Untersuchung zur Genauigkeit verschiedener Abformmethoden in Kombination verschiedener Abformmaterialien bei Verwendung des Brånemark®-Implant-Systems

Im Laufe der letzten zwanzig Jahre hat sich die orale, enossale Implantologie zu einem anerkannten Therapieverfahren entwickelt. Die Anzahl der implantatprothetisch versorgten Patienten nimmt stetig zu. Um diese hochwertigen Versorgungen herzustellen bedarf es eines Höchstmaßes an Präzision eines je...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Glockengießer, Jörg
Beteiligte: Wenz, Priv.-Doz. Dr. H.-J. Wenz (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2003
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Im Laufe der letzten zwanzig Jahre hat sich die orale, enossale Implantologie zu einem anerkannten Therapieverfahren entwickelt. Die Anzahl der implantatprothetisch versorgten Patienten nimmt stetig zu. Um diese hochwertigen Versorgungen herzustellen bedarf es eines Höchstmaßes an Präzision eines jeden Arbeitsschrittes, wobei die Abdrucknahme und die Herstellung von Präzisionsmodellen zentrale Punkte bei der Anfertigung dauerhafter Versorgungen sind. Ziel der vorliegenden Arbeit war deshalb die Untersuchung der Genauigkeit verschiedener Abformtechniken mittels unterschiedlicher Abformmaterialien bei Verwendung des Brånemark®-Implantat-systems, indem sowohl die hergestellten Modelle als auch die Abformungen vermessen wurden. Auf der Basis eines simulierten Patientenfalles wurde ein Kunststoffmodell mit fünf parallel inserierten Brånemark®-Implantaten hergestellt. Um dieses Modell reproduzierbar abzuformen, kam eine speziell entwickelte Abformvorrichtung zur Anwendung. Dieselbe Apparatur wurde zusätzlich für die Modellherstellung verwendet. Folgende Techniken und Materialien wurden untersucht: 1. Geschlossene Abformtechnik (Pfosten wird reponiert) mit den Materialien Monopren® transfer und Provil® P / M.C.D. (Doppelmisch- und Korrekturtechnik) 2. Offene Abformtechnik (Pfosten verbleibt in Abformung) mit den Materialien Impregum®, Baysilex® C.D., Monopren® transfer und Provil® P / M.C.D (Doppelmischtechnik) Es wurden mit jeder Material/Technikkombination fünf Abformungen und fünf Modelle hergestellt. Die verwendeten Abformpfosten und Modellimplantate wurden innerhalb der Versuchsreihe wiederverwendet. Die Implantatabstände wurden in zehn Messstrecken unterteilt und in der Horizontalebene mittels eines elektronischen Messmikroskops TP 300 der Firma Leitz mit einer Genauigkeit von ±7 µm ermittelt. Vermessen wurden die Abformungen vor der Modellherstellung sowie die hergestellten Superhartgipsmodelle. Die geringsten Abweichungen entstanden bei den Abformungen bei den monophasigen Materialien unter Anwendung der offenen Abformtechnik, die höchsten Abweichungen bei Monopren/geschlossen sowie bei Provil K/geschlossen. Es ergaben sich für die Abformungen mit der offenen Technik signifikant präzisere Reproduktionen des Urmodells. Ein ähnliches Bild zeigt sich für die Wiedergabe der Messstrecken der Modelle. Der gewählte Ansatz der Untersuchung sah eine Vermessung von Abformungen und Modellen vor, erlaubte somit eine genaue Analyse des entstandenen Fehlers und ermöglichte Rückschlüsse darüber, ob Fehler, die durch die Abformung entstanden waren, auf dem Modell reproduziert wurden, oder ob die Fehler der Modelle unabhängig von denjenigen der Abformungen auftraten. Die durchgeführte Korrelationsanalyse ergab eine höchst signifikante mittlere Korrelation für die Kombinationen Impregum offen (r = 0,501***) und alle geschlossenen Kombinationen (r = 0,514*** 0,634***). Es wurde weiterhin untersucht, ob bei mehrfacher Verwendung der Übertragungsaufbauten und Modellimplantate die Präzision der ermittelten Werte abnimmt. Bei viermaliger Wiederverwendung dieser Implantatteile konnte keine signifikante Abnahme der Übertragungsgenauigkeit festgestellt werden.