Klinische, funktionelle und radiologische Ergebnisse nach zementierten und zementfreien unicondylären Kniegelenksendoprothesen

Einleitung: Die Verwendung von unikompartimentellen Kniegelenksendoprothesen hat in den letzten Jahren unter anderem durch die Einführung der minimal-invasiven Operationsverfahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Im Gegensatz zur Totalprothetik, bei der mittlerweile die zementierte Verankerung der ti...

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Fischer, Frank
Beteiligte: Tibesku, Carsten O. (Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Einleitung: Die Verwendung von unikompartimentellen Kniegelenksendoprothesen hat in den letzten Jahren unter anderem durch die Einführung der minimal-invasiven Operationsverfahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Im Gegensatz zur Totalprothetik, bei der mittlerweile die zementierte Verankerung der tibialen Komponenten der zementfreien Verankerung als überlegen erwiesen ist, ist die Frage der Prothesenverankerung in der unicondylären Prothetik noch nicht eindeutig beschieden. Das Ziel der vorliegenden Studie war die klinische, funktionelle und radiologische Analyse von Patienten mit zementierten oder zementfreien unicondylären Kniegelenksendoprothesen. Methode: In einer retrospektiven Studie wurden alle Patienten, die im Zeitraum 1985 bis 1995 in einem peripheren Belegkrankenhaus eine unicondyläre Kniegelenksendoprothese erhalten hatten, nachuntersucht. Insgesamt konnten 106 von ursprünglich 113 Patienten in die Studie eingeschlossen werden. Hiervon hatten 42 Patienten eine zementierte und 64 Patienten eine zementfreie Kniegelenksendoprothese erhalten. 7 Patienten konnten nicht mehr erreicht werden oder waren zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung bereits verstorben. Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung wurden etablierte klinische Scores (VAS, HSS, KSS), ein Aktivitätsscore (UCLA) und Lebensqualitätsfragebogen (SF-36, WOMAC) angewendet, um beide Patientengruppen zu vergleichen. Daneben wurde eine radiologische Analyse zur Evaluation von Lysesäumen durchgeführt. Ergebnisse: Die klinischen und funktionellen Ergebnisse zeigten eine Überlegenheit der zementfreien Gruppe, welche allerdings auch im Schnitt 8 Jahre älter war als die zementierte Gruppe. Die radiologische Ergebnisse unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen, allerdings zeigten in beiden Gruppen ca. 7,7 % der Patienten Lysesäume, die größer als 1mm waren. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der vorliegenden Studie können keinen Nachteil der zementfreien Verankerung belegen. Die besseren klinischen und funktionellen Ergebnisse der zementfreien Gruppe müssen in erster Linie dem unterschiedlichen Altersspektrum und der zum Zeitpunkt der Indikationsstellung vorherrschenden Lehrmeinung über Verankerungen zugeschrieben werden. Für die Zukunft muss eine prospektive und randomisierte Studie zur endgültigen Klärung der Verankerungstechnik gefordert werden.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0477