Untersuchung zur Beurteilung des präoperativen Behandlungsverlaufs und der postoperativen Entwicklung mit beruflicher Reintegration bei Patienten mit atypischer Claudicatio

In der heutigen Gesellschaft ist die Inzidenz der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit deutlich zunehmend (1). Als Hauptursache ist mit ca. 95% die systemische Arteriosklerose Ursache der Erkrankung. Die verbleibenden ursächlichen Erkrankungen werden unter dem Oberbegriff der ‚atypischen Claud...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Fink, Sebastian
Beteiligte: Fendrich, Volker (Prof.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2013
Operative Medizin
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0274
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:In der heutigen Gesellschaft ist die Inzidenz der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit deutlich zunehmend (1). Als Hauptursache ist mit ca. 95% die systemische Arteriosklerose Ursache der Erkrankung. Die verbleibenden ursächlichen Erkrankungen werden unter dem Oberbegriff der ‚atypischen Claudicatio’ zusammengefasst. Insbesondere interessieren das Popliteale Arterielle Entrapment Syndrom (PAES) und die Zystische Adventitia Degeneration (ZAD). Beiden Erkrankungen gemein ist das streng lokalisierte Krankheitsgeschehen. Dies unterscheidet die atypische Claudicatio von der arteriosklerotisch bedingten Claudicatio und macht eine chirurgische kurative Therapie möglich. Die Patientendaten wurden aus dem gesamten Patientenpool der Chirurgischen Abteilung des Klinikums Marburg herausgesucht und die Patienten zur Verlaufskontrolle und Nachuntersuchung eingeladen. Sieben von acht ermittelten Patienten erklärten sich bereit an der Studie teilzunehmen. Auffallend ist eine relativ lange Zeit vom Auftreten der ersten Symptome bis zur tatsächlichen Diagnosestellung der atypischen Claudicatio. Im zeitlichen Verlauf wurden die unterschiedlichsten ambulanten und stationären Fachabteilungen besucht, durchschnittlich 4 Fachabteilungen mit rezidivierenden Vorstellungen, bis zur tatsächlichen Diagnosefindung. Hier entstanden sowohl für die Patienten als auch für das Gesundheitssystem viele unnütze Kosten und Schäden. Ist die richtige Diagnose der atypischen Claudicatio gestellt und ein rasches chirurgisches Therapiekonzept in die Wege geleitet, ist die Erkrankung kurativ behandelbar. Die postoperativen Liegezeiten betrugen durchschnittlich 8 Tage, die operativen Eingriffe werden als Standardeingriffe ohne erhöhtes Risiko eingestuft. Fünf der sieben Patienten beschrieben eine deutliche Besserung der vormals aufgetretenen Symptomatik mit erneuter Aufnahme der vormals betriebenen sportlichen Aktivitäten und beruflicher Reintegration. Letzte erfolgte bei den beiden berufstätigen Patienten innerhalb von höchstens 7 Tagen nach Entlassung aus dem Krankenhaus. In der Nachuntersuchung wurde bei keinem der Patienten ein erneutes Auftreten der Erkrankung fest gestellt. Es kam in allen Fällen zu einer Restitutio ad integrum. Zusammenfassend ist zu sagen, das die atypische Claudicatio in der vorliegenden Arbeit als schwer zu diagnostizieren einzuschätzen ist. Sobald jedoch die richtige Diagnose gestellt ist, ist aufgrund des streng lokalisierten Geschehens eine kurative chirurgische Therapie durchführbar. Dieser operative Eingriff wird heutzutage als Standardeingriff ohne erhöhtes perioperatives Risiko eingeschätzt. Mit dieser Arbeit wollen wir Bedeutung der atypischen Claudicatio hervorheben und ein größeres Bewusstsein für diese, einfach und kurativ zu behandelnde Erkrankung, schaffen.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0274