Kommunikative Kompetenz in der Chirurgie vermitteln und evaluieren: Die Entwicklung, Durchführung und Evaluation eines Unterrichtsmoduls mithilfe von Simulationspatienten im Praktischen Jahr

Einleitung: Kommunikation ist eine wichtige ärztliche Kompetenz, die, wie gezeigt werden konnte, gelehrt werden kann und muss; dies sollte am besten schon während des Studiums geschehen. Im Studiengang Humanmedizin der Philipps-Universität Marburg wird dies durch das Kommunikations-Curriculum realis...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Schwörer, Miriam
Beteiligte: Krüger, Antonio (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2016
Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Einleitung: Kommunikation ist eine wichtige ärztliche Kompetenz, die, wie gezeigt werden konnte, gelehrt werden kann und muss; dies sollte am besten schon während des Studiums geschehen. Im Studiengang Humanmedizin der Philipps-Universität Marburg wird dies durch das Kommunikations-Curriculum realisiert. Dennoch besteht weiterer Entwicklungsbedarf insbesondere für höhere Semester und herausfordernde Gesprächssituationen. Methoden: Um das Kommunikations-Curriculum zu erweitern, wurde der Kurs „Kommunikation in der Chirurgie“ für Studierende im Praktischen Jahr (PJ) entwickelt. Zur Evaluation des Lernerfolgs durch den Kurs wurde das „Eingehen auf den Patienten“ bewertet, da Empathie – die sich darin ausdrückt – eine Kernkompetenz der Arzt-Patienten-Kommunikation darstellt. In Ermangelung eines geeigneten Messinstrumentes wurde dieses entwickelt, wodurch sich zwei Studienschritte ergaben. Als Erstes wurde im Rahmen der methodisch fundierten Assessment-Entwicklung auf Grundlage des Calgary-Cambridge Observation Guide (CCOG) ein Bewertungsbogen zum Thema „Eingehen auf den Patienten“ erstellt. Im zweiten Schritt wurde in einer randomisierten Wirksamkeitsstudie der Kurs evaluiert. Sowohl die Probanden der Versuchsgruppe mit Kursteilnahme als auch die der Kontrollgruppe ohne führten ca. zwei Wochen nach dem Kurs standardisierte Mini Clinical Evaluation Examiniations (Mini-CEX) im Marburger Interdisziplinäres Skills Lab (Maris) durch, die auf Video aufgezeichnet wurden. Diese Videos wurden anhand des erstellten Bewertungsbogens von zwei ärztlichen, verblindeten Beurteilern bewertet. Ergebnisse: Der Kurs beinhaltet die Themen Umgang mit schwierigen Patienten und Tabuthemen, welche am Beispiel der häuslichen Gewalt besprochen werden. Diese Themen werden durch Gespräche mit SPs praktisch geübt und vertieft. Der Bewertungsbogen bestehend aus 11 Items, die das Eingehen auf den Patienten beschreiben, wird durch zwei Globalbewertungen (aus Patienten- und Beobachterperspektive) ergänzt. Die Bewertung erfolgt anhand einer fünfstufigen Likert-Skala von „trifft voll und ganz zu“ bis „trifft gar nicht zu“. Im Rahmen der Überprüfung des Bewertungsbogens konnte eine sehr hohe interne Konsistenz und eine gute Korrelation von Item 13 mit den Items 1 bis 11 festgestellt werden. In der statistischen Auswertung der Videos zeigte sich kein Unterschied zwischen der Interventions- und Kontrollgruppe. Zur Integration des Kurses ins PJ-Curriculum befragt, forderten 21,4% der Studierenden die Lehre von körperlicher Untersuchung als Voraussetzung, 14,3% lehnten eine Integration ab und 64,3% befürworteten sie. Diskussion und Schlussfolgerung:Die Items 1 bis 13 des Bewertungsbogen eignen sich zur Lehre oder für Prüfungen. Ob für summative Prüfungen alleine auf Item 13 zurückgegriffen werden kann, bleibt zu evaluieren. Im Rahmen der Studie konnte kein Lernzuwachs im Bereich „Eingehen auf den Patienten“ gezeigt werden. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass andere Kompetenzen und Wissen in diesem Kurs vermittelt wurden, da die Mehrheit der Studierenden sich für eine Integration des Kurses ins Curriculum ausspricht, was ohne einen Lernerfolg nicht zu erwarten wäre. Als Ergebnisse dieser Arbeit sind die Entwicklung einer Unterrichtseinheit zur Kommunikation in schwierigen Situationen im Rahmen des chirurgischen PJ-Tertials und deren Überprüfung sowie die Entwicklung und Evaluation des Bewertungsbogens „Eingehen auf den Patienten“ für Lehr- und Prüfungszwecke zu werten.
Beschreibung:119 pages.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2016.0705