Phänotypische Charakterisierung von Gewichtsabnahme und Appetitveränderungen bei Tumorpatienten

Die Tumorkachexie ist ein eigenständiges Krankheitsbild, das vor allem durch Auszehrung und körperlichen Verfall im Rahmen maligner Erkrankungen gekennzeichnet ist. Problematisch ist die Tatsache, dass es keine einheitliche Definition für die Tumorkachexie und keinen validierte Fragebogen zur Erhebu...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Zimmer, Sabiene
Beteiligte: Hebebrand, Johannes (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2007
Nervenheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die Tumorkachexie ist ein eigenständiges Krankheitsbild, das vor allem durch Auszehrung und körperlichen Verfall im Rahmen maligner Erkrankungen gekennzeichnet ist. Problematisch ist die Tatsache, dass es keine einheitliche Definition für die Tumorkachexie und keinen validierte Fragebogen zur Erhebung derselben. In dieser Arbeit ist eine dem Stand der Literatur entsprechende praktikable Einteilung der Tumorkachexie und im Rahmen der vorliegenden Untersuchung ein geeigneter Fragebogen zur Erfassung von Gewichts- und Appetitveränderungen entwickelt worden. Die Rekrutierung der an der Studie teilnehmenden Patienten hat an der Klinik für Hämatologie / Onkologie und Immunologie der Philipps-Universität Marburg stattgefunden, wo die Patienten von Oktober 2003 bis November 2004 anhand des entwickelten Fragebogens zum Verlauf ihres Gewichtes und Appetitveränderungen im Rahmen ihrer bösartigen Erkrankung befragt und in die entsprechenden Kachexiegruppen eingeteilt worden sind. Des weiteren ist für den Befragungszeitraum eine Statistik über das Patientenkollektiv der Hämatologisch / Onkologischen Ambulanz erstellt worden. Mit Hilfe der verwendeten Instrumente haben sich folgende Ergebnisse gezeigt: 1.) Insgesamt hat bei 21,5% der Patienten eine Kachexie vorgelegen. Vor allem Pa-tienten mit Tumoren der Lunge (27%), mit M. Hodgkin (28,6%) und mit Tumo-ren des Gastrointestinaltraktes, insbesondere des Äsophagus und Pankreas (35,7%), sind häufig von einer Tumorkachexie betroffen. Der höchste Anteil an kachektischen Patienten zeigt sich in der Gruppe derer mit Äsophaguskarzinomen (53,3%). 2.) Zwar können Tumorkachexie und Appetitverlust auch unabhängig voneinander auftreten, dennoch scheint ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Phänomenen zu bestehen. Patienten, die bereits bei Diagnosestellung unter Appetitveränderungen leiden, haben ein höheres Risiko, im Laufe ihrer Erkrankung eine Tumorkachexie zu entwickeln, als solche, deren Appetit unverändert ist. 3.) Ein Zusammenhang zwischen dem Höchstgewicht im Erwachsenenleben und der Entwicklung einer Tumorkachexie kann nicht ausgeschlossen werden. Der prämorbide BMI ist allerdings unabhängig von der Entwicklung einer Kachexie zu sein. 4.) Die Einschätzung der Patienten ob kachektisch oder nicht stimmt weitestgehend mit der Einteilung der M.-Hodgkin-Patienten und der Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen in Gruppe A oder B überein. Patienten mit den oben genannten Tumoren bzw. mit Appetitverlust bei Diagnose oder vor Therapie können als Risikogruppe verstanden werden. Trotz der eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten kann das Syndrom vor allem innerhalb der Risikogruppen durch eine frühe Diagnose therapeutisch beeinflusst und mögliche Behandlungskonzepte und -fehlschläge im Hinblick auf die Kachexie überdacht werden. Die in dieser Arbeit angewandte Methode hat sich als praktikabel und effektiv herausgestellt und könnte nach geringen optimierenden Veränderungen in weiteren klinischen Studien, zum Beispiel in kontrollierten Therapiestudien, zur Kachexiediagnose eingesetzt werden. In Zukunft wird es unbedingt notwendig sein, die Ursachen und Pathomechanismen der Tumorkachexie genauer zu erforschen und damit genauer verstehen zu können, warum wer in welchem Ausmaß