Publikationsserver der Universitätsbibliothek Marburg

Titel:Psychotische Störungen und Drogenmissbrauch bei Jugendlichen
Autor:Priemer, Kerstin
Weitere Beteiligte: Remschmidt, Helmut (Prof. Dr. Dr.)
Erscheinungsjahr:2004
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2004/0105
DOI: https://doi.org/10.17192/z2004.0105
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2004-01056
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.):Psychotic disorders and drug abuse in adolescents

Dokument

Schlagwörter:
adolescentes, drogeninduzierte Psychose, Schizophrenie, substance-induced, Jugend, psychoses, Drogenmissbrauch, comorbidity, schizophrenia, Psychose

Zusammenfassung:
Fragestellung: Die Abgrenzbarkeit adoleszenter Patienten mit einer drogeninduzierten versus einer schizophrenen Psychose und Drogenkonsum wird bezüglich der Belastung mit prämorbiden Symptomen sowie der initialen Psychopathologie bei stationärer Aufnahme anhand einer klinischen Inanspruchnahmepopulation der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Philipps-Universität Marburg und des Heilpädagogischen Kinder- und Jugendwohnheims ?Leppermühle? in Großenbuseck evaluiert. Desweiteren werden der Zusammenhang zwischen Drogenkonsummuster, familiärem Hintergrund und Lebensalter als mögliche prädiktive Wertigkeiten für die Entwicklung einer drogeninduzierten Psychose untersucht. Methodik: Es wurden alle Patienten mit einem komorbidem Substanzabusus unter Verwendung einer Kinder- und Jugendlichen Version des IRAOS (Instrument of the retrospective assesment of the onset of schizophrenia, Häfner et al., 1990) in die Evaluation eingeschlossen. Patienten mit einer drogeninduzierten Psychose (n=8; Gruppe 1) wurden im Vergleich zu schizophren erkrankten Patienten und komorbidem Substanzabusus (n=19; Gruppe 2) und zu Patienten mit anderen psychiatrischen Erkrankungen und komorbidem Substanzabusus (n=30; Gruppe 3) untersucht. Ergebnisse: Die Gruppen 1 (Patienten mit einer drogeninduzierten Psychose) und 2 (schizophren erkrankte Patienten mit komorbidem Substanzabusus) unterscheiden sich signifikant bezüglich ihrer Belastung mit prämorbiden Symptomen, hingegen sie bezüglich ihrer initialen Psychopathologie nicht unterscheidbar sind. Beim Vergleich der drei Gruppen zeigen sich signifikante Unterschiede bezüglich der Drogenkombinationshäufigkeit und des familiären Hintergrundes, hingegen keine signifikanten Unterschiede bezüglich Dauer und Frequenz des Drogenkonsums sowie des Lebensalters bei erstem Drogenkonsum feststellbar sind. Schlussfolgerungen: Die Unterschiede bezüglich der prämorbiden Symptomenbelastung der Gruppe 1 (Patienten mit einer drogeninduzierten Psychose) und Gruppe 2 (schizophren erkrankte Patienten mit komorbidem Substanzabusus) lassen einen ätiologischen Zusammenhang des Drogenkonsums und der Entwicklung einer psychotischen Störung vermuten und sprechen dagegen, einen Drogenkosum allein als Risikofaktor für die Entstehung einer psychotischen Störung bei hierfür bereits vulnerablen Jugendlichen anzusehen. Die Vergleichbarkeit der initialen Psychopathologie der beiden Gruppen zeigt die Schwierigkeit der phänomenologischen Abgrenzbarkeit der beiden Krankheitsbilder einer drogeninduzierten (Gruppe 1) versus einer schizophrenen Psychose mit komorbidem Substanzabusus (Gruppe 2). Für die Entwicklung einer drogeninduzierten Psychose kommen einer höheren Kombinationshäufigkeit psychotroper Substanzen sowie einem instabilen familiärem Hintergrund prädiktive Wertigkeiten zu.

Summary:
OBJECTIVES: The relation between substance abuse and symptoms of psychosis as well as related disorders was evaluated among patients at the Hospital for Child and Adolescent Psychiatry and Psychotherapy of the University of Marburg. METHODS: Using a child and adolescent version of the IRAOS (Instrument of the Retrospective Assessment of the Onset of Schizophrenia, Hafner et al., 1990), all patients with a co-morbid substance abuse were assessed. Patients with a drug-induced psychosis (n = 8) were compared to psychotic patients with co-morbid substance abuse and to patients with other psychiatric disorders and substance abuse (n = 30). RESULTS: These three groups could be significantly distinguished on the basis of pre-morbid symptoms and pre-morbid functioning. CONCLUSIONS: The IRAOS shows some evidence that psychotic patients with co-morbid substance abuse can be distinguished from patients with a drug-induced psychosis according to the course of the initial psychopathology and pre-morbid functioning


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