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Titel: Lokales Staging beim Rektumkarzinom
Autor: Hesse, Julia Mahnaz
Weitere Beteiligte: Klose, Klaus Jochen (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr: 2011
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2011/0424
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2011-04244
DOI: https://doi.org/10.17192/z2011.0424
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): Local staging of rectal cancer

Dokument

Schlagwörter:
Cancer Staging, Mastdarmkrebs, COLORECTAL NEOPLASMS, NMR-Tomographie, Staging, Gastroenterologische Endosonographie, Endosonographie, Transrektale Endosonographie

Zusammenfassung:
Das Rektumkarzinom zählt zu den häufigsten malignen Neoplasien in den Industrieländern und ist gleichsam mit einer hohen Letalität behaftet. In den letzten Jahrzehnten vollzog sich ein Wandel im bis dato etablierten Therapieregime. Fortschritte im Bereich der Chirurgie im Sinne der von Heald eingeführten TME und die präoperative RCT führten zu einer deutlichen Verminderung der hohen Lokalrezidivrate, welche eines der Hauptprobleme des Rektumkarzinoms darstellt. Eine neoadjuvante RCT ist derzeit bei einem T-Stadium ≥ 3 oder einem positiven Nodalstatus indiziert. Die korrekte Definition der Tumorformel durch die komplementären Stagingverfahren Endosonographie und/oder MRT ist essentiell, um eine stadiengerechte Therapie zu gewährleisten und eine Überbehandlung durch Overstaging zu verhindern. Anhand dieser retrospektiven Studie sollte der Stellenwert von MRT und Endosonographie im klinischen Alltag mit Fokus auf Effektivität und Effizienz evaluiert werden. Hierzu wurden sämtliche Patienten mit der Erstdiagnose Rektumkarzinom in den Jahren 2005 bis 2007 und intern vollzogenem lokalen Staging in die Studie eingeschlossen. Bei 127 Patienten im Gesamtkollektiv war die Endosonographie bei fast jedem dritten Patienten technisch nicht durchführbar. Die Abhängigkeit von erfahrenen Untersuchern stellte ein zusätzliches logistisches Problem dar. Beides führte zu Zeitverzögerungen bei der Therapiefindung und -umsetzung. Der Einsatz der MRT zum lokalen Staging wurde bei jedem zweiten Patienten erforderlich. Dabei war die Durchführung der MRT bei drei Personen nicht möglich. Der Vergleich mit der Histopathologie beschränkte sich aufgrund des Studiendesigns auf die dominierenden Tumorstadien T2 und T3, deren genaue Differenzierung in Hinblick auf die therapeutische Konsequenz absolut entscheidend ist. Bei der Detektion eines wandüberschreitenden T3-Prozesses erwiesen sich beide Verfahren als gleichwertig. Die MRT konnte in Ihrem Patientenkollektiv allerdings besser zwischen T2- und T3-Tumoren differenzieren, was dazu beitragen könnte die Overstagingrate zu reduzieren. Die korrekte Einstufung des Nodalstatus blieb unverändert problematisch und bedeutet eine Herausforderung für alle beteiligten Fachdisziplinen. Die MRT stellt im klinischen Alltag scheinbar ein zunehmend unverzichtbares und wertvolles Instrument zum lokalen Staging des Rektumkarzinoms dar. Ihr Einsatz erscheint hier nicht nur wünschenswert, sondern vielmehr notwendig. Sie zeichnet sich durch eine bessere Praktikabilität bei geringer Versagerquote aus. Ihre Stärken liegen nicht in der exakten Zuordnung zum T-Stadium, aber in der zuverlässigen Vorhersage eines wandüberschreitenden (T3-T4) Prozesses. In Zusammenhang mit der häufig vorzufindenden Dominanz von T3-Tumoren und dem Ziel Prozessabläufe zu optimieren, wirft dies die Überlegung auf, die MRT als primäres Stagingverfahren einzusetzen und als eine Art Selektionsmittel für eine erfolgreiche Endosonographie zu nutzen. Entsprechend der therapeutischen Konsequenz würde eine gröbere Zuordnung des T-Stadiums in „wandüberschreitend“ (T3-T4) und „nicht-wandüberschreitend“ (T1-T2) ausreichen. Erst bei Zuordnung in die Kategorie „nicht-wandüberschreitend“ wäre eine Beurteilung des Nodalstatus obligat und ggf. eine zusätzliche Einschätzung durch die Endosonographie erforderlich. Es bleibt abzuwarten welche Rolle zukünftig das lymphotrope KM USPIO und der CRM spielen werden. Der in der MRT gut darstellbare CRM könnte in Hinblick auf eine gezieltere Selektion derjenigen Patienten, die von einer neoadjuvanten RCT profitieren, an Bedeutung gewinnen und die Bestimmung des T-Stadiums in den Hintergrund drängen.

Summary:
Rectal cancer is one of the most common form of cancer in the industrialized countries and is associated with a high lethality. In the last decades a change has taken place in treatment options. Developments in surgery such as Healds introduction of TME as well as preoperative radiochemotherapy have led to a notable decrease of high local recurrence rate which is a major problem in rectal cancer. A preoperative radiochemotherapy is indicated when a T-stage ≥ 3 or a lymph node involvement becomes apparent. Thus a correct definition of tumor stage by means of endosonography or complementary MRI is essential to provide adequate treatment modalities and to diminish the risk of overtreatment. This retrospective study aims to evaluate the significance of endosonography and MRI in general practice with focus on effectiveness and efficiency. Therefore all patients with rectal cancer diagnosed in between the years 2005 and 2007 and internally performed local staging were included in this study. From a total of 127 patients endosonography failed in nearly every third case due to stenotic tumor growth. The availability of an experienced examiner posed another problem. Both led to delay in diagnosis and treatment. The use of MRI was necessary in every second case and failed in three cases. Correlation with histopathological findings was restricted to dominating tumor stages T2 and T3, whose differentiation is essential for adequate treatment modalities. Both MRI and endosonography were equal in detecting wall penetrating T3 lesions, but MRI was better in distinguishing between a T2- and a T3 lesion. Correct classification of nodal stage was a general problem and still poses a challenge for all participating disciplines. In general practice the use of MRI seems to be not only desirable but necessary and is characterized by high practicability and a low failure rate. Not the exact definition of tumor stage but the reliable prediction of wall penetrating T3 or T4 lesions makes it a valuable and essential tool for local staging of rectal cancer. With regard to the predominance of T3 lesions and the intention to optimize process flows MRI might be used prior to endosonography and could serve as a filter for those tumor stages which are likely to succeed in endosonography. A classification in “not wall penetrating” (T1-T2) and “wall penetrating” (T3-T4) would be sufficient according to the treatment options. In consequence nodal staging would only be required in case of a “not wall penetrating” lesion. In the future the use of USPIO contrast agent might improve the prediction of nodal stage. The CRM still plays a marginal role in general practice but could gain importance as it announces a more specific selection of patients who benefit from preoperative radiochemotherapy.


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