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Titel:Die medikamentöse Geburtseinleitung - Parameter für ein erfolgreiches Management
Autor:Berg-Kralj, Mandy
Weitere Beteiligte: Sudik, R. (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr:2014
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2014/0509
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2014-05095
DOI: https://doi.org/10.17192/z2014.0509
DDC:610 Medizin, Gesundheit
Titel(trans.):The medical induction of labour - parameters for sucessfull management

Dokument

Schlagwörter:
Zervixreife, Schwangerschaftsdiabetes, Gebärmutterhals, Prostaglandine, pregnancy, gestational diabetes, Latenzzeit, latency, Schwangerschaft, prostaglandins, Body-Mass-Index, Geburtsterminüberschreitung, Bishop-Score, Bishop-Score, fetal weight, body mass index, induction of labour, cervix, fetales Gewicht, Geburtseinleitung

Zusammenfassung:
In den letzten Jahrzehnten konnte am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg ein Anstieg der Geburtseinleitungen mit dem Prostaglandin Dinoproston-Vaginalgel 1 mg/2 mg verzeichnet werden. Mit Zunahme der Geburtseinleitungen erfolgte ebenfalls ein erhöhtes Auftreten der operativen Geburtsbeendigungen. Ziel dieser Arbeit war die Ermittlung aussagekräftiger Vorhersagewerte unter Einbeziehung der Parameter Bishop-Score, Parität, BMI und fetales Gewicht, um die Häufigkeit operativer Geburtsmodi nach medikamentöser Geburts-einleitungen zu reduzieren. Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass Patientinnen, die bereits ein bzw. zwei Kinder zur Welt gebracht haben, einen Bishop-Score > 5 und einen Body-Mass-Index zwischen 18,5 und unter 30 aufweisen, die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Geburtsmanagement mit kurzen Latenzzeiten bieten. So zeigte die Hälfte aller Drittgebärenden 7,5 Stunden nach Einlage des Dinoproston-Vaginalgels eine regelmäßige Wehentätigkeit. Bei den Zweitgebärenden lag die mediane Anlaufzeit bei 8,0 Stunden. Bezogen auf den Bishop-Score konnten ab einem Bishop-Score > 5 mediane Anlaufzeiten von < 7,5 Stunden beobachtet werden. Bei Vorliegen unreiferer Zervixbefunde, Bishop-Score < 5, betrugen die Latenzzeiten bis zum Erreichen einer regelmäßigen Wehentätigkeit im Median zwischen 9,0 und 13,5 Stunden. Es konnte in der vorliegenden Studie beobachtet werden, dass in 773 von 1213 Geburtseinleitungen eine mehrmalige Applikation des Minprostin-E2-Vaginalgel® vorgenommen werden musste. Am häufigsten (bei 500 Patientinnen) erfolgte eine zweimalige Anwendung mit insgesamt 3 mg. Hinsichtlich der Dosierung des Minprostin-E2-Vaginalgel® insbesondere bei einem Bishop-Score von 2 bis 6 und vermutlich mehrmaliger notwendiger Applikation kann die Empfehlung gegeben werden, mit der Dosierung von 1 mg Minprostin-E2-Vaginalgel® zu beginnen. Hier wurden deutlich geringere Latenzzeiten beobachtet als nach Minprostinapplikation beginnend mit der höheren Dosierung von 2 mg. Des Weiteren wurden die Geburtsmodi der Patientinnen mit Geburtsterminüberschreitung den Geburtsmodi der Patientinnen mit Gestationsdiabetes gegenübergestellt. Hier wies die Gruppe der Patientinnen mit Terminüberschreitung einen deutlich geringeren Anteil an operativen Entbindungsmodi auf (24,69 % versus 38,89 %). Die drohende intrauterine Asphyxie war mit 15,99 % der häufigste Grund für die Durchführung eines operativen Entbindungsmodus. Jedoch lag postpartal lediglich bei 3,61 % der Neugeborenen nachweislich eine Asphyxie vor.

Summary:
In the past decades the number of induced labor with prostaglandin Dinoprostone vaginal gel 1mg/2mg has increased at the Dietrich-Bonhoeffer-Clinic Neubrandenburg. With the ascent of medical labor induction the number of operative deliveries has risen accordingly. Object of this analysis was the evaluation of how to reduce operative delivery determined by the following parameters: Bishop-score, parity, BMI and fetal weight. In summary patients who show the characteristics of a Bishop-score > 5, a body-mass-index between 18.5 and 30 and at least one childbirth in their medical history are indicators for a successful labor management with short latency. Half of the 3rd gravida developed sufficient contractions after 7.5 hours of the Dinoprostone vaginal gel application. For women expecting their second child the median time to get into labor was 8 hours. Referring to the Bishop score a number of 5 and higher was associated with a median time of 7.5 hours and to the development of contractions. A rigid cervix (Bishop-Score < 5) needed 9 - 13.5 hours in median to induce sufficient contractions. The study showed that in 773 out of 1213 labor inductions Minprostin-E2 vaginal gel had to be applied several times, mostly twice (500) with a total amount of 3 mg. Referring to the estimated dosage of Minprostin-E2 vaginal gel it was found that a Bishop-score from 2 - 6 will most likely require repeated application, with a suggestion of 1 mg Minprostin-E2 vaginal gel in the first course of application. Considerably shorter terms of latency could be observed compared to the increased starting dose of 2 mg. In addition the birth mode of women with an exceeding expecting date and women with gestational diabetes were compared. The first group showed a much lower number of operative vaginal deliveries (24.69 % versus 38.89 %). Threatening intrauterine asphyxia was the most common reason for an operative ending of labor (15.99%) In contrast in only 3.61 % of the newborn a true asphyxia could be proved.


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