Hat die Dauer der Registrierzeit der funktionellen, arteriellen Sauerstoffsättigung des Feten einen Einfluss auf geburtshilfliche Parameter?

Die intrapartale Reflexionspulsoxymetrie ermöglicht als adjuvantes Verfahren bei suspekten und pathologischen Herzfrequenzmustern die kontinuierliche Messung der funktionellen arteriellen Sauerstoffsättigung (FSpO2) des Feten unter der Geburt. Zum heutigen Zeitpunkt sind die Ergebnisse der klinische...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Schröder, Katharina
Beteiligte: Kühnert, Maritta (PD Dr. med.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2004
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die intrapartale Reflexionspulsoxymetrie ermöglicht als adjuvantes Verfahren bei suspekten und pathologischen Herzfrequenzmustern die kontinuierliche Messung der funktionellen arteriellen Sauerstoffsättigung (FSpO2) des Feten unter der Geburt. Zum heutigen Zeitpunkt sind die Ergebnisse der klinischen Forschung jedoch sehr heterogen, so dass Wertigkeit und Zuverlässigkeit der intrapartalen Pulsoxymetrie nicht eindeutig belegt sind und sich dieses Verfahren im klinischen Alltag noch nicht etablieren konnte. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, zu überprüfen, ob die Dauer der Registrierzeit der fetalen Pulsoxymetriemessung einen Einfluss auf die geburtshilflichen Parameter Anzahl der Fetalblutanalysen, Geburtsmodus, pH-Wert aus der Nabelschnurarterie und Verlegungshäufigkeit der Neugeborenen hat, und ob dadurch eine Verbesserung in der klinischen Anwendung erreicht werden kann. In die retrospektiven Analyse wurden 48 Patientinnen eingeschlossen, bei denen subpartal suspekte oder pathologische fetale Herzfrequenzmuster, mindestens eine Fetalblutanalyse und eine Aufzeichnungszeit der fetalen Pulsoxymetriemessung von mindesten 60 Minuten vorlag. In Abhängigkeit von der Registrierdauer der FSpO2-Messung erfolgte eine Einteilung der Daten in zwei Kollektive. Der Grenzwert wurde bei 80 Prozent festgelegt. Nach allgemeiner Auswertung und statistischer Analyse ergaben sich folgende Ergebnisse: Die durchschnittliche FSpO2-Registrierung lag in Kollektiv A (N=27) bei 62,2% und in Kollektiv B (N=21) bei 88,5%. Zwischen der prozentualen Aufzeichnungszeit und der Anzahl der Fetalblutanalysen bestand kein signifikanter Zusammenhang (Chi2-Test: F=2,81). Auch zwischen Registrierdauer und Entbindungsmodus fand sich kein statistisch relevanter Zusammenhang (Chi2-Test: F=3,324 mit p=0,190). Zwischen Registrierdauer und arteriellen Nabelschnur-pH-Werten bestand kein signifikanter Zusammenhang (t-Test nach Student: tv=1,059; p=0,296). Eine Signalgewinnung von über 80% hat in der vorliegenden Studie damit das neonatale Outcome weder positiv noch negativ beeinflusst. Ein Zusammenhang zwischen FSpO2-Werten < 30% und arteriellen Nabelschnur-pH-Werten < 7,20 konnte ebenfalls in keinem der beiden Kollektive nachgewiesen werden (Pearson-Korrelationskoeffizient r=-0,137; p=0,352). Der Entbindungsmodus wies in Verbindung mit arteriellen Nabelschnur-pH-Werten < 7,20 einen relativen Unterschied zwischen den beiden Kollektiven auf: Bei einer Signalgewinnung von über 80% war die Rate an Spontangeburten höher, gleichzeitig aber auch die Rate an Nabelschnur-pH-Werten < 7,20. Dieser Unterschied war jedoch nicht signifikant (Chi2-Test: F=3,32; p=0,190). Hinsichtlich der Verlegungshäufigkeit der Neugeborenen ergibt sich zwischen den beiden Kollektiven ebenfalls kein signifikanter Verteilungsunterschied (Chi2-Test: F=0,003; p=0,959). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Dauer der Registrierzeit der fetalen Pulsoxymetriemessung keinen statistisch signifikanten Einfluss auf die geburtshilflichen Parameter Anzahl der Fetalblutanalysen, Geburtsmodus, pH-Wert aus der Nabelschnurarterie und Verlegungshäufigkeit der Neugeborenen hat.