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Titel:Restrained Eating im Zusammenhang mit dem Leptin- und Insulinserumspiegel bei einem untergewichtigen Probandenkollektiv
Autor:Schenk, Eva-Maria
Weitere Beteiligte: Hebebrand, Johannes (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2008
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2008/0996
DOI: https://doi.org/10.17192/z2008.0996
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2008-09965
DDC: Medizin
Titel(trans.):Restrained eating in connection with leptin and insulin serum levels in underweight subjects
Publikationsdatum:2009-01-12
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
Insulin, Leptin, Restrained Eating, Insulin, Underweight, Untergewicht, Leptin, Restrained Eating

Zusammenfassung:
Der Begriff Restrained Eating wurde 1975 erstmalig in die Literatur eingeführt. Restrained Eating bezeichnet eine kognitive Kontrolle der Nahrungsaufnahme und eine Übersteuerung physiologischer Hunger- und psychologischer Appetenzsignale mit dem Ziel, durch die geringe Kalorienzufuhr eine Gewichtsreduktion und / oder Gewichtskonstanz zu erlangen. Es existieren mehrere Studien, die den Zusammenhang zwischen dem Konstrukt Restrained Eating und dem Hormon Leptin zeigen. So fanden von Prittwitz et al. (1997) in ihrer Studie heraus, dass bei untergewichtigen Personen mit Restrained Eating ein signifikanter Zusammenhang zu deren Leptinserumspiegel besteht. Sie konnten nachweisen, dass die Untergruppe von weiblichen untergewichtigen Restrained Eatern niedrigere Leptinserumspiegel hat als die der weiblichen untergewichtigen Unrestrained Eater. Zwischen den Gesamtkohorten (weibliche und männliche Probanden) der Restrained und Unrestrained Eater gab es jedoch keinen signifikanten Unterschied. Die vorliegende Dissertation hat das Ziel die Ergebnisse von von Prittwitz et al. (1997) anhand einer unabhängigen Kohorte von 121 untergewichtigen Personen (n = 84 Frauen; n = 37 Männer; ≤ 15. BMI Perzentile) zu überprüfen. Als Kontrollgruppe wurden 100 normalgewichtige Personen (n = 72 Frauen; n = 28 Männer; 40. - 60. BMI Perzentile) rekrutiert. Dies ergab eine Gesamtgruppe von 156 Frauen und 65 Männern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Anhand des Fragebogens zum Essverhalten wurde bei allen Probanden das Konstrukt „Restrained Eating“ abgefragt. Die Haupthypothese der Dissertation ist, dass untergewichtige Restrained Eater niedrigere Leptinserumspiegel als untergewichtige Unrestrained Eater aufweisen. Da in der Literatur ebenfalls ein Zusammenhang zwischen Restrained Eating und dem Insulinspiegel beschrieben wurde, ist die Zweithypothese, dass untergewichtige Restrained Eater niedrigere Insulinspiegel haben als untergewichtige Unrestrained Eater. Bei Betrachtung der Ergebnisse konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens der untergewichtigen Probandengruppe und Leptin gefunden werden; r = 0.083, p = 0.368. Teilt man die Gruppe der Untergewichtigen in Frauen und Männer auf, so konnte weder für die Gruppe der weiblichen Untergewichtigen (r = - 0.129, p = 0.243) noch für die Gruppe der männlichen Untergewichtigen (r = 0.116, p = 0.496) ein signifikanter Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens und Leptin gefunden werden. Nach durchgeführter Adjustierung für BMI ließ sich jedoch ein signifikanter Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens und Leptin in der weiblichen untergewichtigen Probandengruppe darstellen (r = 0.504, p = 0.033). Zur Belegung unserer Zweithypothese untersuchten wir den Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens der untergewichtigen Probandengruppe und dem Insulinspiegel. Dabei konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens der untergewichtigen Probandengruppe und dem Insulinspiegel gefunden werden (r = - 0.026, p = 0.783). Auch die getrennte Betrachtung von weiblichen und männlichen untergewichtigen Probanden in Bezug auf die kognitive Kontrolle des Essverhaltens und den Insulinspiegel ergab keine signifikanten Zusammenhänge (r = 0.119, p = 0.291 für die weiblichen Probanden ; r = 0.084, p = 0.647 für die männlichen Probanden). Zusammenfassend muss man aus den Ergebnissen schließen, dass weder die in der vorliegenden Dissertation aufgestellte Haupthypothese über den Zusammenhang zwischen Leptin und der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens bei einem untergewichtigen Probandenkollektiv, noch die aufgestellte Zweithypothese über den Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens bei einem untergewichtigen Probandenkollektiv bestätigt werden konnte. Einzig nach der Adjustierung für BMI ließ sich ein signifikantes Ergebnis zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens und Leptin bei dem weiblichen untergewichtigen Probandenkollektiv darstellen.. Weitere Studien zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Restrained Eating und dem Leptin- und Insulinserumspiegel wären hilfreich, diese Fragen eindeutig zu beantworten. Solche Studien sollten eine grössere Anzahl an Patienten einschliessen und potentielle Vereitelungen durch BMI und Körperfett% berücksichtigen.

Summary:
The term “restrained eating” was first introduced to the literature in 1975. Restrained eating describes the cognitive control of food intake and the override of physiological sensation of hunger with the ambition to loose or maintain weight through the reduced caloric intake. Several studies exist that demonstrate a connection between restrained eating and the adipocyte derived hormone leptin. For example, von Prittwitz et al. (1997) found a significant correlation between underweight restrained eaters and their serum leptin levels. The authors were able to show that female underweight restrained eaters have lower serum leptin levels than female underweight unrestrained eaters. On the contrary, in the entire study group (i.e., female and male subjects), no significant correlation between restrained and unrestrained eaters was found. This dissertation aimed to further examine the results from the study group by von Prittwitz et al. (1997) with an independent cohort of 121 underweight subjects (n = 84 females; n = 37males; ≤ 15. BMI percentile). As a control group, 100 normal weight subjects (n = 72 females; n = 28 males; 40. - 60. BMI percentile) were recruited. This resulted in a study group of 156 women and 65 men between the ages of 20 to 30 years old. The “Fragebogen zum Essverhalten”, the German version of the “Three-Factor Eating Questionnaire” was used to screen for restrained eating. The main hypothesis of this dissertation is that underweight restrained eaters have lower serum leptin levels than underweight unrestrained eaters. Since the literature also reports on a connection between restrained eating and insulin levels, our second hypothesis is that underweight restrained eaters have lower serum insulin levels than underweight unrestrained eaters. In the entire sample of underweight subjects, no significant correlation between the cognitive control of food intake and the serum leptin levels could be found. Even when divided into gender subgroups, no significant correlation between the cognitive control of food intake and serum leptin levels could be seen for underweight female subjects (r = - 0.129, p = 0.243) or underweight male subjects (r = 0.116, p = 0.496). After adjusting for BMI, a significant correlation between the cognitive control of food intake and serum leptin levels was revealed for the female underweight subjects only (r = 0.504, p = 0.033). The analyses of the results could not demonstrate a significant correlation between the cognitive control of food intake and serum insulin levels for the underweight group; r = - 0.026, p = 0.783. The separate examination of the female and male underweight subgroups was also not able to show a significant correlation between the cognitive control of food intake and serum insulin levels (r = 0.119, p = 0.291 for females; r = 0.084, p = 0.647 for males). In summary, neither the main hypothesis about the correlation between the cognitive control of food intake and serum leptin levels nor the second hypothesis about the correlation between the cognitive control of food intake and serum insulin levels could be verified. However, like in the study by von Prittwitz et al. (1997), a significant correlation between the cognitive control of food intake and serum leptin levels was demonstrated for the female underweight subjects, although this was only apparent after adjustment for BMI. More studies are needed that examine the relationship between cognitive control of food intake and leptin and insulin serum levels. Such studies should involve a greater number of patients and take to consideration the potential confounds of BMI and % body fat.


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