Funktionelle Charakterisierung der Rolle von TMPRSS4 und TFPI2 im Pankreaskarzinom

In der Tumorbiologie des hochmalignen Pankreaskarzinoms sind bis heute wenige Schlüsselmutationen bekannt. Die Suche nach Zielproteinen für einen molekularen Therapieansatz stellt eine aktuelle wissenschaftliche Herausforderung dar. TMPRSS4 ist eine transmembranäre Serinprotease, für die - wie für...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Heers, Hendrik
Beteiligte: Buchholz, Malte (PD Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2013
Innere Medizin
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0538
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:In der Tumorbiologie des hochmalignen Pankreaskarzinoms sind bis heute wenige Schlüsselmutationen bekannt. Die Suche nach Zielproteinen für einen molekularen Therapieansatz stellt eine aktuelle wissenschaftliche Herausforderung dar. TMPRSS4 ist eine transmembranäre Serinprotease, für die - wie für viele andere Proteine dieser Familie - ein induktiver Einfluss auf das maligne Verhalten von Tumorzellen nachgewiesen ist. In Zellen des Pankreaskarzinoms und seiner Vorläuferläsionen kommt es zu einer Überexpression dieses Gens. TFPI2 ist ein Proteaseinhibitor, der im Pankreaskarzinom häufig herunterreguliert ist. Für verschiedene Tumorentitäten ist seine Wirkung als Tumorsuppressorgen etabliert. Aufgrund der auffallend synchronen Überexpression von TMPRSS4 und Suppression von TFPI2 wurde eine direkte Interaktion der beiden Genprodukte postuliert; auch eine entsprechende Bindungsstelle zwischen den Proteinen wurde bioinformatisch vorhergesagt. Die vorliegende Arbeit hatte zur Aufgabe, die funktionelle Bedeutung von TMPRSS4 und TFPI2 im Pankreaskarzinom zu untersuchen und zu klären, ob sich diese hypothetische Interaktion bestätigt. Die DNA beider Gene wurde in doxycyclininduzierbare Überexpressionsvektoren kloniert und es wurden shRNA-Konstrukte zum dauerhaften Knock-down bereitgestellt. Verschiedene Pankreaskarzinom- und Epithelzelllinien wurden mit diesen Konstrukten stabil transfiziert, um funktionelle Untersuchungen zu Proliferation und Migration in vitro durchzuführen. Der Transfektionserfolg wurde mittels quantitativer Real-Time-PCR auf mRNA-Ebene untersucht. In den durchgeführten MTT- und BrdU-Assays konnte für keines der genannten Konstrukte ein signifikanter Einfluss auf das proliferative Verhalten der Zellen nachgewiesen werden. Zur Untersuchung des migratorischen Verhaltens wurden die transfizierten Zelllinien Time-Lapse-mikroskopischen Untersuchungen unterzogen. Im Trend zeigte sich hier ein die Zellmigration hemmender Einfluss von TMPRSS4 und ein die Migration steigernder Einfluss von TFPI2. Jedoch war dieser Effekt nur bei den TFPI2-Knock-down-Zellen signifikant. Hinweise auf eine direkte Interaktion der beiden Zielgene zeigten sich zu keinem Zeitpunkt. Ein signifikanter Einfluss von TMPRSS4 oder TFPI2 auf das proliferative und migratorische Verhalten von Pankreaskarzinomzellen kann verneint werden. Untersuchungen zu Gewebsinvasion und Metastasierung sowie Apoptoseverhalten sind wünschenswert.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0538