Hypophysenbeteiligung, Knochendichte, Lebensqualität und Körperzusammensetzung bei Patienten mit multipler endokriner Neoplasie Typ 1.

Eine Hypophysenbeteiligung im Rahmen der MEN1-Erkrankung ist häufig. Ein regelmäßiges Screening bezogen auf eine Hypophysenbeteiligung ist sinnvoll und wichtig. Das Prolaktinom ist die typische Adenomform im Rahmen der MEN1-Erkrankung. Anders als in der Literatur beschrieben, zeigen die Hypophysenad...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Klüsener, Jennifer
Beteiligte: Kann, P.H. (Prof. Dr. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2011
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Eine Hypophysenbeteiligung im Rahmen der MEN1-Erkrankung ist häufig. Ein regelmäßiges Screening bezogen auf eine Hypophysenbeteiligung ist sinnvoll und wichtig. Das Prolaktinom ist die typische Adenomform im Rahmen der MEN1-Erkrankung. Anders als in der Literatur beschrieben, zeigen die Hypophysenadenome in dieser Studie ein gutes Ansprechen auf die medikamentöse oder operative Therapie. Auch ein überwiegendes Vorkommen von Makroadenomen im Rahmen der MEN1-Erkrankung konnte in dieser Studie nicht bestätigt werden. Nicht selten kommt es im Rahmen der MEN1-Erkrankung zu einer Verminderung der Knochendichte. Ein wichtiger Risikofaktor ist der unkontrollierte primäre Hyperparathyreoidismus. Die totale Parathyreoidektomie stellt mit ihrer niedrigen Rezidivrate eine geeignete Therapieform des pHPT im Rahmen der MEN1 dar. Es besteht jedoch ein relativ hohes Risiko für die Entwicklung eines Hypoparathyreoidismus. In der vorliegenden Studie konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den Z-Score Werten der Patienten mit isoliertem primären Hyperparathyreoidismus und den Patienten, bei denen zusätzlich zum pHPT eine somatotrope Insuffizienz, eine gonadotrope Insuffizienz oder ein Hypercortisolismus vorlag, festgestellt werden. Im Rahmen der MEN1-Erkrankung kommt es zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität. Die verschiedenen Manifestationen, wie der primäre Hyperparathyreoidismus, die Hypophysenbeteiligung oder die gastrointestinalen Tumore, können mit ihren Symptomen die Lebensqualität beeinflussen. Auch die Tatsache, dass die Patienten an einer erblichen Tumorerkrankung leiden, kann zu einer Verminderung der Lebensqualität führen. In der vorliegenden Studie zeigen sich vor allem in den Bereichen „Müdigkeit und Energieverlust“, „Erinnerung und Konzentration“ und in dem Bereich „emotionale Reaktion“ auffällige Werte. In der vorliegenden Studie lag bei einem Großteil der Patienten ein erhöhter Body Mass Index und eine prozentual erhöhte Fettmasse des Körpers vor. Ob die MEN1-Erkrankung Einfluss auf die Körperzusammensetzung nimmt, oder das erhöhte Vorkommen von Übergewicht und Adipositas Folge des Lebensstils in einer westlichen Industriegesellschaft mit Bewegungsmangel und ungünstigen Ernährungsgewohnheiten ist, konnte im Rahmen der Studie nicht differenziert werden.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2011.0839