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Titel:„Truth is not the end in itself but a mill of information“ The journalistic construction of war : Professional reporting for daily newspapers in Germany and the United States during the 2003 Iraq war.
Autor:Storozenko, Victoria
Weitere Beteiligte: Bös, Mathias (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr:2018
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2019/0048
DOI: https://doi.org/10.17192/z2019.0048
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2019-00482
DDC: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Titel(trans.):“Wahrheit ist kein Selbstzweck, sondern ein Verarbeitungswerkzeug für Informationen” Die journalistische Konstruktion des Krieges : Professionelle Berichterstattung für Tageszeitungen in Deutschland und den USA während des Irakkrieges 2003.

Dokument

Schlagwörter:
Professionssoziologie, New York Times, journalism, Washington Pos, Wissenssoziologie, New York Times, Sociology of knowledge, Iraq war, Kriegsberichterstattung, Journalismus, Washin, sociology of professions, Irakkrieg, professionelles Handeln, war reporting, Zeitungen, newspapers, professional action

Summary:
The study identifies and characterizes the professional action of journalists who reported on the war in Iraq in 2003 and were employed by leading quality daily newspapers in the United States and Germany. A heuristic combination of the sociology of professions and the sociology of knowledge is utilized to discover an answer to the problem of how journalists' professional action can be defined. Linked to the ideas of Berger and Luckman, the study presumes that newspapers represent objective and subjective reality at once. On the one hand, the newspapers' reality is objective as the result of the institutional organization of newspapers, which includes requirements that journalists maintain professional values and norms that lead to the institutionalization of professional action. On the other hand, the newspapers' reality is subjective as it is an outcome of journalists' interpretation and construction of reality. So, how do journalists construct the social reality in their newspapers by means of their professional action, and how does the subjective reality of journalists become an objective reality of their newspapers? A qualitative analysis of problem-centered interviews, based on of the principles of the Grounded Theory, was used to approach these issues in the light of an exceptional situation like war. In such an environment, external requirements and limitations press journalists to rethink their guiding ideal vision of proper war coverage and disrupt the daily professional routines of journalists by unusual situations. Thus, these constellations result in situations of increased levels of reflection regarding principles of professional journalistic action. And as this study shows, one main characteristic feature of professional journalistic action is indeed the necessary, continuous re-interpretation of those professional standards while and by means of implementing them in practice.

Zusammenfassung:
Die Studie identifiziert und charakterisiert das professionelle Handeln von Journalisten von meinungsführenden Qualitätstageszeitungen in Deutschland und den USA, die über den Irakkrieg 2003 berichtet hatten. Um eine Antwort auf das Problem zu finden, wie das professionelle Handeln von Journalisten definiert werden kann, wird eine heuristische Kombination von Professionssoziologie und Wissenssoziologie angewandt. In Anlehnung an die Konzepte von Berger und Luckmann betrachtet diese Studie Zeitungen als Repräsentation von zugleich objektiver, als auch subjektiver Realität. Einerseits ist die Realität von Zeitungen eine objektive, da sie das Resultat einer institutionellen Organisationsform ist. Diese Organisation beinhaltet Anforderungen an Journalisten hinsichtlich der Aufrechterhaltung professioneller Werte und Normen, die zur Institutionalisierung professionellen Handelns führen. Andererseits ist die Realität der Zeitungen insofern eine subjektive, als dass sie ein Ergebnis der Interpretation der einzelnen Journalisten ist. Wie also konstruieren Journalisten soziale Realität in ihren Zeitungen durch ihr professionelles Handeln? Und wie wird aus der subjektiven Realität der Journalisten die objektive Realität ihrer Zeitungen? Eine qualitative Analyse problemzentrierter Interviews, die auf den Prinzipien der Grounded Theory basiert, wurde angewandt, um sich diesen Fragen vor dem Hintergrund einer Ausnahmesituation wie einem Krieg zu nähern. In solch einer Umgebung zwingen externe Notwendigkeiten und Limitierungen Journalisten dazu, ihre handlungsleitenden Ideale guter Kriegsberichterstattung zu überdenken und unterbrechen ihre täglichen professionellen Routinen durch außergewöhnliche Situationen. Es ergeben sich somit Konstellationen erhöhter Reflektion hinsichtlich der Grundlagen des eigenen professionellen journalistischen Handelns. Und wie diese Studie zeigt, ist eben diese notwendige, kontinuierliche Interpretation und Reflektion bezüglich professioneller Standards im Zuge ihrer praktischen Umsetzung ein zentrales, charakteristisches Kennzeichen professionellen journalistischen Handelns.


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