Prospektive Pilotstudie an Patienten mit transpedikulärer DDS-Verschraubung bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen unter besonderer Berücksichtigung der Montagerigidität

Einleitung: Verschiedene klinische Studien beschäftigen sich derzeit mit der Rigidität dorsaler Spondylodesen. Eine zu rigide Instrumentation kann zur Anschlußinstabilität, zu materialbedingter Osteoporose und einer verminderten Lastverteilung vom Implantat auf die Spondylodesemasse führen. In eine...

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Grande, Michael
Beteiligte: Pfeiffer, Michael (Prof. Dr. med.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2004
Orthop
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Einleitung: Verschiedene klinische Studien beschäftigen sich derzeit mit der Rigidität dorsaler Spondylodesen. Eine zu rigide Instrumentation kann zur Anschlußinstabilität, zu materialbedingter Osteoporose und einer verminderten Lastverteilung vom Implantat auf die Spondylodesemasse führen. In einer prospektiven Pilotstudie sollten Erkenntnisse über die Zuverlässigkeit des DDS Instrumentars gesammelt werden. Um in einer geplanten prospektiven, randomisierten und kontrollierten Studie Unterschiede zwischen rigider und semirigider Instrumentationstechnik im klinischen Ergebnis nachweisen zu können, sollte eine Fallzahlenschätzung anhand der erhobenen Daten erfolgen. Die radiologische Auswertung sollte nach einer neuen präziseren Meßmethode durchgeführt und eventuelle Korrelationen zum klinischen Ergebnis geprüft werden. Material und Methoden: 52 Patienten mit der Indikation zur dorsalen Spondylodese (ausschließlich Tumoren, Spondylitis und Skoliose) wurden in diese prospektive Pilotstudie aufgenommen. Die Beeinträchtigung der Patienten wurde mittels standardisierter Fragebögen (Marburg Score, Aberdeen Score und Visuelle Analogskala) präoperativ, ein und drei Jahre postoperativ erfaßt. Die Zuordnung zu einem der beiden Operationsverfahren (rigide oder semirigide) geschah durch den Operateur, je nach Grad der Segmentinstabilität. Die Spondylodese erfolgte mittels DDS Instrumentarium in rigider (dorsal bzw. ventrodorsal) oder semirigider (dorsal unilateral Stab bzw. bilateral Kabel/Stab) Mittels Präzisionstechnik nach Frobin et al. wurden die digitalisierten Röntgenbilder ausgewertet. Ergebnisse: Eine rigide Instrumentation erhielten 36 und eine semirigide 14 Patienten Hinsichtlich Alter, Geschlecht, BMI, Anzahl und Höhe der fusionierten Segmente, klinischem und radiologischem Outcome und Komplikationsrate bestand kein Unterschied zwischen beiden Montageformen. Insgesamt verbesserte sich der Marburg Score (MS) für 84%, der Aberdeen Score (AS) für 80% und die Visuelle Analogskala (VAS) für 81% der Patienten. In der semirigiden Gruppe war es zur Ausbildung einer Pseudarthrose bei einem Patienten gekommen. In der radiologischen Auswertung zeigten beide Gruppen ein ähnliches Verhalten in den spondylodesierten Segmenten. Jedoch blieb in der rigiden Gruppe die intraoperativ erzielte Distraktion im proximal anschließenden Segment bestehen. Nach Auswertung der radiologischen Daten scheint das semirigide Verfahren die schonendere Methode für das sich proximal anschließende Segment zu sein. Eine Korrelation zwischen klinischem und radiologischem Ergebnis bestand nicht. In der Fallzahlenschätzung zeigte sich, daß für eine prospektive, randomisierte und kontrollierte Studie circa 320 Patienten (pro Gruppe 160) zur Feststellung signifikanter Unterschiede zwischen beiden Instrumentationsformen nötig sind. Schlußbemerkungen: Beide Instrumentationsformen führen zu gleich guten klinischen und radiologischen Ergebnissen. Bei entsprechender Indikation kann die semirigide Instrumentation für den Patienten von Vorteil sein, jedoch lag in dieser Studie kein randomisiertes Protokoll vor, da höhergradige Instabilitäten von vornherein der semirigiden Instrumentation vorenthalten wurden. Die sorgfältige Indikationsstellung bleibt wichtigste Voraussetzung für ein gutes klinisches Ergebnis. Eine zu lange präoperative Beschwerdedauer und langandauernde präoperative Arbeitsunfähigkeit kam neben der präoperativen Korsettversorgung als Prädiktor für ein schlechteres klinisches Outcome in Betracht. Auch ein präoperativ schwebendes Rentenverfahren muß als relative Kontraindikation beachtet werden.