Das immunhistochemische Profil metaplastischer Mammakarzinome unter besonderer Berücksichtigung muskulärer und myoepithelialer Marker

Zusammenfassung Metaplastische Mammakarzinome (MCBs) sind bei der histopathologischen Untersuchung stets eine diagnostische Herausforderung, insbesondere wenn sie in reiner Form, ohne invasive drüsige oder intraduktale Komponenten auftreten. Bei MCBs des spindelzelligen, angiomatoiden, adenosquamös...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Muck, Nicola
Beteiligte: Arps, Hartmut (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2007
Pathologie
Schlagworte:
p63
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Zusammenfassung Metaplastische Mammakarzinome (MCBs) sind bei der histopathologischen Untersuchung stets eine diagnostische Herausforderung, insbesondere wenn sie in reiner Form, ohne invasive drüsige oder intraduktale Komponenten auftreten. Bei MCBs des spindelzelligen, angiomatoiden, adenosquamösen, pleomorph riesenzelligen und chondro-osteomatös-matrixbildenden Typs ist vorrangig zu klären, dass diese Tumoren epithelialer Herkunft sind, obwohl sie mesenchymale Strukturen vortäuschen. Deshalb ist mit den zeitabhängigen Fortschritten in der Immunhistochemie immer wieder zu prüfen und zu fragen, welche Marker hier zuverlässig, zweckmäßig und kostengünstig einzusetzen und weniger Erfahrenen zu empfehlen sind. Denn ein in der klinischen Routine tätiger Pathologe sieht MCBs nur sehr selten und ist deshalb von den in der Literatur mitgeteilten Ergebnissen abhängig.Das Material für die vorliegende Studie dieser seltenen Tumoren entstammt dem Archiv des Mamma-Registers Fulda. Herausgesucht wurden alle MCBs, die von 1999 bis Anfang 2004 diagnostiziert wurden. Dabei fanden sich 57 Fälle. Die davon gewonnenen Schnitte wurden zur Analyse des Spektrums der zellulären Differenzierung der verschiedenen Typen metaplastischer Mammakarzinome mit einem Panel immunhistochemischer Marker untersucht, das neben einem Poly-Zytokeratin-Antikörper-Cocktail (AE1/AE3) und drei myoepithelialen Antikörpern (CD10, CK5/6, p63) auch drei muskuläre Antikörper (α-SMA, Calponin, h-Caldesmon) einschloss. Damit war es möglich, besonders in der spindelzelligen Tumorpopulation zwischen epithelialen und myoepithelialen Elementen einerseits sowie rein mesenchymalen myofibroblastären andererseits zu unterscheiden. Alle 57 Fälle wurden reklassifiziert und in sieben definierte Untergruppen eingeteilt. Bei der Sichtung und Gruppeneinteilung der 57 Fälle zeigte sich ferner, dass zusätzlich eine Unterteilung in „Reinformen“ und „Mischformen“ notwendig wurde, weil 14 Fälle Eigenschaften von zwei definierten Untergruppen aufwiesen und ein Fall sogar von drei. Im Gegensatz zur Grundidee von immunhistologischen Eigenschaften eines Karzinoms zeigten sich in der vorliegenden Untersuchungsreihe nur insgesamt 37 von 57 (64,9%) Tumoren Poly-Zytokeratin-positiv. p63 ist mit einer Expression in 40 von 57 untersuchten Tumoren (70,1%) der führende Marker des eingesetzten Panels. Damit untermauern die Ergebnisse eindrücklich die inzwischen bereits in der Literatur zu findende Empfehlung, p63 in das Panel für die Diagnostik des MCB aufzunehmen, zumal es sich um einen nukleären Marker handelt, der sich auch bei schwacher Farbintensität leicht identifizieren lässt. Außerdem ist p63 in einer Zusammenschau mit einem muskulären Marker geeignet, die myoepithelialen Anteile dieser Tumoren zu erkennen und zu quantifizieren, denn p63 wird nicht von Myofibroblasten und anderen Bystandern exprimiert, die muskuläre Intermediärfilamente enthalten. Alle MCBs sind sensu strictu nicht als heterogen, also in der Art unterschiedlicher zellulärer Herkunft, sondern als heteromorph, von sehr unterschiedlicher Gestalt, zu bezeichnen. Es ist also vielmehr als Hypothese anzunehmen, dass alle Subtypen des MCB von einer Basalzelle oder Progenitorzelle der Mamma abstammen und nicht, wie für die Mehrzahl der NOS-Mammakarzinome belegt, aus einer schrittweisen Kanzerisierung des sekretorischen luminalen Epithels hervorgehen. Es ist festzuhalten, dass sich mit der Aufnahme von p63 neben einem Poly-Zytokeratin-Antikörper und einem geeigneten muskulären Marker wie Calponin als festen Bestandteilen des Panels in der immunhistologischen Aufarbeitung spindelzelliger Brusttumoren die Sicherheit der Diagnostik wesentlich erhöhen lässt. Außerdem kann damit die Erforschung der formalen Pathogenese des MCB weiter vorangetrieben und vielleicht die Hypothese der Herkunft dieser Tumoren von so genannten Progenitorzellen erhärtet werden.