Einfluss selbstadhäsiver Unterfüllungen auf die Dichtigkeit von Klasse-I-Füllungen

Komposit hat seit einiger Zeit Amalgam als Füllungsmaterial der Wahl abgelöst. Problematisch bleibt allerdings weiterhin die Polymerisationsschrumpfung, die eine Haftung an der Zahnhartsubstanz von Nöten macht, um eine Randspaltbildung zwischen Zahn und Füllung zu vermeiden. Die Klebung von Komposit...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Eggert, Sandra
Beteiligte: Frankenberger, Roland, (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2014
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Komposit hat seit einiger Zeit Amalgam als Füllungsmaterial der Wahl abgelöst. Problematisch bleibt allerdings weiterhin die Polymerisationsschrumpfung, die eine Haftung an der Zahnhartsubstanz von Nöten macht, um eine Randspaltbildung zwischen Zahn und Füllung zu vermeiden. Die Klebung von Kompositen an die Zahnhartsubstanzen fordert Zeit und ist fehleranfällig. Aus diesem Grund setzen die Hersteller auf Vereinfachung dieses Prozesses. Seit 2001 gibt es sog. selbstadhäsive Kompositzemente zum Befestigen indirekter Restaurationen, die keine Vorbehandlung der Zahnhartsubstanzen erfordern. Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss von Unterfüllungen mit selbstadhäsiven Kompositzementen auf die Dichtigkeit tiefer Kompositfüllungen in tiefen Klasse-I-Kavitäten zu testen. Dafür wurden 3 Materialen unterschiedlicher Hersteller verwendet. In 56 extrahierten Molaren wurden standardisierte 4x4x4 mm große okklusale Kavitäten präpariert. Danach wurden 4 Gruppen unter Anwendung unterschiedlicher Inkrementtechniken mit Clearfil Majesty Posterior (Kuraray, Tokio, Japan) gefüllt und 3 weitere Gruppen vor der Füllung mit 3 verschiedenen selbstadhäsiven Kompositzementen unterfüllt. Dann lagerten die Proben für 6 Monate bei 39°C und wurden anschließend 5000 Zyklen in den Thermocycler gelegt. Schlussendlich wurde nach dem Zersägen der Probezähne mittels eines Farbstoffpenetrationstests die Eindringtiefe des Farbstoffs Fuchsin an den Rändern der Füllungen unter dem Lichtmikroskop mit Hilfe einer 5 Punkte Skala von 0-4 beurteilt. Die Gruppen 1-4, die konventionell gefüllt wurden, zeigen im Vergleich zu den unterfüllten Gruppen 5-7 signifikant geringere (p<0.05) Färbegrade. Schon durch Beobachtung lässt sich feststellen, dass die Gruppen 1-4 deutlich widerstandsfähiger gegen das Eindringen von Farbstoff sind, da der Färbegrad 0 zahlenmäßig am häufigsten vorkommt. Unter den Gruppen 5-7 war es der Färbegrad 1. Vergleicht man nur die Gruppen 1-4 sowie 5-7 untereinander kann man innerhalb dieser Proben keinen signifikanten Unterschied feststellen (p>0.05). Obwohl die Farbstoffpenetrationswerte der unterfüllten Gruppen 5-7 signifikant schlechter sind als die der Gruppen 1-4 (p<0.05), ist von einer Indikationserweiterung für diese Materialien nicht grundsätzlich abzuraten. Der signifikante Unterschied folgt aus dem häufigeren Auftreten des Färbegrades 1, der den Schmelzrand der Füllung betrifft und der an das ausreichend erprobte Material Clearfil Majesty Posterior (Kuraray, Tokio, Japan) grenzt. Das gehäufte Auftreten von Färbegrad 1 lässt sich durch den hohen C-Faktor der großen Deckfüllungen erklären. Außerdem wird den selbstadhäsiven Zementen in der Literatur eine ausreichende Dentinhaftung bescheinigt, was in diesem Versuch die Zahnhartsubstanz ist, mit der das Material interagiert. Fraglich bleibt die Bildung von Nanoleakage zwischen Dentin und den autoadhäsiven Zementen, was in anderen Studien beobachtet werden konnte. Das macht die Langlebigkeit solcher Füllungen schwer vorhersagbar.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0184