Hemmung des kontraläsionellen dorsalen prämotorischen Kortex zur Verbesserung der motorischen Funktion der betroffenen Hand nach Schlaganfall mit 1 Hz rTMS

Hemmung des kontraläsionellen dorsalen prämotorischen Kortex zur Verbesserung der motorischen Funktion der betroffenen Hand nach Schlaganfall mit 1 Hz rTMS. Nach Schlaganfällen zeigt sich häufig eine gesteigerte Aktivität und Erregbarkeit innerhalb motorischer Areale der kontraläsionellen Hemisphär...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Maus, Susanne
Beteiligte: Nowak, D.A. (Prof. Dr. med.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2014
Nervenheilkunde
Schlagworte:
PMd
dPM
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Hemmung des kontraläsionellen dorsalen prämotorischen Kortex zur Verbesserung der motorischen Funktion der betroffenen Hand nach Schlaganfall mit 1 Hz rTMS. Nach Schlaganfällen zeigt sich häufig eine gesteigerte Aktivität und Erregbarkeit innerhalb motorischer Areale der kontraläsionellen Hemisphäre bei Bewegungen der betroffenen Hand. Murase N et al., 2004. In funktionellen MRT Studien konnte bei subakuten Schlaganfallpatienten gezeigt werden, dass eine negative Korrelation zwischen dem Grad der aufgabenbezogenen Aktivierung mehrerer Regionen der kontraläsionellen Hemisphäre und dem motorischen Outcome nach Schlaganfall besteht. Nowak D A, Grefkes C, Fink G R, 2008; Ward N S et al., 2003. Innerhalb des Konzeptes der inter-hemisphärischen Kompetition wird angenommen, dass es zu einer verstärkten Hem-mung von Seiten des kontraläsionellen M1 kommt, welche die motorische Verarbeitung und Funktionserholung innerhalb des ipsiläsionellen Netzwerkes behindert. Nowak et al., 2009. Murase N et al., 2004. Mehrere unabhängige Machbarkeitsstudien erbrachten, dass eine Hemmung des kontraläsionellen M1 durch 1 Hz rTMS die neuronale Aktivität innerhalb motorischer Areale des kontraläsionellen Hemisphäre signifikant hemmt und zur gleichen Zeit die motorische Funktion der betroffenen Hand nach Schlaganfall ver-bessert. Murase N et al., 2004. Beim Menschen ist die neuronale Konnektivität zwischen dorsalem prämotorischen Kortex (PMd) und dem primär motorischen Kortex (M1) innerhalb einer Hemisphäre dicht und für die Kontrolle von Handbewegungen äußerst wichtig. Chouinard P A, Paus T, 2006. Die Hemmung des PMd durch 1 Hz rTMS löst eine lang anhaltende Verminderung der Erregbarkeit des ipsiläsionellen M1 aus. Das Konzept der interhemisphärischen Kompetititon nach Schlaganfall zugrundelegend erscheint es sinnvoll zu fragen ob 1 Hz rTMS über dem kontraläsionellen PMd eine vergleichbare Steigerung der motorischen Funktion der betroffenen Hand nach Schlaganfall hervorrufen kann wie bei 1 Hz rTMS über dem kontraläsionellen M1 be-obachtet wurde. In unserer Studie untersuchten wir ob 1 Hz rTMS über dem kontra-läsionellen PMd die kortikospinale Erregbarkeit (motorisch evozierte Potentiale, MEP), die langanhaltende kortikale Hemmung des kontraläsionellen M1(kortikale Innervations-stille, CSP Dauer), die interhemisphärische Hemmung vom kontraläsionellen M1 zum ipsiläsionellen M1 (ipsilaterale Innervationsstille, ISP Dauer) und die motorische Hand-funktion der betroffenen Hand (Jebsen-Taylor Test, JTT) im Vergleich zu gesunden Kontrollen beeinflusst. Material und Methoden: Wir untersuchten 15 gesunde, rechtshändige Probanden und 14 rechtshändige Patienten mit einer sensomotorischen Beeinträchtigung einer Hand nach erstmaligem linken oder rechten Media-Infarkt. Sowohl Patienten, als auch gesunde Probanden erhielten eine hemmende 1 Hz rTMS über dem linken (Gesunde) oder kontraläsionellen PMd (Patienten) mittels einer 15 minütigen Stimulation mit 900 Pulsen und 110% der motorischen Ruheschwelle. Zur Stimulation benutzten wir eine achtförmige 70 mm Spule und einen Magstim Super Rapid Stimulator (Magstim Company, Dyfed, UK). Um die Veränderungen der kortikospinalen Erregbarkeit zu untersuchen, leiteten wir die MEP und die CSP von der nicht betroffenen/rechten Hand ab. Die ISP wurde von der betroffenen/linken Hand abgeleitet. Alle Tests wurden vor und nach der Stimulation durchgeführt. Ergebnisse und Interpretation: 1 Hz rTMS über dem dorsalen prämotorischen Kortex versursachte eine signifikante Verminderung der kortikospinalen Erregbarkeit des kontraläsionellen/linken primären motorischen Kortex und eine Zunahme der langanhaltenden intrakortikalen Hemmung des kontraläsionellen/linken primär motorischen Kortex sowohl bei gesunden Pro-banden, als auch bei Patienten. Die interhemisphärische Hemmung vom linken/ kontraläsionellen Kortex zum rechten/ipsiläsionellen Kortex wurde bei gesunden Probanden und Patienten durch unsere prämotorische rTMS nicht beeinflußt. Die motorische Handfunktion für die betroffene Hand zeigte sich bei Patienten im JTT verbessert. Bei den gesunden Probanden zeigte sich kein Effekt.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0501