter, Schnabelkannen, Hittites, Hethiter, Zalpa-Erzählung, Türkei, Schwarzes Meer, Einwanderung der Hethiter

Zusammenfassung:
Gegenstand der Arbeit sind die Funde der Schicht I des Hügels I der 1974-80 unter der Leitung von U.B. Alkım in İkiztepe durchgeführten Ausgrabungen. Rund 16 000 Scherben, davon knapp 5 000 diagnostische Stücke, wurden ausgewertet. Damit konnte erstmalig ein umfangreicher Keramikkomplex des frühen 2. Jahrtausends v. Chr. aus dem türkischen Schwarzmeergebiet dokumentiert und untersucht werden. Die Gefäßkeramik zeigt eine kulturelle Geschlossenheit mit einem klar definierbaren Typenspektrum. Die kulturellen Verbindungen weisen durchweg nach Inneranatolien. Die dortigen Zentren frühhethitischer Kultur, in erster Linie Kültepe, Alişar, Boğazköy und Alacahöyük und jetzt auch Kayalıpınar, liefern die besten Vergleichsstücke zu den in İkiztepe belegten Formen. Die Übereinstimmung betrifft nicht nur einzelne Stücke oder besondere Typen, sondern das Formenspektrum insgesamt. Diese so weitgehende Übereinstimmung ist ein deutlicher Beleg dafür, dass zwischen İkiztepe und den frühhethitischen Zentren auf dem Plateau nicht nur intensive Kontakte bestanden, sondern dass dieser pontische Küstenstreifen zum frühhethitischen Kulturgebiet gehörte. Einige Scherbenfunde deuten an, dass die Nutzung des Platzes bis in die althethitische bzw. mittelhethitische Periode (Mitte des 2. Jt. v. Chr.) hinein reichte, die Siedlungsreste dieser Zeit aber überwiegend erodiert sind. Die Untersuchung des keramischen Fundmaterials eines Siedlungsplatzes vermag zwar keine Lokalisierung historischer Ortsnamen zu verifizieren oder zu falsifizieren. Es ist aber als ein Ergebnis der Studie festzuhalten, dass der archäologische Befund einer Identifizierung des in altassyrischen und hethitischen Texten genannten Ortes „Zalpa“ mit İkiztepe nicht widerspricht.

Summary:
Subject of the theses is the corps of finds from the excavations under the direction of U.B. Alkım in İkiztepe Hill I, layer I, from 1974 – 1980. Around 16,000 sherds of pottery, of which almost 5,000 were diagnostic pieces, were evaluated. So, for the first time such an extensive pottery complex of the early 2nd millennium BC from the Turkish Black Sea region could be documented and examined. The ceramics show a cultural unity with a clearly definable range of types. The cultural connections point without exception to Central Anatolia. The centres of Early Hittite Culture there, primarily Kültepe, Alişar, Boğazköy and Alacahöyük and now Kayalıpınar, provide the best comparative pieces to the forms documented in İkiztepe. Not only individual pieces or special types show the congruence, but also the spectrum of forms as a whole. This far-reaching congruence is clear evidence that not only intensive contacts existed between İkiztepe and the Early Hittite centers on the plateau, but this Pontic coastal region was rather part of the Early Hittite cultural area. Furthermore, some sherds suggest the use of the place until the Old Hittite or even Middle Hittite period (mid-2nd millennium BC) but remains of this period mostly eroded. Although the analysis of pottery material of a settlement site can not verify or falsify any localization of historical place names, however, as a result of the study it can be stated, that the archaeological record does not contradict the identification of the city "Zalpa" with İkiztepe, known from Old Assyrian and Hittite texts.


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