Diagnostische Wertigkeit von Untersuchungen zur Diagnostik des sekundären Armlymphödems bei Patientinnen mit Brustkrebs unter besonderer Berücksichtigung der ultrasonographischen Hautschichtendickemessung : Ergebnisse einer Multicenterstudie

Das sekundäre Lymphödem ist eine der häufigsten Komplikationen nach Therapie des Mammakarzinoms. Die wissenschaftliche Lage zur Diagnostik des Lymphödems ist schlecht. Die Erkrankung an einem Lymphödem bringt regelmässig erhebliche Langzeitfolgen, wie die Einschränkung der Lebens-qualität in nahezu...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Sabogal, Johanna
Beteiligte: Albert, Ute-Susann (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2011
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0136
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Das sekundäre Lymphödem ist eine der häufigsten Komplikationen nach Therapie des Mammakarzinoms. Die wissenschaftliche Lage zur Diagnostik des Lymphödems ist schlecht. Die Erkrankung an einem Lymphödem bringt regelmässig erhebliche Langzeitfolgen, wie die Einschränkung der Lebens-qualität in nahezu allen Lebensbereichen, mit sich. Daher sind frühzeitige Diagnosestellung und Therapiebeginn unabdingbar. Die primäre Fragestellung war, ob das Verfahren der ultrasonographischen Subcutisdifferenzmessung ausreichend diagnostische Güte besitzt und gegebenenfalls zur Stadieneinteilung des Lymphödems anhand eines ermittelten Schwellenwertes dienen kann. Als sekundäre Fragestellung wurde der Einfluss weiterer klinischer und anamnestischer Faktoren auf die Entwicklung eines Armlymphödems untersucht. In unserer prospektiven Multicenterstudie wurden ultrasonographische Untersuchungen an beiden Unterarmen bei 274 Patientinnen im Zeitraum von 02.05.2006 bis zum 17.01.2007 vergleichend durchgeführt. Die Subcutisdicke wurde als primärer Endpunkt mittels Mann-Whitney-U-Test, ROC-Kurven und Korrelationskoeffizient nach Pearson bei einem Signifikanzniveau von 5% analysiert. Zusätzlich aufgenommene Variablen wurden per Mann-Whitney-Test analysiert und deskriptiv ausgewertet. Es konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Subcutisdifferenz und dem Armlymphödem festgestellt werden: Für die Alternativhypothese bezüglich der Subcutisdifferenz als trennender Faktor wurde ein p-Wert von 0,135 ermittelt. Die ROC-Kurven, mit einer geschätzten Fläche unter der Kurve von 0,556 mit einem 95%-Konfidenzintervall (0,481; 0,631), weisen auf einen Mangel an diagnostischer Güte hinsichtlich Sensitivität und Spezifität hin. Der Korrelationskoeffizient nach Pearson für den Zusammenhang zwischen Subcutisdifferenz und Unter- bzw. Oberarm-umfangsdifferenz betrug r=0.059 bzw. r=0,133. Für den Zusammenhang zwischen Lymphödem und Umfangmessung wurde sowohl bezüglich der Oberarm- als auch der Unterarmmessungen ein p-Wert von p= 0,000 nach Mann-Whitney-Test bestimmt. Für den Zusammen-hang zwischen Lymphödem und BMI wurde ein p-Wert von p<0,001 errechnet. Die von den Patientinnen per Fragebogen ermittelte selbstberichtete Armsymptomatik wiesen einen signifikanten Zusammenhang zum Lymph-ödem auf (p-Wert von p<0,000 für den Arm-Score und p<0,001 für den Brust-Score). Anamnese und klinische Untersuchung zeigten, dass Patientinnen bereits mit Armlymphödem im Stadium I eine niedrigere Lebensqualität haben als Patientinnen ohne Ödem. Auch das Arbeitsleben und das gesellschaftliche Leben sind häufiger eingeschränkt. Die Differenz der Subcutisdicke ist unseren Ergebnissen zufolge kein günstiger Faktor zur diagnostischen Trennung. Somit konnten die vielversprechenden Ergebnisse von Balzarini et al12, Mellor et al52 und Van der Veen et al86 in unserer Studie nicht bestätigt werden. Der BMI hingegen konnte als Risikofaktor für die Entwicklung eines sekundären Armlymphödems identifiziert werden. Die Armumfangmessungen und die von den Patientinnen selbstberichtete Symptomatik weisen jeweils einen signifikanten Zusammenhang zum Lymphödem auf und es wird empfohlen beides zukünftig zur Früherkennung des Lymphödems in die Nachsorge der Brustkrebspatientinnen zu integrieren.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0136