Untersuchungen zur Bedeutung des distalen Kolons für die Funktionsfähigkeit der enteroinsulären Achse

Die verstärkte Insulinfreisetzung nach oraler Glukoseeinnahme wird durch Freisetzung insulinotroper Darmhormone vermittelt. Während GIP als Inkretinhomon des oberen Dünndarmes höchstwahrscheinlich nach direktem Kontakt der Nahrung mit der Darmmukosa in das Blut freigesetzt wird, ist die Regulation d...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Samadi Ahadi, Nader
Beteiligte: Göke, R. (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2007
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die verstärkte Insulinfreisetzung nach oraler Glukoseeinnahme wird durch Freisetzung insulinotroper Darmhormone vermittelt. Während GIP als Inkretinhomon des oberen Dünndarmes höchstwahrscheinlich nach direktem Kontakt der Nahrung mit der Darmmukosa in das Blut freigesetzt wird, ist die Regulation der GLP-1-Freisetzung offensichtlich viel komplexer. Über spezifische Rezeptoren an den ß-Zellen der endokrinen Pankreas stimuliert es die Freisetzung von Insulin. Wir wissen, dass die intestinalen L-Zellen, die größtenteils in den distalen Darmabschnitten vorkommen, durch einen Kontakt mit den Nahrungsstoffen an deren apikalen Membranseite, durch Wirkung potentieller Mediatoren aus dem Kreislauf und dem neuronalen System an deren basolateralen Seite stimuliert werden können. In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage: welche Wirkung die GLP-1 reichen distalen Dickdarmsegmente auf die Kinetik der GLP-1-Spiegel und den Glukosestoffwechsl im Serum nach Nahrungsaufnahme haben? Zu diesem Zweck haben wir Patienten vor und nach distaer Darmresektion dem oraler Glukose-Toleranz-Test unterzogen und den Spiegel von GIP, GLP-1, Glukose und Insulin ermittelt. Obwohl theoretisch ausreichende Reserven an GLP-1 im gesamten Darm vorhanden sind, kommt es in meiner Untersuchung in der postoperativen Phase trotz höherer Glukosespiegel zu keiner erhöhten GLP-1-Ausschüttung in OGTT. Zieht man diese Tatsache in Betracht, muss man von einer relativ verminderten oder eine inadäquate Freisetzung von GLP-1 sprechen. Es ist auffallend, dass GIP die deutlichsten Veränderungen in den postoperativen Messungen zeigt. Dies könnte man im Rahmen der Anpassungsaktivitäten des Organismus bei reduzierter GLP-1-Freisetzung erklären. Meine Untersuchung zeigt, dass die Resektion der distalen Darmabschnitte den Glukosestoffwechsel beeinträchtigt und bestärkt die Annahme, dass die Endstrecke des Dickdarmes eine bedeutende Rolle in der Glukose-Homöostase spielt, welche durch die Regulierung der GLP-1-Spiegel vermittelt wird. Dies bedeutet, dass es funktionelle Verbindungen zwischen proximalen und distalen Anteilen des Dickdarms bestehen. Weitere Untersuchungen in dieser Richtung mit evtl. gleichzeitiger Manipulation die GIP-Sekretion könnten in der Zukunft eine definitive Bestätigung liefern.