Einfluss der Radioiodtherapie auf Tg-, TPO- und TSH-Rezeptor-Antikörpertiter bei Patienten mit Schilddrüsenautonomie und Autoimmunthyreopathie und mögliche Konsequenzen für das Qualitätsmanagement der Klinik für Nuklearmedizin

Nach der Radioiodtherapie können Antikörpertiterveränderungen auftreten, wobei der mögliche posttherapeutische Anstieg der Titer die Titerkontrollen vor und nach der Radioiodtherapie rechtfertigt. Mit ihnen lassen sich Risikopatienten für die Entwicklung einer Autoimmunthyreopathie nach der Radioiod...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Altwein, Sabine
Beteiligte: Höffken, Helmut (Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2010
Radiologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Nach der Radioiodtherapie können Antikörpertiterveränderungen auftreten, wobei der mögliche posttherapeutische Anstieg der Titer die Titerkontrollen vor und nach der Radioiodtherapie rechtfertigt. Mit ihnen lassen sich Risikopatienten für die Entwicklung einer Autoimmunthyreopathie nach der Radioiodtherapie identifizieren, bzw. mit ihnen kann eine AIT nach der RITh diagnostiziert werden. Gezeigt hat sich in der vorliegenden Arbeit, dass erhöhte TPO-AK-Titer vor der RITh einen Risikofaktor für die Entwicklung einer AIT nach der RITh darstellen. Ebenfalls als Risikofaktor zu werten, ist ein TRAK-Titer im Referenzbereich vor der RITh bei Patienten mit einer Autonomie. Da die Tg-AK-Titer im Schnitt bei über 20 % der mit Radioiod behandelten Patienten nach der Therapie über den Referenzbereich steigen, ist der Tg-AK-Titer bei jeder posttherapeutischen Kontrolle zu bestimmen. Die TPO-AK-Titer sinken bei der Mehrzahl der Autonomiepatienten nach der RITh in oder unter den Referenzbereich. Eine TPO-AK-Titerkontrolle nach der Therapie ist dennoch sinnvoll, da der TPO-AK-Titer gemeinsam mit dem Tg-AK-Titer den Hauptprädiktor für eine Hypothyreose darstellt. Bei einer 3,9%igen Inzidenz an AIT vom Typ Basedow nach der RITh ist es erforderlich, die TRAK-Titer nach der Therapie zu kontrollieren, um eine Autoimmunthyreopathie zu diagnostizieren, bevor der Patient ihn gefährdende oder belastende Symptome entwickelt. Da diese Antikörperbestimmungen für die Nachbehandlung der Patienten von essentieller Bedeutung in der Erkennung der Ursache für eine sich entwickelnde Hypothyreose oder Hyperthyreose und die weitere medikamentöse Therapiewahl sind, ist die Antikörpertiterkontrolle in festgelegten Zeitabständen in die erstellten Behandlungspfade und Arbeitsanweisungen zur Radioiodtherapie aufgenommen worden. Durch die vorliegende Antikörperstudie sind Schwankungen der Titer im Vergleich vor und nach der Radioiodtherapie nachgewiesen worden, deren klinische Relevanz durch die Einführung einer Antikörpertiterkontrolle nach vier Wochen überprüft werden sollte. Diese Arbeit hat eine Tendenz für die Entwicklung einer AIT vom Typ Basedow für Patienten gezeigt, bei denen vor der RITh TRAK-Titer innerhalb des Referenzbereichs nachzuweisen waren. Damit ist eine Basisarbeit zu weiteren Untersuchungen zum Thema Kortisonschutz bei der Radioiodtherapie geliefert worden, die zu weiteren Studien zur Dauer und Dosierung der Kortisongabe anregt.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0034