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Titel: Vergleich subjektiver Gesundheit mit Geschlecht und Rauchstatus in einer Stichprobe von Medizinstudenten
Autor: Stöckl, Martin Gallus
Weitere Beteiligte: Müller, Ulrich (Prof. Dr. Dr.)
Erscheinungsjahr: 2011
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2011/0236
DOI: https://doi.org/10.17192/z2011.0236
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2011-02363
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): Comparison of subjective health with sex and smoke status in a sample of medicine students

Dokument

Schlagwörter:
Subjective health, Sex, Gender, Rauchstatus, Rauchen, Smoke status, Geschlecht, Gesundheit, Geschlecht, Subjektive Gesundheit

Zusammenfassung:
Die Beurteilung der eigenen Gesundheit wird in der Literatur mit Mortalität und langfristigem Krankheitsoutcome in Assoziation gebracht. Oft ist ein Geschlechtereffekt festgestellt worden, der aber nur inkonsistent und zumeist erst im höheren Alter aufgetreten ist. Mittels eines Fragebogens wurden Daten von Marburger Medizinstudenten in Hinblick auf soziodemographische Eigenschaften wie subjektive Gesundheit, subjektive Fitness, Rauchverhalten und Versicherungsstatus, insbesondere mit Blick auf die Bildung der Eltern, gesammelt. Aus den Faktoren Bildung Eltern und die Art der Krankenversicherung wurde ein SES Index erstellt. Um verlässlichere Aussagen über die Fitness zu erhalten, wurde ein Fitnesstest mit 20 Kniebeugen durchgeführt. Die deutschen Studenten wurden separat untersucht. Die Ausländer stellten eine heterogene Gruppe dar, und wurde als Vergleichsgruppe hergenommen. Ein Geschlechtereffekt bei der subjektiven Gesundheit konnte nicht festgestellt werden. Von den meisten Studenten wurde die Gesundheit als sehr gut und gut bewertet. Nach einem Vergleich mit einer gleichaltrigen Bevölkerungsgruppe im ALLBUS (Allgemeine Bevölkerungsumfrage) trat zum Vorschein, dass sich die Medizinstudenten schlechter beurteilen. Die Studentinnen der ausländischen Gruppe gaben schlechtere Werte an als die Männer. Bei der Untersuchung des Rauchverhaltens trat zu Tage, dass Raucher ihre Gesundheit schlechter einschätzen als Nichtraucher. Dies erscheint bei Männern und Frauen bei den Antworten sehr gut und gut. Allerdings ist der Unterschied bei der Beurteilung zwischen subjektiver Gesundheit und Rauchstatus bei den Männern bei der besten Kategorie nicht so stark ausgeprägt wie bei den Frauen. In der Vergleichsgruppe der ausländischen Studenten konnten zum Rauchverhalten nur begrenzt Aussagen gemacht werden, da nur sehr wenige weibliche Studenten rauchen. Bei den Nichtrauchern fällt auf, dass sich auch hier die Frauen schlechter bewerten. Für zukünftige Untersuchungen sollten vielleicht noch Fragen gestellt werden, wann und ob Studenten mit dem Rauchen aufgehört haben, beziehungsweise es gegebenenfalls vorhaben. Ferner sollte die Studenten jährlich diesen Fragebogen ausfüllen, um Tendenzen im Rauchverhalten erkennen und analysieren zu können. Ein großer statistischer Zusammenhang von subjektiver Gesundheitseinschätzung und subjektiver Fitnesseinschätzung konnte durch objektive Fitness, die durch einen Fitnesstest festgestellt worden ist, nachgewiesen werden. Männer gaben eine bessere subjektive Fitness als die Frauen an. Für die Messung wurden die Studenten aufgefordert vor den 20 Kniebeugen den Ruhepuls zu messen, im Anschluss den Belastungspuls und eine Minute später den Entlastungspuls festzustellen. Mit Hilfe der 3 Werten konnte nach Reduktion der Daten mit Hilfe einer Faktorenanalyse ein Fitnessindex erstellt werden. Folgende Formel wurde entwickelt: 0.729 • (Pruhe) + 0.617 • (Pbelast) + 0.814 • (Pentlast) = Fitnessindex (Pruhe = Ruhepuls; Pbelast = Belastungspuls; Pentlast = Entlastungspuls eine Minute nach Belastung) Ein niedriger Fitnessindex weist auf eine gute Fitness hin, ein hoher auf eine schlechte Fitness. Der beste Wert lag bei 110,8 und der schlechteste bei 300 (Mittelwert 184). Mit Hilfe des erstellten SES Index wurde untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen erstelltem SES Index und Rauchstatus der Eltern, Rauchstatus der Studenten und Anzahl der gerauchten Zigaretten bestand. Es erfolgte eine Analyse getrennt nach Geschlechtern. Die ausländische Population stellte wie schon bei den vorherigen Untersuchungen eine Vergleichsgruppe dar. Es gab signifikante Zusammenhänge zwischen SES Index und dem Rauchstatus der Eltern. Sowohl bei Männern als auch bei den Frauen korrelierte eine geringe Anzahl an Zigaretten mit einem hohen SES Index. Bei der ausländischen Kontrollgruppe gab es keine signifikanten Ergebnisse. Diskussion: Bei Betrachtung der subjektiven Gesundheit traten bei den Medizinstudenten in Marburg (Raucher und Nichtraucher) keine Geschlechtsunterschiede auf, im Gegensatz zu vielfach beschriebenen Untersuchungen in der Literatur. Gründe dafür sind entweder das Alter oder eine zu niedrige Antwortbereitschaft der Männer bei Krankheit. Frauen sind trotz bestehender Krankheit bereit Angaben zu machen, so dass sie deshalb eine schlechtere subjektive Gesundheit aufweisen. Frauen wird oft unterstellt, dass sie sich vermehrt für gesundheitliche Themen interessieren, doch diesem Argument kann in dieser Untersuchung keine Bedeutung zugemessen werden. Vom Medizinstudenten wird erwartet, dass er sich, egal welchen Geschlechts, für Gesundheitsthemen interessiert. Zwischen subjektiver und objektiver Fitness gibt es einen starken Zusammenhang und eine hohe Korrelation von beiden mit der subjektiven Gesundheit. Letztendlich zeigte sich anhand der hier durchgeführten Untersuchungen, dass sich Rauchen negativ auf subjektive Gesundheit, subjektive Fitness und objektive Fitness bei beiden Geschlechtern auswirkt.

Summary:
The assessment of the own health is often associated with mortality and the longterm outcome of diseases. It’s well documented, that in many studies is a gender difference in self-rated health. These findings were inconsistent and they were often seen by elder people. Using a questionaire, students of medicine in Marburg were be asked about sociodemographic characteristics, partnership, self-rated health, self-rated fitness, smoking behaviour and type of health insurance (with a view of the education of the parents). Then it was made a socioeconomic status index with the factors parental education and health insurance. It would accomplished a physical fitness assessment with 20 knee bends, to get authentic informations about the physical fitness. The german students were assessed separately, because there was also a group of non-german students. They were compared with the german group. A gender effect at the subjective health wasn’t seen. Most of the students assessed themselves their health as optimal or good. After a comparison with peer in the ALLBUS (a representive German population data) medicine students have a worse health. The female students of the foreign nationals had a worser subjective health than the male. 2) The analysis of the smoke behaviour showed, that smoker have a worse subjective health than non-smoker. Male and female students often answered for their health-appraisal optimal and good. In the answer optimal female students had a bigger difference between smoker and non-smoker than male students. The foreign nations group exhibits only a few female smokers, so it was not able to make good statements. For further inquiries the students should give answers, if they had quit smoking or want to stop it in the near future. To get more informations about the smoking behaviour, it would be meaningful to ask the students every year. 3) A big statistical coherence of subjective health and subjective fitness could be demonstrated with the objective fitness. The objective fitness was detected with a fitness test. Men showed a better subjective fitness than women. The students measured the resting puls rate bevor they did 20 knee bends. Following the efforts they should measure their exercise pulse and one minute later the recovery pulse. To get one fitness index a data reduction by factor analyze with the following set phrase was made: 0.729 • (P rest) + 0.609 • (P exe) + 0.814 • (P rec) = fitness index A low fitness index exhibits a good fitness, and a high fitness index shows a bad fitness. The best account was at 110,8 and the worst at 300 (mean 184). 4) In the next step it was analysed, if there is a coherence between the socioeconimic status (SES) index and the parental smoke status, the smoke status of the students, and the number of cigarettes. The analyses were made for both sexes and german and foreign students. There were coherences between smoke status parents and SES index. A higher SES index was correlated with a low number of cigarettes. The foreign students showed no significant results. 5) Discussion: At the subjective health the medicine students (smoker and non-smoker) had no sex specific differences. The cause could be the low age, or the non-responses of male interviews at illness. Are women ill, they although answer the questions, wherefore they demonstrate a worse subjective health. Some could think, that women have more interests at health topics than man. But this is in that study not reasonable, because all medicine students should have increase interests at medicine topics. It was also found a strong connection between objective and subjective fitness and a connection of both to the self-rated health. Finally there was seen in this study, that smoking has a bad effect on subjective health, subjective fitness and objective fitness at both sexes.


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