"Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön" - Untersuchung zur religiösen Dimension des Physikunterrichts am Beispiel der elementaren Himmelskunde

In der vorliegenden Dissertation wird untersucht, ob an einer Evangelischen Schule neben einem von Vertrauen geprägten Umgangston, neben Religion als Pflichtfach, Andachten und gegebenenfalls einem Sozialen Praktikum nicht auch im Rahmen des ganz normalen Unterrichts so etwas wie eine religiöse Dime...

Full description

Main Author: Ahrens, Daniel
Contributors: Berg, Hans Christoph (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language: German
Published: Philipps-Universität Marburg 2006
Erziehungswissenschaft
Subjects:
Online Access: PDF Full Text
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Summary: In der vorliegenden Dissertation wird untersucht, ob an einer Evangelischen Schule neben einem von Vertrauen geprägten Umgangston, neben Religion als Pflichtfach, Andachten und gegebenenfalls einem Sozialen Praktikum nicht auch im Rahmen des ganz normalen Unterrichts so etwas wie eine religiöse Dimension zu finden ist, ob es also einen ‚Unterricht im christlichen Aufmerksamkeitshorizont’ gibt. Zunächst wird im genetisch-sokratisch-exemplarischen Ansatz des Physikdidaktikers Martin Wagenschein die weltanschauliche Komponente – einschließlich einer an Schleiermacher erinnernden Religiosität – herausgearbeitet. Um diese diffuse Religiosität in das christliche Denken zu verwurzeln, wurde die ontologische Theologie des Protestanten Paul Tillichs gewählt, ein Denkmodell, grundlegend und seriös genug, um systematisch-theologischen Einwänden standhalten, andererseits offen genug, um in den Dialog mit dem Naturwissenschaftler Wagenschein eintreten zu können. Es gelingt mit Hilfe Tillichs in der Physik, der Astronomie und im Physik- bzw. Astronomieunterricht religiöse Implikationen und letztlich eine religiöse Dimension aufzuspüren. Um möglichst konkret zu sein, untersucht die vorliegende Dissertation einen ganz be-stimmten Unterricht, nämlich den Anfangsunterricht im Bereich Astronomie, die elemen-tare Himmelskunde. Ein großer Praxisteil stellt unterrichtspraktische Versuche zur ele-mentaren Himmelskunde vor, zunächst vor allem an Wagenschein orientiert. Zwei Un-terrichtsdurchgänge am Landerziehungsheim in Goldern /Schweiz aus den Jahren 1990 und 1991 werden ausführlich dargestellt bzw. didaktisch-methodisch reflektiert. Der seitdem weiterentwickelte Lehrgang, seit 1996 an einer Normalschule – dem Evangelischen Gymnasium Lippstadt – regelmäßig unterrichtet, versucht diese weltanschaulichen Komponenten zu verstärken und zu einem Himmelskundeunterricht mit spirituellem Spürsinn, mit religiösem Fundament auszubauen.