Dignitätsbeurteilung von abdominellen Lymphadenopathien im Power-Doppler-Ultraschall

EINLEITUNG: Die Einführung der Farbduplex-Sonographie und der Power-Doppler-Sonographie erbrachte bei der Differentialdiagnose peripherer Lymphadenopathien gegenüber der B-Bild-Sonographie, der Computertomographie und der Kernspintomographie eine deutliche Verbesserung von Treffsicherheit, Sensitivi...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Neumann-Silkow, Hannes
Beteiligte: Görg, Christian (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:EINLEITUNG: Die Einführung der Farbduplex-Sonographie und der Power-Doppler-Sonographie erbrachte bei der Differentialdiagnose peripherer Lymphadenopathien gegenüber der B-Bild-Sonographie, der Computertomographie und der Kernspintomographie eine deutliche Verbesserung von Treffsicherheit, Sensitivität und Spezifität (TSCHAMMLER 1997, TSCHAMMLER 2002). Eine Untersuchung abdomineller Lymphadenopathien in der PDS lag bis jetzt nicht vor. METHODE: In der vorliegenden Arbeit erfolgte die retrospektive Beurteilung von 88 in der PDS angefertigter Ultraschallbilder abdomineller Lymphknoten (39 reaktive Lymphknoten und 49 maligne Lymphknoten [24 maligne Lymphome und 25 Lymphknotenmetastasen]). Die Auswertung der Ultraschallbilder erfolgte anhand der folgenden 9 definierten intranodalen Perfusionsmuster: Hilusgefäß, Längsgefäß, periphere Gefäße, Gefäßanschnitte, subkapsuläre Gefäße, aberrante Gefäße, Perfusionsausfall, Gefäßverlagerung, Hypervaskularisation. Es sollten die relativen Häufigkeiten der einzelnen Perfusionsmuster bei malignen und benignen Lymphknoten berechnet und signifikante Unterschiede beschrieben werden. Des Weiteren wurde die Interobserver-Variabilität dieser Methode untersucht. Dazu wurden die 88 Ultraschallbilder von vier Untersuchern anhand der 9 Perfusionsmuster untersucht und deren Ergebnisse miteinander verglichen. ERGEBNISSE: 3 der 9 Perfusionsmuster zeigten ein signifikant häufigeres Auftreten bei malignen Lymphknoten (p< 0,05): aberrante Gefäße (p=0,025, positiv prädiktiver Wert 77%, Spezifität 87%, Sensitivität 34%), Perfusionsausfall (p=0,001, positiver prädiktiver Wert 86%, Spezifität 92%, Sensitivität 38%) und subkapsuläre Gefäße (p=0,001, positiver prädiktiver Wert und Spezifität je 100%, Sensitivität 24%). Hilusgefäß zeigte ein signifikant häufigeres Auftreten bei benignen Lymphknoten (p=0,038, positiver prädiktiver Wert 66,7%, Spezifität 87,8%, Sensitivität 30,8%). Unter den beiden malignen Lymphknotengruppen (maligne Lymphome und Lymphknotenmetastasen) war Hypervaskularisation signifikant häufiger bei malignen Lymphomen zu detektieren (p=0,049). Die Ergebnisse der Interobserver-Variance fielen für die einzelnen Perfusionsmuster sehr unterschiedlich aus. Für Längsgefäß und Hypervaskularisation waren insgesamt deutliche, für Hilusgefäße, aberrante Gefäße sowie fehlende Perfusion mäßige Übereinstimmungen zwischen den Untersuchern festzustellen. Bei den anderen Perfusionsmustern bestanden keine bzw. eine sehr geringe Übereinstimmungen. SCHLUSSFOLGERUNG: Es gibt 4 Perfusionsmuster in der Power-Doppler-Sonographie, die eine signifikant unterschiedliche Verteilung zwischen malignen und benignen abdominellen Lympknoten zeigen. Während Perfusionsausfall, aberrante Gefäße und subkapsuläre Gefäße ein signifikant häufigeres Auftreten bei malignen Lymphknoten zeigen, handelt es sich beim Hilusgefäß um ein benignitätstypisches Perfusionsmuster. Daneben fand sich Hypervaskularisation signifikant häufiger bei Lymphomen als bei Lymphknotenmetastasen. Die mäßigen Ergebnisse der Interobserver-Variance lassen vermuten, dass viel Erfahrung und ein ausführliches Training des Untersuchers in der Power-Doppler-Sonographie von abdominellen Lymphknoten notwendig sind. Dazu sind die Einschränkungen durch den retrospektiven Ansatzes dieser Arbeit zu beachten, da der Lymphknoten nur in einer Ebene beurteilt werden kann. Dies entspricht nicht der realen klinischen Situation, in der der Lymphknoten individuell durch den Untersucher in mehreren Ebenen beurteilt werden kann. Hierzu wäre ein prospektiver Ansatz notwendig.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0047