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Titel: Die Entwicklung der operativen Desobliteration der Arteria carotis interna über den Zeitraum einer Dekade
Autor: Daubitz, Lisa
Weitere Beteiligte: Fendrich, Volker (Prof. Dr. med.)
Erscheinungsjahr: 2016
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2016/0001
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2016-00011
DOI: https://doi.org/10.17192/z2016.0001
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): The development of operative desobliteration of the internal carotid artery in one decade

Dokument

Schlagwörter:
EEA, Patchplastik Carotis, Carotischirurgie, Arteria carotis interna, arteria carotis interna, TEA, Gefäßchirurgie, thrombendaterioectomie, Carotis-Stenting, Operative Desobliteration, Thrombendarteriektomie, eversionsendarteriectomie

Zusammenfassung:
Bereits im Jahr 1953 führten Dr. med. DeBakey und sein Team die erste operative Desobliteration der Arteria carotis durch. Dass die Thrombendarterioektomie einen erwiesenen Nutzen in der Beseitigung der Carotis-Stenose zeigt, sei außer Frage gestellt. Auf dem Gebiet der Carotis-Chirurgie gab es in den letzten Jahren jedoch große Fortschritte. Die vorliegende Dissertation gibt einen Überblick darüber, was sich innerhalb eines Jahrzehnts am Universitätsklinikum Marburg auf diesem Gebiet verändert hat und ob sich daraus ein medizinischer Fortschritt ergeben konnte. Zur Klärung der offenen Fragen wurde eine retrospektive Beobachtungsstudie von insgesamt 297 Patienten, die sich im Zeitraum von Januar 2000 bis Dezember 2001 (Zeitraum A) bzw. Januar 2010 bis Dezember 2011 (Zeitraum B) mindestens einer Carotis-Operation unterzogen, durchgeführt. Nach übersichtlicher Darstellung der zu analysierenden Daten wurden die Jahrgänge 2000 und 2001 den Jahren 2010 und 2011 gegenübergestellt und verglichen. Es konnten signifikante Unterschiede in Bezug auf die operationsspezifischen Punkte festgestellt werden. So fiel die mittlere Operationsdauer von 119 Minuten im Zeitraum A auf 100 Minuten im Zeitraum B. Außerdem konnte die mittlere Abklemmzeit von 335 Sekunden (2000 - 2001) auf 218 Sekunden (2010 - 2011) reduziert werden. Die Verweildauer der Patienten wurde zum einen insgesamt und zum anderen postoperativ betrachtet. Beide Zeiträume konnten verringert werden. Der im Durchschnitt vormals zwölf Tage dauernde Krankenhausaufenthalt verminderte sich auf fünf Tage. Aus den sechs Tagen nach der Operation wurden drei. Die Tatsache, dass im Zeitraum B fünfmal mehr Patienten schon im asymptomatischen Stadium einer Carotis-Operation unterzogen wurden, macht deutlich, dass die Früherkennung der Carotis-Stenose verbessert werden konnte. Es zeigten sich keine signifikanten Veränderungen bezüglich der Zielgrößen „Letalität“ und „Restenosen“. Dies war jedoch zu erwarten, da die Operation schon zehn Jahre zuvor als risikoarmer Eingriff gewertet werden konnte. Neben der Apoplexrate konnten sowohl die lokale als auch die postoperative Komplikationsrate gesenkt werden, was zu einem insgesamt verbesserten Outcome führte. Der Vergleich mit der entsprechenden Studienlage zeigte, dass die Carotis-Chirurgie am Marburger Klinikum mit den internationalen Standards Schritt halten kann. Zusammenfassend konnte anhand der Ergebnisse der vorliegenden Dissertation nachgewiesen werden, dass es, im Hinblick auf die Carotis-Chirurgie, im Zeitraum einer Dekade zu einem deutlichen medizinischen Fortschritt am Universitätsklinikum Marburg gekommen ist.

Summary:
In 1953 Dr. DeBakey and his team already performed the first operative desobliteration of a carotid artery. It is a fact that endarterectomy brings a great benefit to patients with carotid stenosis. However quite a bit changed since the invention of the carotid surgery. This dissertation shall give an overview of the developments in this field at the University Medical Center in Marburg and if these led to a medical progress. To clarify the issue, a retrospective observational study of 297 patients who were operated on at least one carotid artery in the period between January 2000 and December 2001 (period A) and between January 2010 and December 2011 (period B), respectively was performed. After a clear arrangement of the cohorts they were compared in regard to predefined criteria. Significant differences relating to the procedure were found. The time of operation was reduced from 119 minutes in period A to 100 minutes in period B. Furthermore, the median clamping time was lessened from 335 seconds (2000 - 2001) to 218 seconds (2010 - 2011). Also, a decrease in time of hospitalization of the patients was found. In 2000 and 2001 the median time to stay in the clinic amounted to twelve days overall and five days postoperatively. Ten years later, the length of stay was only six days overall and three days postoperatively. The fact that five times as much of the patients were asymptomatic to the time of procedure in period B shows the improved early detection of carotid stenosis. Neither lethality nor restenosis showed significant changes. In fact this has been predictable because of the low risk of procedure in the first place even ten years earlier. Besides the rate of strokes the rate of local and postoperative complications could be reduced. This led to a better overall outcome. In comparison to the corresponding data the results at the clinic in Marburg keep up with the international standards. To sum it up this dissertation shows a clear increase in medical progress in the University Medical Center in Marburg over one decade.


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