Bedeutung der intraoperativen Parathormonbestimmung für Reoperationen wegen Hyperparathyreoidismus

Die vorliegende Promotionsarbeit untersuchte unterschiedliche Methoden der Lokalisationsdiagnostik sowie die Einsatzmöglichkeiten der intraoperativen Parathormonschnellmessung bei Reoperationen aufgrund eines Hyperparathyreoidismus. Eingeschlossen wurden 20 konsekutiv operierte Patienten der Klini...

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Schmelz, Michael
Beteiligte: Zielke, A. (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2007
Operative Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die vorliegende Promotionsarbeit untersuchte unterschiedliche Methoden der Lokalisationsdiagnostik sowie die Einsatzmöglichkeiten der intraoperativen Parathormonschnellmessung bei Reoperationen aufgrund eines Hyperparathyreoidismus. Eingeschlossen wurden 20 konsekutiv operierte Patienten der Klinik für Viszeral- Thorax- und Gefäßchirurgie der Philipps Universität Marburg. Bei 11 Patienten war bisher eine Halsexploration erfolgt, neun Patienten waren wenigstens zwei Mal voroperiert. Je 10 primäre und sekundäre Erkrankungen lagen vor. Präoperativ wurde bei allen Patienten ein standardisierter Ablauf an Lokalisationsuntersuchungen einschließlich MRT, Technetium 99m SestaMIBI Szintigraphie, Sonographie des Halses und selektiver Venenblutentnahme der tiefen Halsvenen über eine Punktion der V. Femoralis durchgeführt. Die primären Fragestellungen dieser prospektiv angelegten Beobachtungsstudie waren: 1) Kann der intraoperative Parathormonschnelltest als Erfolgskontrolle der Operation, im Sinne eines biochemischen Schnellschnittes, eingesetzt werden und wie groß ist dessen Aussagekraft für die postoperative Normokalzämie? 2) Kann die intraoperative selektive Venenblutentnahme unter Verwendung eines PTH Schnelltests die präoperative selektive Venenblutentnahme ersetzen? 3) Wie Aussagekräftig ist die MRT Untersuchung verglichen mit der SestaMIBI Szintigraphie in einer Bevölkerung mit endemischen Schilddrüsenerkrankungen? 18 von 20 Patienten konnten mindestens 6 Monate postoperativ nachuntersucht werden. 13 Patienten waren normokalzäm, bei 5 Patienten lag eine Hyperkalzämie vor. Bei 15 aller 18 nachuntersuchten Patienten wurde der Zustand postoperativer Normo- oder Hyperkalzämie durch die intraoperative Parathormonmessung zutreffend vorhergesagt. Bei vier Patienten war die intraoperative Parathormonschnellmessung relevant für den Verlauf der Operation. In diesen vier Fällen wurde die Operation nach Exzision einer erkrankten Nebenschilddrüse aufgrund des intraoperativen iPTH Schnelltestes fortgesetzt und es wurden weitere erkrankte Nebenschilddrüsen gefunden. Die intraoperative Parathormonschnellmessung erwies sich daher als geeignetes Instrument zur Prognose einer postoperativen Normo- oder Hyperkalzämie und als geeignetes Hilfsmittel für die intraoperative Entscheidung eine Halsexploration fortzusetzen oder zu beenden. Die Technetium 99m SestaMIBI Szintigraphie wies eine Spezifität und eine positive Prädiktion von 100% auf. Da sie zusätzlich als einzige Untersuchungsmethode in der Lage war alle im Thymus oder Mediastinum gelegenen erkrankten Nebenschilddrüsen darzustellen stellte sie, mit einer Treffsicherheit von 79 %, die rationalste Eingangsuntersuchung vor einem Reeingriff aufgrund eines Hyperparathyreoidismus dar. In der Reihenfolge ihrer Treffsicherheit waren MRT (70 %) und Sonographie (69 %) Lokalisationsmethoden der zweiten Reihe. Sie eigneten sich lediglich zur Abklärung unklarer Befunde. Bei erkrankten Nebenschilddrüsen im Thymus oder Mediastinum, war die MRT der Sonographie überlegen, da durch sie noch vier von sechs erkrankte Nebenschilddrüsen intrathymal oder mediastinal dargestellt wurden. Durch die Sonographie gelang dies in keinem Fall. Gemessen an der Invasivität der Maßnahme und den erzielten Ergebnissen war die präoperative selektive Venenblutentnahme die am wenigsten geeignete Methode der Lokalisationsdiagnostik. Die intraoperative selektive Venenblutentnahme aus der V. jugularis interna bds. war der präoperativen deutlich überlegen (Treffsicherheit 89,6 % vs 65,4 %.