Mikroleakage-Untersuchung von Wurzelkanalfüllungen nach unterschiedlichen medikamentösen Einlagen:zwei neue Wurzelkanalsealer im Vergleich zum Standard AH Plus

Zusammenfassung Hintergrund und Ziele Das Ziel der Wurzelkanalbehandlung ist der permanente bakteriendichte, flüssigkeitsdichte Verschluss des Wurzelkanalsystems. Bei der Wurzelkanalbehandlung kann es notwendig sein, medikamentöse Zwischeneinlagen anzuwenden, die zwar wieder entfernt werden, deren...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Schirmer, Christoph
Beteiligte: Frankenberger, Roland (Professor) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2014
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Zusammenfassung Hintergrund und Ziele Das Ziel der Wurzelkanalbehandlung ist der permanente bakteriendichte, flüssigkeitsdichte Verschluss des Wurzelkanalsystems. Bei der Wurzelkanalbehandlung kann es notwendig sein, medikamentöse Zwischeneinlagen anzuwenden, die zwar wieder entfernt werden, deren Reste aber das Abdichtungsvermögen der Wurzelkanalfüllung möglicherweise beeinträchtigen. In dieser Studie wurde deshalb der Einfluss verschiedener medikamentöser Einlagen in der Darreichungsform als Guttaperchastift auf die Abdichtungseigenschaften der Sealer GuttaFlow (GF) und Epiphany (EP) im Vergleich zu dem etablierten Sealer AH Plus (AH) untersucht. Material und Methode Es wurden 90 einwurzelige Zähne in 3 Gruppen (n=30) bezüglich der oben genannten Sealer aufgeteilt, welche weiterhin in 3 Untergruppen (n=10) bezüglich verschiedener medikamentöser Einlagen zugeordnet wurden (Chlorhexidindiacetat: CHX, Calciumhydroxid: CaOH, keine Einlage: (-)). Die Aufbereitung erfolgte durch die crown-down Technik auf die Größe 45 taper .04. Die anschließende Reinigung wurde durch eine aktivierte Wechselspülung mit Natriumhypochlorit-Lösung (5%), Zitronensäure-Lösung (40%) und abschließender Alkohol-Spülung (70%) durchgeführt. Die Zähne wurden mit der jeweiligen medikamentösen Einlage beschickt, mit einem Schaumstoffpellet und Cavit verschlossen und für 7 Tage im Brutschrank (37°C/100% Luftfeuchtigkeit) gelagert. Es erfolgte eine weitere Reinigung unter Anwendung des oben genannten Spülprotokolls. Die Wurzelkanalfüllung wurde mittels der Single-Cone-Technik und dem entsprechendem Sealer durchgeführt. Nach weiteren 7 Tagen im Brutschrank wurden die Zähne mit 2 Schichten Nagellack isoliert, von apikal mit einem Diamantschleifblatt angeschliffen und 3 Minuten in Methylenblau (5%) zentrifugiert (30g). Die Zähne jeder Testgruppe wurden in Kunstharz eingebettet und in 1mm-Abständen gesägt. Bei 25-facher Vergrößerung wurde unter dem Lichtmikroskop die jeweilige Farb-stoffpenetration bestimmt. Ergebnisse: Sowohl die verwendeten Sealer als auch die medikamentösen Einlagen zeigten signifikante Unterschiede bezüglich der Penetrationstiefen (Two-Way-ANOVA, p ≤ 0,05). Im Einzelnen ergaben sich folgende Mittelwerte in mm: AH/-: 4,80, AH/CaOH: 6,73, AH/CHX: 2,73, GF/-: 4,46, GF/CaOH: 3,06, GF/CHX: 0,86, EP/-: 4,86, EP/CaOH: 3,3, EP/CHX: 1,93. Während CHX-Einlagen das Abdichtungsvermögen aller Sealer generell verbesserten, tra-ten bei CaOH-Einlagen unterschiedliche Effekte auf: eine leichte Verbesse-rung bei Epiphany und GuttaFlow sowie eine Verschlechterung bei AH Plus. Schlussfolgerungen Im Rahmen der vorliegenden Studie konnte gezeigt werden, dass auch me-dikamentöse Einlagen in der Darreichungsform als Guttaperchastift einen signifikanten Einfluss auf das Abdichtungsvermögen einer Wurzelkanalfül-lung haben können. CHX hatte generell einen positiven Einfluss. Nur die Einlage mit Ca(OH)2-haltigen Stiften vor der Füllung mit AH Plus ist kritisch zu sehen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0173