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Titel:Evaluierung neurographischer Parameter bei diabetischer Neuropathie
Autor:Hahn, Markus
Weitere Beteiligte: Braune, Hans-Joachim (Prof. Dr. med.)
Erscheinungsjahr:2004
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2004/0487
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2004-04871
DOI: https://doi.org/10.17192/z2004.0487
DDC:610 Medizin, Gesundheit
Titel(trans.):Evaluierung neurographischer Parameter bei diabetischer Neuropathie

Dokument

Schlagwörter:
nerve conduction velocity, Diabetische Polyneuropathie, diabetes mellitus, Elektrophysiologie, Nervenleitgeschwindigkeit, neurography, Neurographie, Diabetes mellitus, diabetic neuropathy

Summary:
Diabetische Neuropathie ist eine häufige Folgeerkrankung des Diabetes mellitus (Type I oder II). Das klinische Erscheinungsbild dieser Erkrankung variiert stark von symptomfreien Verläufen bis zu schweren Verlaufsformen, die zu schwerwiegenden Behinderungen führen können oder sogar lebensbedrohlich verlaufen können, was häufig eine Folge einer autonomen diabetischen Neuropathie ist. Die Behandlung der diabetischen Neuropathie ist trotz großer Investitionen in die klinische Forschung nach wie vor geprägt durch eine wirkungsvolle Kontrolle des Blutglukosespiegels. Neben akuten Verlaufsformen, die häufig reversibel sind, dominieren chronische Verlaufsformen, wobei die distal symmetrische Form am häufigsten vorkommt. Diese Form verläuft in der Regel chronisch-progressiv, so dass einer frühzeitigen Diagnose und Intervention eine große Bedeutung zukommt. Die Vorteile von neurographischen Untersuchungsmethoden als diagnostische Verfahren hinsichtlich Reliabilität, Validität, Bedeutung und Patientensicherheit sind hinlänglich bekannt. In der Hand von medizinischem Fachpersonal liefert diese Methode aufschlussreiche Ergebnisse über die Funktion des peripheren Nervensystems. Diese Studie wurde durchgeführt mit einem Vergleich von gesunden Probanden (im Sinne der Diagnose diabetische Neuropathie) und Patienten mit gestörter Glukosetoleranz oder manifestem Diabetes mellitus, für die der Verdacht einer diabetischen Neuropathie bestand. Ziel der Studie war die Identifizierung weiterer neurographischer Parameter, um eine Differenzierung der zwei Patientengruppen und damit möglicherweise eine frühzeitigen Diagnose der diabetischen Neuropathie zu erlangen. Diese Parameter sollten die bereits angewandten Parameter der maximalen Nervenleitgeschwindigkeit sowie der Amplitude des Muskelsummenaktionspotentials ergänzen. Die Evaluierung von anderen Parametern wie weiteren Nervenleitgeschwindigkeiten, positiver bzw. negativer Amplitude oder Quotienten von Intervallen, Amplituden oder Flächen ergab statistisch signifikante Unterschiede zwischen beiden Patientengruppen, aber auch für die beschriebenen Standardparameter wurden statistisch signifikante Unterschiede festgestellt. Diese Ergebnisse könnten dadurch erklärt werden, dass in Patientengruppe 2 das Durchschnittsalter bedeutend höher war im Vergleich zu Patientengruppe 1. Zusätzlich könnte in Gruppe 2 die Progression der diabetischen Neuropathie weiter vorangeschritten sein, so dass eine weitere Studie mit Patienten in einem früheren Erkrankungsstadium sowie einer vergleichbaren Altersstruktur die frühzeitige Diagnose der diabetischen Neuropathie verbessern könnte.

Zusammenfassung:
Diabetic neuropathy is a frequent complication of patients suffering from diabetes mellitus (either type I or type II diabetes). The clinical picture of this disease varies widely from non-symptomatic courses to severe disabling and potential life-threatening cases, mostly due to autonomic neuropathy. The treatment of diabetic neuropathy is despite huge investments in clinical research mostly related to an effective control of blood glucose levels. Beside acute courses of diabetic neuropathy, which tend to remit, most patients suffer from chronic courses of diabetic neuropathy, where distal symmetric neuropathy is the most common course of disease. These cases are usually chronic progressive, therefore early diagnosis and intervention is mandatory. The advantages of neurographic testing as diagnostic tool in terms of reliability, validity, relevance, and patient s safety is well accepted. Used by medical professionals this method provides information about the functional status of the peripheral nervous system. This study was conducted comparing normal subjects and patients with diabetes mellitus or impaired glucose tolerance, who with suspicion of diabetic neuropathy. The aim of this study was to identify additional neurographic markers who can differentiate between the two patient groups in order to possibly provide a diagnostic tool for the early di-agnosis of diabetic neuropathy. These markers should supplement the markers already es-tablished so as maximum nerve conduction velocity or amplitude of the compound muscle action potential. The evaluation of further markers so as further conduction velocities, posi-tive/negative amplitudes, quotients of intervals/amplitudes/areas revealed significant differ-ences between the two patient groups, nevertheless also the standard markers demon-strated significant differences. These findings could be related to the fact, that the average age in group 2 with diabetic patients was substantially higher than in group 1 with normal subjects. In addition the progression of diabetic neuropathy could be more advanced, so that an additional study with patients in an earlier stage of disease and comparable age could im-prove the diagnosis of early diabetic neuropathy.


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