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Titel:Die Lebensqualität von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen im Vergleich zur Normalbevölkerung
Autor:Schönfeld, Marion
Weitere Beteiligte: Mattejat, Fritz (Prof.)
Veröffentlicht:2008
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2008/0323
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2008-03232
DOI: https://doi.org/10.17192/z2008.0323
DDC: Medizin
Titel(trans.):The quality of life of children and adolescents with psychiatric disorders in comparison to the normal population
Publikationsdatum:2008-05-20
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
Child and Adolescent Psychiatry, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kind, Psychische Störung, Jugend, Quality of life, Psychiatric disorder, child, Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen, Lebensqualität

Zusammenfassung:
Die Lebensqualität stellt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ein relativ neues Thema dar. Das Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen (ILK, Mattejat et al., 1998) ist der erste Ratingbogen zur Lebensqualität im deutschsprachigen Raum, der speziell für den kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich entwickelt wurde. Die vorliegende Dissertation entstand innerhalb einer Studie zur Gewinnung von Normwerten für das ILK. Dabei lautet die Fragestellung: Wie unterscheidet sich die Lebensqualität der Normalbevölkerung von der psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher? Als Hypothese wird dabei angenommen, dass die Normalbevölkerung ihre Lebensqualität in allen Lebensbereichen höher einschätzt als psychisch Erkrankte und, dass dieser Unterschied unabhängig von der Behandlungsmodalität (ambulant oder stationär) auftritt. Methode: Die schriftliche Befragung von Eltern und ihren Kindern fand im Anschluss an ein mit randomisierten Telefonnummern durchgeführtes Telefoninterview statt. Den Personen, die zu dieser zusätzlichen schriftlichen Befragung bereit waren, wurde der ILK-Ratingbogen für ein Elternteil und das Kind, auf das sich das geführte Interview bezog, zugesandt. In den analysierten Datensatz gingen 305 Fragebögen von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren ein. Zum Vergleich der Lebensqualität der gesunden und psychisch erkrankten Kinder und Jugendlichen wurden die gewonnenen Daten aus der Normalbevölkerung mit bereits vorhandenen Daten aus einer multizentrischen klinischen Studie verglichen. Um konfundierende Faktoren auszuschließen bzw. zu kontrollieren, wurde dieser Vergleich mit der „matched-pair-Methode“ (Vergleich von Paarlingen, die nach Alter, Geschlecht und Schulform einander zugeordnet wurden) durchgeführt (Erstellung eines gematchten Datensatzes). Die Unterschiede wurden mithilfe von Effektstärken dargestellt und mittels des Wilcoxon-Tests auf Signifikanz untersucht. Ergebnisse: Im Vergleich der Gesamtstichprobe wird deutlich, dass die Kinder und Jugendlichen aus der Normalbevölkerung ihre Lebensqualität besser einschätzen als die psychisch erkrankten, wobei in allen Bereichen signifikante Unterschiede auftreten. Große Effektstärken ergeben sich für die Gesamteinschätzung und die durch Aufsummierung der Einzelitems gebildeten Scores. Auch im Vergleich der Normalbevölkerung mit den Teilstichproben (stationäre und ambulante Patienten) werden diese Unterschiede deutlich. Dabei sind die Effektstärken beim Vergleich mit ambulanten Patienten geringer als mit stationären Patienten. Diskussion: Entsprechend der Hypothese wurde die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen aus der Normalbevölkerung besser eingeschätzt als von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen. Dabei zeigte sich dieser Effekt wie erwartet sowohl bei stationär als auch bei ambulant behandelten Patienten. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist die Lebensqualität in die Therapieplanung einzubeziehen, um Problembereiche aufzudecken und konkrete Hilfestellungen zu geben. Dazu liefert diese Arbeit statistisch gesicherte Normwerte.

Summary:
Quality of life (QL) of children and adolescents with psychiatric disorders has recently become of interest in psychiatric research. The “Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen” (ILK, Mattejat et al., 1998) is the first German questionnaire that has been specificly designed for assessing QL of children and adolescents with psychiatric disorders. The dissertation was written as part of a study for collecting standard data from the German population. Object: The aim of this dissertation was to find out whether differences in QL exist between the normal population of children and adolescents and the clinical population consisting of children and adolescents with psychiatric disorders. The hypothesis of this study is that the normal population rates the QL higher than children and adolescents with psychiatric disorders and that this difference is independent from treatment (in-patient or out-patient). Method: Subjects for the normal population were found via telephone recruiting by using randomly created phone numbers. Following a telephone interview the ILK questionnaire was then sent to volunteers of this sample. It was filled out by one parent and the child the telephone interview was related to. The analysed sample consists of 305 children and adolescents from the age of 6 to 18 years. The collected data concerning QL were compared to the data from a clinical multicentered study. The matched-pair-method was used by forming pairs matched in aged, gender and type of school. Differences between samples were transformed in effect size and examined by Wilcoxon-test. Results: Children and adolescents from the normal population rated their QL higher than those with psychiatric disorders. Significant differences were found in every examined area of life. The biggest differences were found in the general QL assessment score and the sum of scores which was formed by adding up the items concerning different areas of life. Those differences were found independent of treatment. The effect size was bigger within the subsample of people with in-patient treatment. Conclusions: The results confirm the hypothesis that children and adolescents from the normal population rate their QL higher than those with psychiatric disorders. This was found independent from treatment condition. These results demonstrate the importance of considering QL for therapy planning. Problematic areas can thus be discovered and specific interventions and help can be given to patients with psychiatric disorders.


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