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Titel: Coparenting:Das elterliche Zusammenspiel bei der Kindererziehung
Autor: Teubert, Daniela
Weitere Beteiligte: Pinquart, Martin (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr: 2011
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2011/0614
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2011-06143
DOI: https://doi.org/10.17192/z2011.0614
DDC: 150 Psychologie
Titel(trans.): Coparenting:The parental collaboration in childrearing

Dokument

Schlagwörter:
Erziehungsverhalten, Coparenting, Parenting, Coparenting, Fragebogenkonstruktion, Jugendalter, Metaanalyse, Adolescence, Cluster-Analyse, Psychological Assessment, Meta-Analysis, Clusteranalysis
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Zusammenfassung:
Das vorliegende Dissertationsprojekt widmete sich dem Thema Coparenting. Dabei handelt es sich um ein multidimensionales Konstrukt, welches das elterliche Zusammenspiel bei der Kindererziehung beschreibt. Im Rahmen des vorliegenden Dissertationsprojektes wird Coparenting als aus vier Dimensionen bestehend verstanden. „Kooperation“ beschreibt dabei den zwischenelterlichen Informationsaustausch über das Kind sowie deren wechselseitige Unterstützung bei der Kindererziehung. Bei „Übereinstimmung“ handelt es sich um eine indirekt erfassbare Dimension von Coparenting, definiert als das Ausmaß an Übereinstimmung zwischen den Eltern in ihren Ansichten zum Thema Kindererziehung. Unter „Konflikt“ werden beobachtbare Streitigkeiten der Eltern aufgrund von differierenden Ansichten zu Ansprüchen, Zielen und Regeln in der Kindererziehung verstanden. Durch einen Elternteil initiierte Grenzverletzungen zwischen dem Subsystem des Kindes und dem der Eltern werden als „Triangulation“ bezeichnet. Bisher beschäftigte sich vornehmlich die amerikanische Entwicklungspsychologie mit Coparenting. In der deutschen entwicklungspsychologischen Forschung hat dieses Konstrukt hingegen noch kaum Aufmerksamkeit erhalten. Im Rahmen von drei Studien widmete sich daher dieses Dissertationsprojekt dem Thema Coparenting. Studie 1 stellt eine meta-analytische Integration aller bis zum 31.03.2010 publizierten Studien zum Zusammenhang zwischen Coparenting und der psychosozialen Anpassung von Kindern und Jugendlichen dar. Die Ergebnisse belegen, dass sowohl quer- als auch längsschnittlich ein signifikanter Zusammenhang zwischen Coparenting und der psychosozialen Anpassung von Kindern und Jugendlichen besteht, auch wenn es sich dabei um kleine bis sehr kleine Effekte (Cohen, 1988) handelt. Das Ziel der zweiten Studie bestand in der Konstruktion eines deutschsprachigen Messinstrumentes (Coparenting Inventar für Eltern und Jugendliche, kurz CI-PA) zur Erhebung von Coparenting. Dieser Fragebogen wurde in drei parallelisierten Versionen (für Mütter, Väter und Adoleszente) entwickelt und differenziert zwischen Kooperation, Konflikt und Triangulation als direkt erfassbare Dimensionen von Coparenting. Die Resultate aus Studie 2 sprechen dafür, dass es gelungen ist mit dem CI-PA ein Messinstrument zu entwickeln, geeignet um Coparenting sowohl aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen (10 bis 18 Jahre alt) als auch aus der elterlichen Perspektive reliabel und valide zu erheben. Im Rahmen der dritten Studie wurden clusteranalytisch vier Familien-Typen identifiziert: “Negativ-Diskrepante-Familien” (die Eltern schätzen Coparenting positiver ein als die Jugendlichen), „Hochgradig-funktionierende-Familien“ (alle Befragten schätzen Coparenting als überdurchschnittlich positiv ein), „Kongruent-Negative-Familien“ (alle Befragten schätzen Coparenting als unterdurchschnittlich negativ ein) sowie „Positiv-Diskrepante-Familien“ (die Jugendlichen schätzen Coparenting positiver ein als die Eltern). Weiterführende Analysen zeigten, dass Jugendliche aus “Negativ-Diskrepante-Familien” im Vergleich zu ihren Peers aus den anderen drei Clustern am auffälligsten in ihrer psychosozialen Anpassung waren. So scheint der Zusammenhang zwischen der psychosozialen Anpassung von Jugendlichen und perzeptuellen Diskrepanzen zwischen Eltern und Jugendlichen in der Sichtweise auf Charakteristika ihrer Familien (hier Coparenting) durch Größe und Richtung dieser Diskrepanzen determiniert zu werden. Insgesamt konnte im vorliegenden Dissertationsprojekt belegt werden, dass es sich bei Coparenting um einen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen relevanten Aspekt des familiären Funktionierens handelt (Studie 1). Mit dem CI-PA steht nun ein reliables und valides deutschsprachiges Messinstrument sowohl für weiterführende Forschung zu Coparenting als auch für die psychologische Praxis zur Verfügung (Studie 2). Eine mögliche Fragestellung für an dieses Dissertationsprojekt anschließende Forschung stellt die längsschnittliche Untersuchung der in Studie 3 gefundenen Ergebnisse dar.

Summary:
The present dissertation project addressed coparenting. Coparenting has been conceptualized as a multidimensional construct, which describes the parental collaboration in childrearing. In the context of the present dissertation project coparenting is understood as consisting of four dimensions. Cooperation refers to the extent parents exchange information about their child and support each other as parents. The degree to which parents agree on different child-related topics is considered as another dimension of coparenting (agreement). Furthermore, conflict is defined as the extent of parental arguments or fights over childrearing. Finally, triangulation includes coalition formation between a child and one parent, and involvement of the child in parental conflicts. So far research on coparenting was missing within the German developmental psychology. Therefore, the present dissertation project comprehends three studies dealing with coparenting. Study 1 a meta-analytic review has integrated all published studies (up to 31.03.2010) on the relation between coparenting and child adjustment. The results showed that coparenting is both cross-sectional and longitudinal significantly associated with the psychological adjustment of children and adolescents. However, the effect sizes were generally small (Cohen, 1988). The purpose of the second study was to develop the Coparenting Inventory for Parents and Adolescents (CI-PA), which assesses with three parallelized versions (for mothers, fathers, and adolescents) cooperation, conflict, and triangulation as direct observable dimensions of coparenting. The results showed adequate psychometric properties of the adolescent (adapted for 10 to 18 years olds), mother, and father versions of the CI-PA. The third study used a cluster-analytic strategy to identify types of families in terms of parents’ and adolescents’ views of coparenting: “High-Functioning-Families” (all family members rated coparenting as above average positive), “Congruent-Negative-Families” (all family members rated coparenting as below average negative), Positive-Discrepant-Families” (adolescents scored their parents coparenting in more positive way than their parents), and “Negative-Discrepant-Families” (adolescents scored their parents coparenting in a more negative way than their parents). Adolescents from “Negative-Discrepant-Families” had the highest level of maladjustment. Accordingly, the results of study 3 suggest the importance of direction and magnitude of perceptual differences between adolescents and their parents for the link between such perceptual differences and adolescent maladjustment. In sum, the present dissertation project proved the importance of coparenting for the psychosocial development of children and adolescents (study 1). The newly developed CI-PA constitutes a questionnaire with convincing psychometric properties adapted for further research and psychological practice. An interesting option for further research may be a replication of the results of study 3 within a longitudinal study design.


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