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Titel:Lymphknotenmetastasierung und Therapieresultate des muskelinvasiven Urothelkarzinoms der Harnblase
Autor:Weidemann, Christian
Weitere Beteiligte: Heidenreich, Axel (Professor Dr.)
Veröffentlicht:2006
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2006/0583
DOI: https://doi.org/10.17192/z2006.0583
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2006-05837
Publikationsdatum:2006-09-08
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.):lymph node metastases and results of therapy from urothelial carcinoma of the bladder

Dokument

Schlagwörter:
Lymphknotenmetastasen, Extracapsular extension, Radical cystectomy, Lymphknotenresektion, Extendierte Lymphadenektomie, Prognostic factors, Bladder cancer, Blasenkrebs, Lymphknotenkapseldurchbruch, Prognosefaktoren, Zystektomie

Zusammenfassung:
Im Rahmen der Dissertation wurde eine retrospektive Analyse von 196 Patienten mit einem Urothelkarzinom der Harnblase nach radikaler Zystektomie und pelviner Lymphadenektomie durchgeführt, um Prognosefaktoren für das Überleben zu identifizieren. Die Ergebnisse wurden bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 53,5 Monaten evaluiert. Bei 53 Patienten wurden Lymphknotenmetastasen histologisch gesichert, das mittlere Alter dieser Gruppe betrug 66,1 Jahre. Im Mittel wurden beim Gesamtkollektiv 16,5 (1 bis 52) Lymphknoten entfernt, wobei insgesamt 35 Patienten eine ausgedehnte Lymphadenektomie erhielten. Die Daten der lymphknotenpositiven Fälle wurden weitergehend untersucht, für einzelne bekannte sowie neue Faktoren erfolgte eine statistische Analyse hinsichtlich der Überlebensfunktion. Ein signifikanter Einfluss auf das Überleben wurde für die Faktoren „Grösse der befallenen Lymphknoten“ (p=0,026), „pT-Klassifikation“ (p=0,002) sowie „Größe des Blasentumors“ (p=0,005), ein hochsignifikanter Einfluss für „Lymphknotenkapselperforation“ (p=0,0002) und „Lymphangiosis carcinomatosa“ (p=0,0028) nachgewiesen. In der multivariaten Analyse wurden die Parameter „Lymphknotenkapselperforation“ (p=0,010) und „Größe des Blasentumors“ (p=0,061) als signifikant identifiziert. Patienten mit extendierter Lymphadenektomie und Lymphknotenbefall überlebten im Mittel 66 Monate, ohne Ausdehnung des Dissektionsgebietes 41 Monate, ein signifikanter Einfluss wurde jedoch statistisch nicht nachgewiesen (p=0,246). Eine adjuvante Chemotherapie ergab keine signifikante Verbesserung des Überlebenszeitraums (p=0,215), wobei die Patienten aus der Gruppe mit Lymphknotenbefall und Chemotherapie im Mittel mit 54 Monaten länger überlebten, als diejenigen ohne adjuvante Behandlung mit 28 Monaten. Neben bekannten histopathologischen Parametern wurde für die extranodale Tumorausbreitung ein hochsignifikanter Einfluss auf das Überleben ermittelt. Mit diesem neuen prognostischen Faktor konnte ein Marker von immenser klinischer Bedeutung identifiziert werden. Dieser Parameter, sowie möglicherweise hinsichtlich Chemoresistenz auch molekulare Marker, könnte in Zukunft die Patientenselektion bezüglich Radikalität der Operation und Wahl der adjuvanten Therapie beeinflussen. Die radikale Zystektomie sollte mit einer beidseitigen pelvinen Lymphadenektomie erfolgen. Patienten mit organbegrenztem Tumor und Lymphknotenmikrometastasen können von einer extendierten Lymphadenektomie profitieren. Es resultiert eine Verbesserung des progressionsfreien Überlebens, jedoch nicht des Gesamtüberlebens. Begonnene prospektive Studien müssen den potenziell kurativen therapeutischen Stellenwert einer extendierten Lymphadenektomie klären und einen Standard für die Ausdehnung der pelvinen Lymphknotenentfernung definieren.

Summary:
To analyze the prognostic impact of lymph node metastasis and the results of radical cystectomy 196 patients from 1993 to 2004 were evaluated in a retrospective study. 53 patient who were treated with radical cytectomy and pelvic lymphadenctomy and had postoperatively lymph node metastases were evaluated in regard to survival. In the univariate (p=0,0002) and multivariate (p=0,010) analysis extracapsular extension of LN metastases was the strongest prognostic factor. Other significant prognostic factors were lymphangiosis, dimension of metastatic nodes and tumor stage. The extracapsular extension is an important new clinical factor, this feature should be used to designate a separate pN category in the staging system and a standard for extension of pelvic lymphadenectomy.


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