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Titel: Systematische Untersuchung zur Prävalenz der Hämochromatose bei Patienten mit primär nicht insulinpflichtigem Diabetes mellitus
Autor: Stracke, Nadine
Weitere Beteiligte: Kann, Peter Herbert (Prof. Dr. Dr.)
Erscheinungsjahr: 2011
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2011/0242
DOI: https://doi.org/10.17192/z2011.0242
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2011-02424
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): Systematic analysis of the prevalence of hemochromatosis in patients with primary not insulin-dependent diabetes mellitus

Dokument

Schlagwörter:
Eisenstoffwechselstörung, Diabetes mellitus, Diabetes mellitus, Iron overload, Hemochromatosis, Hämochromatose

Zusammenfassung:
Bei der hereditären Hämochromatose handelt es sich um eine angeborene Erkran-kung des Eisenstoffwechsels, die zu einer abnormen Erhöhung der interstinalen Eisenresorption führt. Sie zählt mit einer Prävalenz von bis zu 0,5 Prozent in der Allgemeinbevölkerung und bis zu 1,3 Prozent unter Diabetespatienten zu den häufigsten vererbten Stoffwechselerkrankungen. Am häufigsten liegt ihr eine Mutation auf dem kurzen Arm des Chromosoms 6 zugrunde, bei der ein Austausch von Cystein nach Tyrosin an der 282. Aminosäure vorliegt (C282Y). Seltener findet sich ein Austausch von Histidin nach Asparagin an der 63. Aminosäure (H63D) sowie einen Aminosäureaustausches von Serin nach Cystein an der 65. Position (S65C). Die vier bisher bekannten Typen der Hämochromatose zeigen nach unterschiedlich langem symptomfreien Intervall klinische Symptome wie Leberfunktionsstörung, bräunliche Hautpigmentierung, Diabetes mellitus, Unfruchtbarkeit, Gelenkschmerzen und Herzerkrankungen. Ziel dieser Arbeit war es zu klären, wie häufig in einem untersuchten Kollektiv nicht selektierter primär nicht insulinpflichtiger Diabetiker mit einer bislang nicht bekannten Hämochromatose zu rechnen ist, und welche klinischen Indikatoren zu einer weitergehenden Diagnostik Anlass geben sollten. Aus diesem Grund wurden neben der leitlinienkonformen Bestimmung der Laborpa-rameter Eisen, Ferritin, Transferrin und Transferrinsättigung eine Anamnese erhoben sowie klinische Untersuchungen zu einzelnen Aspekten der Hämochromatose durchgeführt. Die Anamnese beinhaltete Fragen zu Alter, Größe, Gewicht und Ge-schlecht des Patienten. Das Vorliegen von einer Lebererkrankung, von Gelenk-schmerzen, von Zyklus- bzw. Potenzstörungen, von unerfülltem Kinderwunsch, von Herzschwäche, Luftnot oder Knöchelschwellung wurde im Arzt-Patienten-Gespräch erfragt. Die klinische Untersuchung legte besonderes Augenmerk auf die Inspektion des Hautkolorits, auf Palpation der Metacarpophalangealgelenke II und III sowie der Kniegelenke während des Beugens, auf die Bestimmung des Innenrotationsvermö-gens in den Hüftgelenken und auf die Abmessung der Lebergröße. Abschließend wurde bei allen Patienten, deren Eisenlaborparameter eine Veränderung im Sinne einer Hämochromatose aufwiesen, eine genetische Screeninguntersuchung auf die Mutationen C282Y, H63D und S65C durchgeführt. Unter den 297 untersuchten Patienten fanden sich zwei mit homozygoter C282Y-Mutation, zwei Patienten waren heterozygot für dieses Mutation und weitere vier zeigten eine Heterozygotie für die Mutation H63D. Während die Parameter Alter, Größe, Gewicht, Bodymassindex, Innenrotation im Hüftgelenk, Geschlecht, Zyklus- bzw. Potenzstörungen, unerfüllter Kinderwunsch, Herzschwäche, Luftnot oder Knöchelödeme, Hautpigmentierung und Krepitation im Kniegelenk keine eindeutigen Rückschlüsse auf das Vorliegen einer Hämochroma-tose zulassen, sind klinische Befunde in den Bereichen Lebergröße, Lebererkran-kung und Gelenkschmerz - im Besonderen in der proximalen unteren Extremität ein-schließlich Kniegelenk sowie in den Metacarpophalangealgelenken - klare Indika-toren für eine Hämochromatose. Für letztere sind in der vorliegenden Studie statis-tisch signifikante Unterschiede für das Vorhandensein einer der Hämochromatose zugrunde liegenden Mutation festgestellt worden. Damit eignet sich ein rein klinisch-investigatives Screening nach dem Vorbild dieser Studie mit geringem zeitlichen und monetären Aufwand als differenzierte Begründung für weitere kostenintensivere Untersuchungen. Insgesamt bleibt vorerst weiterhin die einmalige Bestimmung von Ferritin und Transferrinsättigung, wie es der von the American Association for the Study of Liver Diseases empfohlene Handlungspfad vorsieht, der bislang Erfolg versprechendste und mit 4,20€ für die Ferritinbestimmung und 0,85€ für die Bestimmung der Transferrinsättigung auch ein sehr kostengünstiger Weg, um Patienten, die von einer lege artis durchgeführten Aderlasstherapie profitieren können, zu identifizieren.

Summary:
Hereditary hemochromatosis is an autosomal recessiv disorder in which mutations in the HFE-gene cause increased iron absorption and irreversible tissue damage. The most frequent mutation is substitution of cysteine to tyrosine at amino acid 282 on the short arm of chromosome 6. Less frequent are the mutations H63D (histidine to asparagine at amino acid 63) and S65C (serine to cysteine at amino acid 65). The prevalence of hemochromatosis is described to be 0.5 percent in normal population and 1.3 percent in patients with diabetes mellitus. The clinical manifestation of iron accumulation include liver disease, skin pigmentation, diabetes mellitus, impotence, unfertility, arthropathy, heart failure. The main purpose of this study was to investigate how often patients with primary not insulin-dependent diabetes mellitus suffer from unknown hemochromatosis and which symptoms might give a hint at iron overload as original problem. Serum iron, serum ferritin, transferrin and transferrin saturation are measured, age, sex, height and weight are detected, furthermore clinical aspects are investigated by using a short questionnaire. Physical examination include skin pigmentation, magnitude of the liver, crepitation in the knee, arthropathy in the joints of the metacarpophalangeals of the second and third finger, range of motion in the hip. Finally - in case of suspision - genetic testing is performed. In this population of 297 patients two homocygous C282Y mutations, two heterocygous C2828Y mutations and four heterocygous mutations of H63D are detected. After a detailed analysis of the data the incidence of a big liver, liver disease, joint pain in the hip and knee as well as in the metacarpophalangeals of the second and the third finger is statistically significant for hemochromatosis. Although these results have to be affirmed by studies of larger scale, they give a first reference point which cheap and simple examinations are adequate to cause more cost-intensive examinations.


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