Untersuchungen zur Expression potentiell allergierelevanter Gene

Asthma bronchiale ist eine chronische Atemwegsentzündung. Der Körper reagiert auf ein harmloses Antigen mit einer Überreaktion des Immunsy- stems was zu einer Atemwegshyperreagibilität und einer chronischen Ent- zündung in den Atemwegen führt. Diese Immunantwort ist Th2-dominiert und die Zytokine de...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Heppenheimer, Charlotte
Beteiligte: Garn, Holger (Priv. Doz. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2014
Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Asthma bronchiale ist eine chronische Atemwegsentzündung. Der Körper reagiert auf ein harmloses Antigen mit einer Überreaktion des Immunsy- stems was zu einer Atemwegshyperreagibilität und einer chronischen Ent- zündung in den Atemwegen führt. Diese Immunantwort ist Th2-dominiert und die Zytokine der Th2-Zellen spielen eine wichtige Rolle in der Pathogenese des Asthma. Therapiert wird diese Krankheit überwiegend mit Cortison als Entzündungshemmer und ß2-Mimetika als Bronchodilatatoren. Diese Behandlung ist symptomatisch und beherrscht leider nicht alle Formen des Asthma bronchiale. Außerdem hat die Therapie mit Cortison aufgrund seiner weitgefächerten Wirkungsweise viele Nebenwirkungen. Neuere Therapieansätze setzen auf die zentrale Rolle der Th2-Zellen in der Pathogenese des Asthma. Bisher konnten mit der Unterdrückung der bekannten Th2-Zytokine noch keine größeren Erfolge verzeichnet werden. Um einen neuen, eventuell kurativen Therapieansatz zu finden, wurden in dieser Arbeit noch unbekannte Gene untersucht, deren Genexpression in pulmonalen T-Lymphozyten von Mäusen mit chronischem Asthma stärker exprimiert werden als in pulmonalen T-Lymphozyten von Mäusen mit akutem Asthma. Im ersten Schritt dieser Arbeit wurde mittels quantitativer PCR bewiesen, dass ein Expressionsanstieg der Gene 1, 2, 3, 5 von pulmonalen T-Lymphozyten gesunder Tiere, über die pulmonalen T-Lymphozyten der Tiere mit akutem Asthma zu den pulmonalen T-Lymphozyten der Tiere mit chronischem Asthma besteht. Eine Beteiligung an der Chronifizierung und Pathogenese des Asthma scheint somit möglich. Um die Nebenwirkungen zu minimieren, sollte die Expression von Genen, die therapeutisch beeinflusst werden, möglichst eine hohe Organ- bzw. Zellselektivität aufweisen. In einem zweiten Schritt wurde daher die Expression der Gene mittels qualitativer PCR in verschiedenen Organen der gesunden Maus untersucht. Eine besonders starke Expression fand sich im Lymphknoten, was auf eine hohe Expression in differenzierten T-Lymphozyten hinweist. Aber auch die anderen Organe exprimierten die unbekannten Gene schwach. Während einige dieser Organe lymphatisches Gewebe und damit differenzierte T-Lymphozyten enthalten (z.B. Darm) konnte die basale Ex- pression einiger anderer Organe (z.B. Hoden) nicht durch das Vorhanden- sein von T-Lymphozyten erklärt werden. In einem dritten Schritt wurde die Genexpression in murinen Zelllinien mittels quantitativer PCR gemessen. Auffällig war die hohe Expression der Gene 1-5 in der Epithelzelllinie LA-4. Diese Expression könnte die basale Expression in epithelialen Organen erklären. EL-4 als T-Lymphozytenlinie zeigte allerdings nicht die erwartete höchste Expression. Dies könnte auf eine selektiv erhöhte Expression der unbekannten Gene in differenzierten T-Lymphozyten hinweisen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die weitere Erforschung der Gene 1,2,3 und 5 weiterhin von Interesse ist, da diese einen eindeutigen Expressionsanstieg in T-Lymphozyten von chronisch asthmatischen Mäusen zeigen. Für Gen 4 konnte kein detektierbarer Expressionsanstieg gemessen werden. Ob die genannten Gene jedoch als therapeutische Angriffspunkte geeignet wären, bleibt aufgrund ihrer ubiquitären Expression ungewiss. Interessant bleibt zu erfahren, welche Funktion diese Gene inne haben, und ob durch die Blockade dieser Gene die Chronifizierung von Asthma bronchiale zu beeinflussen ist. Hierbei sind weitere Versuche mit selektiver Inhibition der Expression dieser Gene angezeigt.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0781