Publikationsserver der Universitätsbibliothek Marburg

Titel: Der Resektionskantenstatus invasiver Mammakarzinome und seine Einflussfaktoren
Autor: Adam, Yasmin
Weitere Beteiligte: Barth, Peter Josef (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr: 2011
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2011/0721
DOI: https://doi.org/10.17192/z2011.0721
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2011-07218
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): Factors of influence regarding the margin status of invasive carcinoma of the breast

Dokument

Schlagwörter:
Krebs <Medizin>, Brustkrebs, Einfluss, Rezidiv, Mastektomie, breast cancer, Resektionskante, margin status, Risiko, Brusterhaltende Therapie, Histologie, risk factor,

Zusammenfassung:
Fragestellung: In zahlreichen Studien wurden Prognosefaktoren für das Auftreten von Lokalrezidiven untersucht und identifiziert. Einer der wichtigsten ist der Resektionskantenstatus. Weitaus seltener untersucht sind patientenbezogene und tumorbiologische Faktoren die das Risiko einer insuffizienten chirurgischen Primärtherapie erhöhen. Die vorliegende Arbeit hat sich ausschließlich der Untersuchung dieser Einflussfaktoren gewidmet. Patientinnen und Methoden: Das Patientenkollektiv in der vorliegenden Arbeit setzt sich zusammen aus 227 Patientinnen, die im Jahr 2006, aufgrund eines invasiv duktalen (IDC) oder invasiv lobulären Mammakarzinoms (ILC) im Universitätsklinikum Marburg operiert wurden. Im Rahmen einer retrospektiven Kohortenstudie wurden 26 patientenbezogene oder tumorbiologische Parameter mithilfe univariater und multivariater Testungen untersucht. Ergebnisse: Von den 227 Frauen des Studienkollektivs mussten 19,4% aufgrund von positiven Resektionskanten mindesten ein zweites Mal operiert werden. Mehr als ein Drittel (36,4%) dieser Patientinnen wiesen dabei kein invasives, sondern ausschließlich ein in situ Karzinom in den Schnittkanten auf. Faktoren die sich in der vorliegenden Studie in der abschließend multivariaten Testung als unabhängig einflussnehmend auf den Resektionskantenstatus herausstellten waren die Tumorgröße (p = 0,003), die Länge des Exzidats (p = 0,045), das Vorliegen eines DCIS (p = 0,001) und die primäre Operationstechnik (p = 0,001). Schlussfolgerung: Insgesamt bestätigen die Ergebnisse dieser Arbeit die Datenlage internationaler Studien. Bei Vorliegen eines DCIS-Anteils des Tumors und bei Tumoren die einen Durchmesser von 5 cm überschreiten sollte die Exzision des pathologischen Gewebes im Vorhinein großzügiger geplant werden. Da die Raten insuffizienter Primäroperationen bei Mastektomien signifikant niedriger waren, sollte immer eine besonders präzise Abschätzung des Risiko-Nutzen Werts einer brusterhaltenden Therapie erfolgen. Die Annahme dass invasiv lobuläre Karzinome, aufgrund ihres häufig dissoziierten Wachstums, häufiger primär unzureichend reseziert werden, konnte nicht bestätigt werden. Eine Erklärung hierfür könnte die gute präoperative Diagnostik mit entsprechender chirurgischer Therapieplanung sein.

Summary:
Background: Many risk factors for local recurrence in breast cancer have been identified, the most important one seems to be the resection margin status. But are there valid predictive factors that may help identify patients at risk for positive resection margin status? Methods: 227 female patients with either invasive ductal breast carcinoma (IDC) or invasive lobular breast carcinoma (ILC) that underwent breast conserving therapy (BCT) or mastectomy at the university hospital Marburg in 2006 were included. 27 different biological and tumorbiological characteristics were tested in univariate and multivariate analysis using the pearson chi square test and the binary logistic regression model. Results: The multivariate analysis identified tumor size (p = 0,003), surgical therapy (BCT vs. mastectomy) (p = 0,001), length of the resection specimen (p = 0,045) and simultaneous DCIS (p = 0,001) as significant independent predictive factors of the occurrence of positive resection margins. Conclusion: Positive resection margins are more likely to occur in patients with larger tumors, undergoing BCT than mastectomy and with simultaneous DCIS additional to the ILC/IDC. The risk for positive margins lessens with a wider excision. Therefore it is important to identify the volume of the tumor mass and the presence of DCIS carefully prior to the surgical therapy, to adequately choose the safest width of resection.


* Das Dokument ist im Internet frei zugänglich - Hinweise zu den Nutzungsrechten