Digitale Bibliothek der Universität Marburg
| Autor: |
Dickhut, Andreas |
| Titel: |
Herstellung und Charakterisierung
mesenchymaler Stammzellen bei Patienten nach allogener
Blutstammzelltransplantation |
| Titel (eng): |
Mesenchymal stem cells obtained after
bone marrow transplantation or peripheral blood stem cell
transplantation originate from host tissue |
| Erscheinungsjahr: |
2005 |
| Fachbereich: |
Medizin,
Philipps-Universität
Marburg |
| Institut: |
Innere Medizin |
| Format: |
Portable Document Format
(PDF 1.5M)
|
| URL: |
http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2005/0496/ |
| URN: |
urn:nbn:de:hebis:04-z2005-04964 |
| Andere Ausgaben: |
Dickhut A, Schwerdtfeger R,
Kuklick L, Ritter M, Thiede C, Neubauer A, Brendel C (2005):
Mesenchymal stem cells obtained after bone marrow
transplantation or peripheral blood stem cell transplantation
originate from host tissue. Ann Hematol. 2005
Nov;84(11):722-7 |
| DDC-Sachgruppe: |
610
Medizin |
Kurzfassung in
Deutsch:
Mesenchymale Stammzellen sind
bindegewebige Vorläuferzellen, die sich als Bestandteile des
adulten Knochenmarkstromas aus dem Knochenmark isolieren und
unter geeigneten Kulturbedingungen ex vivo expandieren
lassen. Die Zellen sind in der Lage, sich durch Teilung
selbst zu erhalten und verschiedenartig differenzierte
Tochterzellen hervorzubringen, so zum Beispiel Osteozyten,
Chondrozyten, Myozyten, Fibrozyten und Adipozyten. Die Frage,
ob mesenchymale Stammzellen im Rahmen einer allogenen
Blutstammzelltransplantation mit übertragen werden, konnte
bisher nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Ebenso ist
im Falle einer Über-tragung das Schicksal der Spenderzellen
im Empfängerorganismus unklar. In der vorliegenden Arbeit
sollte zunächst ergründet werden, ob mesenchymale Stammzellen
im Rahmen einer allogenen peripheren
Blutstammzelltransplantation mit übertragen werden. Dazu
wurden Leukapheresate von Spendern nach peripherer
Blutstammzelltransplantation im Vergleich zu Knochenmark von
Spendern nach Knochenmarktransplantation untersucht.
Desweiteren sollten bei Empfängern allogener peripherer
Blutstammzelltransplantationen und allogener
Knochenmark-transplantationen zu verschiedenen Zeitpunkten
nach der Transplantation mesenchymale Stammzellen aus dem
Knochenmark isoliert werden, um bei diesen den vom
Blutstammzellspender stammenden Mengenanteil zu ermitteln. Um
mesenchymale Stammzellen aus Leukapheresaten zu isolieren,
erfolgte zuerst eine Dichtegradientenzentrifugation, der sich
entweder die unmittelbare Zellkultur oder die Kultivierung
nach weiterer Auftrennung durch magnetische Zellsortierung
anschloss. Zur Isolation der mesenchymalen Stammzellen aus
dem Knochenmark wurden Knochenmarkaspirate von Empfängern
nach Blutstammzelltransplantation zunächst ebenfalls mittels
Dichtegradientenzentrifugation aufgetrennt und im Anschluss
die daraus gewonnene mononukleäre Zellfraktion kultiviert,
wobei die mesenchymalen Stammzellen durch die Wahl der
Kulturbedingungen selektioniert und expandiert wurden. Aus
den Zellen wurde dann die genomische DNS extrahiert und durch
Mikrosatellitenanalyse der Spenderzellanteil ermittelt. Es
wurden Leukapheresate von neun Spendern sowie Knochenmark von
zwei Spendern nach Transplantation bearbeitet. Aus den
Leukapheresaten konnten mit den verwendeten Methoden keine
mesenchymalen Stammzellen isoliert und angezüchtet werden.
Dagegen gelang dies aus dem Knochenmark problemlos. Bei den
Empfängern allogener Blutstammzelltransplantationen wurden
Knochenmark-aspirate von 34 Patienten aufgearbeitet, wobei
die Anzucht der mesenchymalen Stammmzellen bei Aspiraten von
27 Patienten, die zwischen 25 und 1334 Tagen nach
Transplantation gewonnen wurden, erfolgreich war. Von den 27
Proben stammen 18 von Empfängern nach peripherer
Blutstammzelltransplantation und neun von Empfängern nach
Knochenmarktransplantation. Bei vier der Patienten nach
peripherer Blutstammzelltransplantation war durch
Mehrfachanalysen die Darstellung eines intraindividuellen
Verlaufs möglich. Die Mikrosatellitenanalyse ergab in fast
allen untersuchten Fällen einen Spenderanteil von null
Prozent. Lediglich in zwei Proben nach peripherer
Blutstammzelltransplantation wurden schwache Spendersignale
detektiert, deren Anteil aber unter fünf Prozent betrug. Die
Ergebnisse der vorliegenden Arbeit verdeutlichen, dass
mesenchymale Stammzellen bei der allogenen
Knochenmarktransplantation mit übertragen werden, während im
Rahmen der allogenen peripheren Blutstammzelltransplantation
ihre Übertragung nicht gezeigt werden konnte. Zu
verschiedenen Zeitpunkten nach allogener
Blutstammzelltransplantation waren weder im Falle der
Knochenmark-transplantation noch bei der peripheren
Blutstammzelltransplantation mesenchymale Stammzellen des
Spenders im Knochenmark des Empfängers nachweisbar, während
die Blutzellen zum jeweils gleichen Zeitpunkt ein
Spenderprofil aufwiesen. Die klinische Bedeutsamkeit der
mesenchymalen Stammzellen des Spenders im Rahmen einer
Blutstammzelltransplantation ist vor dem Hintergrund der
Ergebnisse fraglich. Die Zellen, die während einer
Knochenmarktransplantation mit übertragen werden, könnten
immunologisch bedeutungsvoll sein, so beispielsweise im
Zusammenhang mit dem im Vergleich zur peripheren
Blutstammzelltransplantation verminderten Auftreten der
Graft-versus-Host-Disease.
Kurzfassung in
Englisch:
Mesenchymal stem cells (MSC)
obtained from human bone marrow have been described as adult
stem cells with the ability of extensive self-renewal and
clonal expansion, as well as the capacity to differentiate
into various tissue types and to modulate the immune system.
Some data indicate that leukapheresis products may also
contain non-hematopoietic stem cells, as they occur in whole
bone marrow transplantation (BMT). However, there is still
controversy whether MSC expand in the host after
transplantation like blood progenitor cells do. Therefore, we
were interested in finding out if graft MSC can be detected
in leukapheresis products and in bone marrow after BMT and
peripheral blood stem cell transplantation (PBSCT). Every
sample from total bone marrow transplants exhibited growth of
MSC after in vitro culture, but not one of nine leukapheresis
products did. In addition, bone marrow aspirates of 9
patients receiving BMT and of 18 patients after PBSCT were
examined for origin of MSC. Almost all MSC samples exhibited
a complete host profile, whereas peripheral blood cells were
of donor origin. We conclude that even if trace amounts of
MSC are co-transplanted during PBSCT or BMT, they do not
expand significantly in the host bone marrow.
| SWD-Schlagwörter: |
Stammzelle ,
Knochenmarktransplantation |
| Freie Schlagwörter (deutsch): |
mesenchymale
Stammzelle , periphere Blutstammzelltransplantation |
| Freie Schlagwörter (englisch): |
Mesenchymal stem
cells , Bone marrow transplantation , Peripheral blood stem
cell transplantation |
| Erstgutachter: |
Neubauer, Andreas (Prof. Dr.) |
| Tag der mündlichen Prüfung: |
2005-10-20 |
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