Untersuchungen zu den Wirkungen von Flavon auf humane Kolonkarzinomzellen

Kolorektale Karzinome gehören in der westlichen Welt zu den häufigsten malignen Erkrankungen des Menschen. Bestimmte Lebensgewohnheiten wie körperliche Inaktivität, Rauchen, Alkohol und insbesondere auch die Ernährung haben einen maßgeblichen Einfluß auf die Entstehungshäufigkeit dieser Tumoren. Obs...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Erhart, Lisa Marie
Beteiligte: Göke, R. (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2013
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Kolorektale Karzinome gehören in der westlichen Welt zu den häufigsten malignen Erkrankungen des Menschen. Bestimmte Lebensgewohnheiten wie körperliche Inaktivität, Rauchen, Alkohol und insbesondere auch die Ernährung haben einen maßgeblichen Einfluß auf die Entstehungshäufigkeit dieser Tumoren. Obst und Gemüse scheinen eine protektive Wirkung hinsichtlich der Entwicklung gastrointestinaler Malignome zu haben. Dies ist insbesondere auf ihren Gehalt an Flavonoiden zurückzuführen, von denen über 4000 unterschiedliche in Obst und Gemüse nachgewiesen wurden. In dieser Arbeit wurde die Wirkung des Flavons 2-Phenyl-4H-1- benzopyran-4-one auf die Kolonkarzinomzelllinie HCT 116 untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, daß Flavon den Zellzyklus in der G2/M Phase arretiert und eine zytotoxische Wirkung auf HCT 116 Zellen ausübt. Diese zytotoxische Wirkung war durch einen Breitspektrum- Caspasehemmer blockierbar, womit gezeigt werden konnte, daß Flavon in der Lage ist, eine caspase-abhängige Apoptose zu induzieren. HCT 116 Zellen sind sogenannte Typ II Zellen, in denen eine Apoptose über den intrinsischen Apoptoseweg vermittelt wird. Weitere Experimente mit spezifischen Caspaseantikörpern und Caspasehemmern ergaben, dass Flavon in der Lage ist, diesen intrinsischen Apoptoseweg zu induzieren. Nach Inkubation von HCT 116 Zellen kommt es zu einer verminderten Expression des antiapoptotischen, mitochondrialen Proteins bcl2 sowie einer Aktivierung der Caspasen 9, 3, 8, 2, und 10. Normalerweise werden die Caspasen 8 und 10 über den extrinsischen Weg, vermittelt durch 49 Zusammenfassung death receptors aktiviert. Da dieser Weg in HCT 116 Zellen vermutlich nicht aktiviert werden kann, wird Caspase 8 am ehesten über Caspase 2 aktiviert, was als Möglichkeit aus früheren Arbeiten bekannt ist. Caspase 10 wird am ehesten über Caspase 1 aktiviert, welche vor allem bei Entzündungen eine Rolle spielt, aber wohl auch als Bindeglied zwischen Entzündung und Apoptose dient. Flavon ist darüberhinaus in der Lage, caspaseunabhängige Apoptosewege zu aktivieren. So führte eine Inkubation von HCT 116 Zellen mit Flavon zu einer Freisetzung des apoptosis-inducing factors (AIF), einem mitochondrialen, proapoptotischen Protein, das zu einer Fragmentierung der DNA und einer Chromatinkondensation führt. Da die Flavon-induzierte Apoptose jedoch fast vollständig durch den Breitspektrum Caspasehememr VAD-fmk hemmbar war, scheint eine casapase-unabhängige Apoptose bei der zytotoxischen Wirkung von Flavon eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2013.0508