Publikationsserver der Universitätsbibliothek Marburg

Titel:In-vitro und in-vivo Untersuchungen zum Prepometer®
Autor:Bruchmann, Susanne
Weitere Beteiligte: Gente, Michael (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr:2004
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2004/0008
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2004-00082
DOI: https://doi.org/10.17192/z2004.0008
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.):clinical and experimental studies by use of the prepometer®

Dokument

Schlagwörter:
Prepometer®, Kavitätenpräparation, electrical resistance, prepometer®, Widerstandsmessung, dentine surface, tooth preparation, Dentin, Zahnpräparation, Dentinkanälchen

Zusammenfassung:
Läßt man bewusst neue minimalinvasive Präparationsformen und erst im Anfangsstadium der klinischen Untersuchung befindliche moderne Werkstoffe aus dem Gebiet der adhäsiven Zahnheilkunde unberücksichtigt, konzentriert man sich auf die klassische Kronen-Brücken-Prothetik, so erfordert die Überkronung eines Zahnes immer einen Abtrag von Zahnhartsubstanz, der in der Regel bis in das Dentin reicht. Bei der Präparation entsteht damit an der Dentinoberfläche eine von der Anzahl und dem Gesamtquerschnitt der angeschnittenen Dentinkanälchen abhängige Wundfläche. Neben anderen Parametern, wie beispielsweise dem Einfluss der Temperaturentwicklung an der Präparationsoberfläche und der chemischen Irritation durch Füllungs-materialien, wurde in der Vergangenheit vor allem der nach Präparation verbleibenden Dentinschicht über der Pulpa große Bedeutung hinsichtlich Erhaltung von Sensibilität und Vitalität eines Zahnes zugesprochen. Es hat sich die Forderung nach einer Mindestdentindicke von 0,7 mm für Zähne Erwachsener und 1,4 mm für Zähne Jugendlicher etabliert (Jüde et al. 1997). Aus diesen unterschiedlichen Dickenangaben wird deutlich, dass auch in der Vergangenheit bereits die unterschiedliche Dentinstruktur und daraus folgend die unterschiedliche Permeabilität für mögliche Noxen Berücksichtigung fand. Zahlreiche Untersuchungen von Gente und verschiedenen Mitarbeitern belegen (Gente 1987, Feige 1989, Wenz 1990, Gente und Wenz 1991, Gente 1992, Becker-Detert 1993, Gente 1995, Netsch 1995), dass für die Begrenzung der Präparationstiefe der Methode der Widerstandsmessung an der Dentin-oberfläche der Vorzug zu geben ist gegenüber anderen Verfahren wie beispielsweise der Präparation von Orientierungsrillen oder der Interpretation von Röntgenbildern. Das von Gente entwickelte Verfahren wird bereits 1999 in der offiziellen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zur "Präparationstechnik als Grundlage der Qualitätssicherung" zur Anwendung empfohlen. Allerdings finden sich in dieser Stellungnahme auch wieder die oben angegebenen Werte zur geforderten Mindestdentindicke nach Präparation (Hellwig et al. 1999). Die Ergebnisse der vorliegenden Unter-suchungen zeigen, dass diese Werte in weiteren klinischen Studien kritisch hinterfragt werden sollten. Das Gerät zur Begrenzung der Präparationstiefe (Prepometer®, Hager & Werken) verdeutlicht dem Behandler optisch durch das Aufleuchten von 10 aufeinander folgenden Leuchtdioden den Fortschritt des Substanzabtrages. Dabei wird von Seiten des Herstellers eine Präparation maximal bis Aufleuchten der Diode 7 (letzte orangefarbene Diode) empfohlen, um eine Schädigung der Pulpa zu vermeiden. Die Ergebnisse der vorliegenden in-vitro Untersuchung zeigen, dass nach Entfernung der Dentinschicht bis auf das bisher als Referenz angegebene Minimum von 0,7 mm Restdentinstärke für Zähne von Erwachsenen in fast 93% der untersuchten Messpunkte die empfohlene Begrenzung der Präparations-tiefe (Leuchtdiode 7 (orange) des Prepometers®) überschritten wurde. Symptome einer möglichen irreversiblen Schädigung der Pulpagewebe sind jedoch zu diesem Zeitpunkt nur histologisch nachzuweisen. Dem Aufleuchten der verschiedenen Leuchtdioden sind keine konstanten Dentindicken zuzuordnen. Bestätigt werden die Ergebnisse von Netsch (Netsch 1995), nach denen weniger die Restdentindicke nach Prapäration als vielmehr die Dentinwunde und deren Permeabilität unter dem Aspekt der Vermeidung eines Pulpatraumas Beachtung finden sollte. Die Anwendung des Prepometers® folgt mittels Messung lokaler Widerstandswerte diesem Ansatz. Die Ergebnisse der in-vivo Nachuntersuchungen bescheinigen der Anwendung des Prepometers® ein positives Zeugnis. Kein unter Anwendung des Prepometers® präparierter Zahn reagierte zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung desensibel. In der Kontrollgruppe fand sich in 21,1% des Gesamtkollektivs eine negative Reaktion auf die Sensibilitätskontrolle. Die Literatur beschreibt vergleichbare Werte mit starker Streuung zwischen 0,06% und 25 % und unterschiedlichen Studiendesigns. Anhand der vorliegenden Untersuchung muss die vermehrte Anwendung des Prepometers® zur Qualitätssicherung empfohlen werden. Die gewonnenen Daten müssen in einer größeren Testgruppe überprüft werden. Dabei sollte auch der kritischen Einschätzung der Praktikabilität des Verfahrens auf altersverändertem Dentin oder strukturverändertem Dentin (Tertiärdentin) Beachtung geschenkt werden.

Summary:
Concentrating on the classic field of fixed partial dentures a tooth normally has to be prepared through the enamel into the dentine-surface for complete coverage restorations. With preparation there accures a dentine-wound. Its extension depends on the number and total extrusion of injured dentine tubules. Beside other parameters like for example the influence of rising temperature on the preparation-surface and effects of chemical components within dental filling materials, there was discussed intensively the importance of remaining dentine-thickness above the pulp after tooth preparation in order to keep pulp sensitivity and vitality of the tooth. The postulation to limite preparation at a minimum thickness of dentine of 0,7 mm for teeth of adults and 1,4 mm for teeth of adolescent persons is wellknown and established in Germany (Jüde et al. 1997). These differences show, that even in the past, there was considered the different structure of dentine, which could be responsible for varying permeability for supposable damaging agents. Various studies from Gente and coworkers (Gente 1987, Feige 1989, Wenz 1990, Gente and Wenz 1991, Gente 1992, Becker-Detert 1993, Gente 1995, Netsch 1995) show, that the method of measuring electrical resistance on the tooths surface to limite the depth of preparation is to prefer to other techniques like for example the preparation of depth cuts or the interpretation of x-rays. Gente developed a procedure, which was recommended to users already in 1999 by the German Society of Dentistry and Oral Medicine (GSDOM) in their official statement "preparation technique as basis for quality assurance". But in the same statement the authors again citate the established data for minimum dentin-thickness as described above (Hellwig et al. 1999). The results of the present study clarify, that these specifications have to be questioned critically within further clinical trials. The used device to limite preparation depth (Prepometer®, Hager & Werken, Germany) shows the dentist by flashing of 10 different coloured light emitting diodes (LEDs) the progress of substance reduction. The manufacturer recommends a preparation only up to LED Nr. 7 (orange coloured) to avoid pulpal injury. The results of the present experimental record (in-vitro) demonstrate, that after reducing enamel and dentine to the minimum of 0,7 mm , described as reference data for adults by Jüde and coworkers (Jüde at al. 1997), there was exceeded the recommended preparation depth, concerning to orange coloured LED Nr. 7 in nearly 93% of the examined measuring points. At this time possible symptoms of a perhaps irreversible injury of the pulp can only be proven in histology. There exists no constant data of dentin thickness, related to the different LEDs. The results of Netsch (Netsch 1995) are confirmed. He figured out, that the dentist has to pay attention more to the surface area of the dentine wound and its permeability and less to the minimum thickness of dentine to avoid pulpal injury. The functionality of the Prepometer® follows this principle by measuring local electrical resistance. The results of the present clinical record (in-vivo) attest the application of the Prepometer® positive reference data. All teeth, prepared with control-measurement by the Prepometer®, kept a positive pulpal sensitivity up to the time of 2-5 years. In the control group however 21,1% of the examined teeth had a negative pulp testing. This results are comparable with other wide spreading data between 0,06% - 25% and different study-designs in the dental literature. Based on the results of the described present studies, we can recommend an extended use of the Prepometer® for quality assurance. The data should be reevaluated in a bigger test-group within further clinical trials. Then there has to be examined also the practicability of the described method on structural alterated dentine, influenced by age or adaptation to pathologic processes.


* Das Dokument ist im Internet frei zugänglich - Hinweise zu den Nutzungsrechten