Konfigurationelle Analyse mit Multi-Value QCA als Methode der Vergleichenden Politikwissenschaft mit einem Fallbeispiel aus der Vergleichenden Parteienforschung (Erfolg Grüner Parteien in den achtziger Jahren)

Die Dissertation gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil wird die MVQCA Methode entwickelt und in den Kontext konfigurationell-vergleichender Analyse eingeordnet. Dazu wird zuerst die Gruppe der konfigurationell-vergleichenden Methoden allgemein vorgestellt und auf die Besonderheiten dieser Meth...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Cronqvist, Lasse
Beteiligte: Berg-Schlosser, Dirk (Prof.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2007
Politikwissenschaft
Schlagworte:
QCA
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die Dissertation gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil wird die MVQCA Methode entwickelt und in den Kontext konfigurationell-vergleichender Analyse eingeordnet. Dazu wird zuerst die Gruppe der konfigurationell-vergleichenden Methoden allgemein vorgestellt und auf die Besonderheiten dieser Methoden gegenüber anderen methodischen Ansätzen der Vergleichenden Politikwissenschaft eingegangen. Die von Charles Ragin (1987) entwickelte „Qualitative Comparative Analysis“ (QCA)-Methode wird im Detail vorgestellt, wobei die einzelnen Rechenschritte ebenso diskutiert werden wie eine Reihe von Problemen, welche mit der Analyse mit QCA verknüpft sind. Darauf folgend wird dann die mehrwertige Erweiterung von QCA, Multi-Value QCA, ausgearbeitet. Diese erlaubt es, mehrwertige Variablen (Konditionen) mit den Ideen von QCA zu analysieren. Damit ermöglicht MVQCA eine wesentliche Einschränkung dieser für die Vergleichende Politikwissenschaft wichtigen Methode zu überwinden, da QCA bislang auf die Benutzung dichotomer Werte angewiesen war. Abgerundet wird der Teil zur Methodenentwicklung mit einer Besprechung wesentlicher Anwendungsprobleme von sowohl MVQCA als auch QCA. Zur Illustration der Anwendung von MVQCA wird dann im zweiten Teil eine Studie zu dem Erfolg der Grünen Parteien in den achtziger Jahren durchgeführt. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, warum die in den siebziger und achtziger Jahren entstandenen Grünen Parteien in vielen Staaten erfolgreich waren, während dies in anderen Staaten nicht der Fall war. Neben der inhaltlichen Analyse soll die Untersuchung auch dem Zweck dienen, die Anwendungsbedingungen und Probleme von MVQCA aufzuweisen. Es sind bereits von anderen Autoren einige wichtige Faktoren des Erfolges Grüner Parteien bestimmt worden, allerdings existiert keine eindeutige Erklärung für den unterschiedlichen Erfolg Grüner Parteien. Dazu sollen zuerst kurz die wesentlichen Merkmale Grüner Parteien bestimmt werden, und festgestellt werden, welche Parteien überhaupt als „Grüne Parteien“ im Sinne dieser Untersuchung gelten. Aufbauend auf ältere Studien über den Erfolg Grüner Parteien werden dann erste wesentliche Bedingungen für deren Erfolg ausgemacht. Diese werden folgend mit Hilfe von MVQCA unter der Hinzunahme weiterer Konditionen zu einem einheitlichen Erklärungsmuster zusammengefügt, welches tatsächlich alle hier untersuchten Fälle zu erklären vermag. Dabei wird gezeigt, dass der Erfolg Grüner Parteien sowohl von politisch-institutionellen Grundbedingungen (Verhältniswahlrecht) wie auch von sozio-ökonomischen wie umweltpolitischen Faktoren abhängig war. Durch die Verwendung von MVQCA lässt sich zeigen, dass diese Faktoren, welche bereits in früherer Forschung untersucht worden sind, nicht einzeln für den Erfolg Grüner Parteien ausschlaggebend waren, sondern nur bei gleichzeitigem Auftreten eine konjunktionale Kausalerklärung für den Erfolg dieser Parteien darstellen können. Bei der Analyse der Erfolgsfaktoren der Grünen Parteien erwiesen sich somit zwei Eigenschaften der MVQCA Analyse als vorteilhaft: Zum einen konnte durch die direkte Implementierung nominaler Variablen wie dem Wahlrecht und dem Bau von Atomkraftwerken eine direkte Implementierung der vermuteten Thesen erfolgen, und so konnte auf eine möglicherweise fehleranfällige Dummy-Operationalisierung verzichtet werden. Zum anderen scheint der Erfolg Grüner Parteien tatsächlich eher mit einem komplexen Kausalmodell faßbar zu sein, da die Grünen Parteien nur in Staaten erfolgreich waren, in denen die gefundenen notwendigen Konditionen gemeinsam auftraten. Im Anhang befinden sich außer den für die Analyse des Erfolges Grüner Parteien benutzten Daten auch die Ausführungen zu den zur Berechnung in MVQCA selbst entworfenen Algorithmen, welche auch in TOSMANA, einem im Rahmen der Dissertation entwickelten Softwareprogramm zur QCA und MVQCA Analyse, enthalten sind.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2007.0620