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Titel:Untersuchung der Papillenmorphologie bei frühgeborenen Kindern mit Hilfe des Heidelberger Retina Tomographen (HRT II) und der optischen Kohärenztompgraphie (RTVue 100)
Autor:Kunze, Kira
Weitere Beteiligte: Sekundo, Walter (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr:2019
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2019/0028
DOI: https://doi.org/10.17192/z2019.0028
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2019-00281
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.):Investigation of optic nerve parameters in preterm children measured with Heidelberg retina tomograph (HRT II) and optical coherence tomography (RTVue 100)

Dokument

Schlagwörter:
optic nerve head parameters, Sehnervenkopfparameter, frühgeborene Kinder, HRT, OCT, preterm children, RNFL, RNFL, HRT, OCT

Zusammenfassung:
Ziele der Arbeit: Die hier vorliegende Studie mit dem Titel: „Untersuchung der Papillenmorphologie bei frühgeborenen Kindern mit Hilfe des Heidelberg Retina Tomographen (HRT II) und der optischen Kohärenztomographie (RTVue 100)“ hat zum Ziel, dass die Unterschiede in der Papillenmorphologie und der peripapillären retinalen Nervenfaserschicht von frühgeborenen Kindern im Vergleich zu termingeborenen Kindern aufgezeigt werden. Unseres Wissens gibt es bisher keine Studie, welche die Papillenmorphologie mittels der OCT bei frühgeborenen Kindern im Schulalter mit gleichaltrigen Normalgeborenen (NG) vergleicht. Untersucht wurden die HRT und OCT-Messergebnisse zwischen beiden Gruppen und deren Korrelation mit dem Alter, der Bulbuslänge, dem sphärischen Äquivalent (SÄ) und in der Gruppe der Frühgeborenen (FG) mit Geburtsgewicht und SSW. Material und Methoden: Die Studiengruppe bestand aus 52 FG und 51 NG Kindern. Das Alter lag zwischen 5 und 16 Jahren. Die Augen der Kinder wurden untersucht mit dem IOL-Master (Augenlänge), dem HRT II und der OCT (RTVue 100), die Refraktion wurde in Zykloplegie gemessen und das SÄ berechnet. Die Papillenpapillenparameter und die peripapilläre Nervenfaserschichtdicke wurden ermittelt und zwischen den beiden Gruppen verglichen. Außerdem wurden die Korrelation des Alters, der BL und des SÄ sowie des Geburtsgewichts und der SSW bei FG mit den Papillenparametern und der RNFL berechnet. Ergebnisse: Vergleich zwischen FG und NG Bezüglich des Alters, der Bulbuslänge sowie des Visus gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Vergleichsgruppen. Das SÄ war in der Gruppe FG signifikant kleiner (FG: +0,58 dpt; NG: +1,66 dpt). OCT: Bei den Frühgeborenen war die RNFL-Dicke im nasalen (FG: 72,39 ± 12,31 μm, NG: 82,26 ± 18,45 μm) und im inferioren Areal (FG: 130,3 ± 21,67 μm, NG: 141,9 ± 20,95 μm) signifikant dünner als bei NG. Auch die gesamte RNFL (FG: 101,6 ± 13,2 μm, NG: 110,8 ± 13,77 μm) war in der Gruppe FG signifikant dünner. Bei den mit der OCT und dem HRT gemessenen Parametern des Sehnervenkopfes gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Korrelation des Alters mit den Papillenparametern und der RNFL Es zeigten sich keine signifikanten Korrelationen des Alters mit der RNFL und den Papillenparametern gemessen mit der OCT und dem HRT. Korrelation der Bulbuslänge und des SÄ mit den Papillenparametern und der RNFL OCT: In der Gruppe NG korrelierte die Bulbuslänge mit der Randsaumfläche (r = -0,4797; Pʙ = 0,0042) signifikant negativ. Zwischen dem SÄ und der RNFL beziehungsweise den Papillenparametern ließen sich keine statistisch signifikanten Korrelationen ermitteln. HRT: Zwischen der Bulbuslänge und den Papillenparametern ließen sich in beiden Gruppen keine signifikanten Korrelationen ermitteln. Das SÄ korrelierte in der Gruppe FG signifikant negativ mit der Papillenfläche (r =-0,4079; Pʙ = 0,027) sowie der Exkavationsfläche (r =-0,4117; Pʙ = 0,024). Korrelation des Geburtsgewichts und der SSW mit den Papillenparametern und der RNFL bei FG OCT: Die SSW korrelierte signifikant negativ mit der Exkavationsfläche (r = -0,43; Pʙ = 0,015), dem Exkavationsvolumen (r = -0,403; Pʙ = 0,031), dem Verhältnis von Exkavations- und Papillenfläche (r = -0,414; Pʙ = 0,023) und dem horizontalen Verhältnis von Exkavation zu Papille (r = -0,408; Pʙ = 0,027). Es fanden sich nach Adjustierung der P-Werte keine signifikanten Korrelationen zwischen den Papillenparametern oder RNFL und Geburtsgewicht. HRT: Das Geburtsgewicht korrelierte signifikant negativ mit der Exkavationsfläche (r = -0,4175; Pʙ = 0,021), mit dem Verhältnis aus Exkavations- und Papillenfläche (r = -0,3929; Pʙ = 0,039) sowie mit dem linearen Verhältnis aus Exkavation zu Papille (r = -0,4077; Pʙ = 0,03). Die SSW korrelierte signifikant negativ mit der Papillenfläche (r = -0,4413; Pʙ = 0,011), mit der Exkavationsfläche (r = -0,517; Pʙ = 9,243 x10^-3), mit dem Exkavationsvolumen (r = -0,4159; Pʙ = 0,022), mit dem Verhältnis aus Exkavations- und Papillenfläche (r = -0,4522; Pʙ = 7,7742x10^-3) und mit dem linearen Verhältnis aus Exkavation zu Papille (r = -0,4024; Pʙ = 0,034). Sowohl die SSW (r= 0,297; P = 0,0327), als auch das Geburtsgewicht (r = 0,278; P = 0,0461) der frühgeborenen Kinder korrelierten signifikant positiv mit dem SÄ. Diskussion: Beide Geräte sind für die klinische Anwendung bei Kindern gut geeignet. Mit dem OCT, jedoch nicht mit dem HRT, konnten signifikante Unterschiede zwischen frühgeborenen und termingeborenen Kindern ermittelt werden. Die retinale Nervenfaserschicht war in dieser Studie sowie in vielen anderen Studien bei frühgeborenen Kindern signifikant dünner. Wir haben zum ersten Mal sowohl durch OCT als auch durch HRT Untersuchung gezeigt, dass das Geburtsgewicht und die SSW einen erheblichen Einfluss auf die gemessenen Papillenparameter bei FG haben. Das Exkavationsvolumen sowie die Exkavationsfläche waren beispielsweise mit abnehmenden SSW und mit abnehmendem Geburtsgewicht, also je jünger und leichter das Kind zum Zeitpunkt der Geburt war, größer. Daraus kann geschlossen werden, dass hochgradig frühgeborene Kinder mit besonders geringem Geburtsgewicht eine größere Papillenexkavation als termingeborene Kinder beziehungsweise nicht so frühgeborene Kinder aufweisen können. Dies hat weitreichende Konsequenzen, da man bei sehr frühgeborenen Kindern bei der vermehrten Papillenexkavation zunächst von einem strukturellen Zustand ausgehen muss und die Differenzialdiagnose eines Glaukoms bei wiederholt im Normbereich gemessenen Augeninnendruck somit in den Hintergrund rückt. Unnötige Therapien könnten mit dieser Erkenntnis in Zukunft vermieden werden.

Summary:
Summary: Aim of the study: The aim of the following study with the title: „Investigation of optic nerve parameters in preterm children measured with Heidelberg retina tomograph (HRT II) and optical coherence tomography (RTVue 100)“, was to illustrate the differences in optic nerve parameters and retinal nerve fibre layer between preterm children and full term children. To the best of our knowledge no other study examined the optic nerve head morphology by OCT in prematurely born children at school age and compared them with term born children of the same age. The results of measurements with the HRT and the OCT between the both groups and their correlation with age, axial length and spherical equivalent (SE) were examined. In the preterm group (PG) the correlation between peripapillary nerve fibre layer thickness with birth weight and gestational age was determined. Material and methods: The group of participants comprised 52 preterm children (PG) and 51 full term children (TG). The age ranged from 5 to 16 years. The eyes of the children were examined with IOL-Master (axial length), HRT II and OCT (RTVue 100). Cycloplegic refraction was measured and the spherical equivalent (SE) was calculated. Parameters of the optic nerve head and retinal nerve fibre layer thickness were measured and compared between both groups. Furthermore, their correlation with age, axial length and spherical equivalent and correlation of the optic nerve head parameters and RNFL of preterm children with birth weight and gestational age were calculated. Results: Comparison between preterm group and full term group Regarding age, axial length and visual acuity no significant differences between the both groups were found. SE in the PG was significantly lower (PG: +0,58 dpt; TG: +1,66 dpt). OCT: The RNFL-thickness in the preterm group in nasal (PG: 72,39 ± 12,31 μm, TG: 82,26 ± 18,45 μm) and inferior area (FG: 130,3 ± 21,67 μm, NG: 141,9 ± 20,95 μm) was significantly smaller than in full term children. Overall RNFL (PG: 101,6 ± 13,2 μm, TG: 110,8 ± 13,77 μm) was significantly smaller in the PG too. Optic nerve head parameters measured with the OCT und the HRT did not show any significant differences between the both groups. Correlation of age with optic nerve head parameters and RNFL There were no significant correlations between RNFL and age as well as between optic nerve head parameters and age by OCT and HRT measurements. Correlation of axial length and SE with optic nerve head parameters and RNFL OCT: Axial length correlated statistically significant with the rim area in the TG (r = -0,4797; Pʙ = 0,0042). Between SE and RNFL or optic nerve head parameters measured with OCT no significant correlations were found. HRT: In both groups there were no significant correlations between axial length and optic nerve head parameters. SE correlated significantly negative with disc area (r =-0,4079; Pʙ = 0,027) and cup area (r =-0,4117; Pʙ = 0,024) in the preterm group. Correlation of birth weight and gestational age with optic nerve head parameters and RNFL in PG OCT: Statistically, gestational age correlated significantly negative with cup area (r = -0,43; Pʙ = 0,015), cup volume (r = -0,403; ʙ = 0,031), C/D ratio (r = -0,414; Pʙ = 0,023) and C/D horizontal ratio (r = -0,408; Pʙ = 0,027). After adjusting of the p-values there were no significant correlations between optic nerve head parameters or RNFL regarding birth weight. HRT: Statistically, birth weight correlated significantly negative with cup area (r = -0,4175; Pʙ = 0,021), C/D ratio (r = -0,3929; Pʙ = 0,039) and linear C/D ratio (r = -0,4077; Pʙ = 0,03). Statistically, gestational age correlated significantly negative with disc area (r = -0,4413; Pʙ = 0,011), cup area (r = -0,517; Pʙ = 9,243 x10^-3), cup volume (r = -0,4159; Pʙ = 0,022), C/D ratio (r = -0,4522; Pʙ = 7,7742x10^-3) and linear C/D ratio (r = -0,4024; Pʙ = 0,034). There was a significant positive correlation between gestational age and SE (r= 0,297; P = 0,0327) and birth weight and SE (r = 0,278; P = 0,0461) in PG. Discussion: Both instruments can be used for children's clinical examinations. Differences between preterm and full term children could be determined by the OCT, but not by the HRT. In the present study and in many other studies RNFL was significantly thinner in preterm children. Our investigation showed birth weight and gestational age to have a large impact on the optic nerve head parameters in preterm children when measured by OCT and HRT. Cup volume and cup area become larger with decreasing gestational age and birth weight. Therefore we conclude that very preterm children with a very low birth weight mostly have larger optic nerve cup than full term children. As a result this would consequently mean that a large optic nerve cup in very preterm children with normal ocular pressure is a structural optic nerve condition rather than a sign of glaucoma. Thus, unnecessary treatment might be avoided in the future.


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