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Titel: Prognostische Bedeutung zentraler Schlafapnoen bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz
Autor: Sosnovskaya, Antonina
Weitere Beteiligte: Grimm, W. (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr: 2016
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2016/0220
DOI: https://doi.org/10.17192/z2016.0220
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2016-02206
DDC: 610 Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): Prognostic impact of central sleep apnea in patients with heart failure

Dokument

Schlagwörter:
Herzinsuffizienz, Schlafapnoe, Prognose, Herzinsuffizienz, zentrale Schlafapnoe, heart failure, central sleep apnea

Zusammenfassung:
Aufgrund widersprüchlicher Ergebnisse hinsichtlich der Prognose von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz in Abhängigkeit von dem Vorliegen einer zentralen Schlafapnoe wurde das Patientenregister SAHERZ gegründet. Im Rahmen dieser Promotionsarbeit wurden die bis Dezember 2013 vorhandenen Verlaufsuntersuchungen von 300 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, welche zwischen August 2007 und Juni 2011 eine Polysomnographie erhielten und in dieses Patientenregister eingeschlossen wurden, hinsichtlich des herztransplantationsfreien Überlebens ausgewertet. Nach Anwendung definierter Ein- und Ausschlusskriterien gingen die Daten von 267 Patienten mit Herzinsuffizienz im NYHA-Stadium I bis III in die Analyse ein. Bei 57% der Patienten lag keine oder nur eine milde zentrale Schlafapnoe vor (AHI ≤ 15), 18 % hatten eine mittelgradige zentrale Schlafapnoe (AHI zwischen 15 und 30) und 25% litten an einer schweren Form der zentralen Schlafapnoe (AHI > 30). Das Patientenkollektiv war hinsichtlich der Häufigkeit einer zentralen Schlafapnoe mit anderen Arbeiten vergleichbar, je nach Literaturangabe leiden zwischen 21% bis 82% der Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zusätzlich an einer zentralen Schlafapnoe [25,26]. Die durchschnittliche Verlaufsbeobachtungszeit betrug 43±18 Monate. Während dieses Zeitraums wurde bei 4 Patienten eine Herztransplantation durchgeführt und 67 Patienten verstarben. Mittels multivariater Cox-Regressionsanalyse wurden ein höheres Patientenalter, männliches Geschlecht, chronische Nierenerkrankung und eine verminderte linksventrikuläre Ejektionsfraktion als prädiktive Risikofaktoren für ein herztransplantationsfreies Überleben identifiziert. Das Vorliegen einer zentralen Schlafapnoe war hingegen kein unabhängiger prädiktiver Faktor für ein herztransplantationsfreies Überleben. Weil Patienten mit mittelgradiger oder schwerer zentraler Schlafapnoe sich hinsichtlich des herztransplantationsfreien Überlebens nicht von Patienten ohne zentrale Schlafapnoe unterschieden, stützt dies die Hypothese, dass die zentrale Schlafapnoe weniger im Sinne eines eigenständigen prognostisch relevanten Risikofaktors sondern eher als Marker für den Schweregrad der Herzerkrankung zu interpretieren ist.

Summary:
The patient registry SAHERZ was founded because of conflicting results regarding the prognosis of patients with chronic heart failure and central sleep apnea. Therefore, 300 patients with chronic heart failure who received a polysomnography between August 2007 and June 2011 were included in the patient registry SAHERZ and evaluated for heart-transplant free survival. After application of predefined inclusion and exclusion criteria, data of 267 patients with heart failure (NYHA class I to III) were available for analysis. 57% of patients had no or only mild central sleep apnea (AHI ≤ 15) while moderate (AHI 15-30) and severe central sleep apnea (AHI> 30) were present in 18% and 25% of patients, respectively. With regard to the frequency of central sleep apnea, our patient cohort was comparable with previous cohorts in the literature with a prevalence of central sleep apnea in about 21% up to 82% of patients with chronic heart failure, depending on the reference [25,26]. The average observation time of our cohort was 43±18 months. During the follow-up, 4 patients underwent a heart transplantation and 67 patients died. Multivariate Cox regression analysis identified a higher patient age, male gender, chronic kidney disease and reduced left ventricular ejection fraction as predictive risk factors for a heart transplant-free survival. In contrast, the presence of central sleep apnea was not an independent risk factor for a heart transplant-free survival. The fact that survival of patients with moderate or severe central sleep apnea did not differ from patients with no or mild central sleep apnea supports the hypothesis that central sleep apnea is not an independent prognostic risk factor, but merely a marker of the severity of heart disease.


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