Digitale Bibliothek der Universität Marburg
| Autor: |
Kleine, Tatjana |
| Titel: |
Photolyase/Cryptochrom-Homologe aus
Synechocystis sp. PCC 6803 und Arabidopsis thaliana:
Funktion, Lokalisation und biochemische Eigenschaften |
| Titel (eng): |
Photolyase/Cryptochrome Homologs of
Synechocystis sp. PCC 6803 and Arabidopsis thaliana:
Function, Localisation and biochemical properties |
| Erscheinungsjahr: |
2003 |
| Fachbereich: |
Fachbereich Biologie,
Philipps-Universität
Marburg |
| Institut: |
Biologie |
| Format: |
Portable Document Format
(PDF 5.8M)
|
| URL: |
http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2003/0135/ |
| URN: |
urn:nbn:de:hebis:04-z2003-01353 |
| DDC-Sachgruppe: |
570
Biowissenschaften, Biologie |
Kurzfassung in
Deutsch:
In dieser Arbeit wurden
Photolyase/Cryptochrom-homologe Proteine (cry und phr) aus
dem Cyanobakterium Synechocystis sp. PCC 6803 und ein neues
Cryptochrom (At-cry3) aus der Hoeheren Pflanze Arabidopsis
thaliana charakterisiert. Synechocystis CRY liegt mit den
offenen Leserastern sll1628 und sll1630 in einem Operon. Die
durch sll1628 kodierte Aminosaeuresequenz besitzt eine
schwache Homologie zu einem TPR (tetratricopeptide
repeat)-Domaenen Protein; die sll1630 Aminosaeuresequenz ist
zu keinem bekannten Protein homolog. Für das in E. coli
heterolog exprimierte Synechocystis cry konnte nachgewiesen
werden, dass es nicht kovalent FAD bindet. Die phr und cry
Mutanten zeigten hinsichtlich Wachstum und
Pigmentzusammensetzung weder unter photoautotrophen und
heterotrophen Wachstumsbedingungen noch im Dauer-Blau- oder
Rotlicht einen vom Wildtyp abweichenden Phaenotyp. Im UV-B
ist in der cry Mutante im Gegensatz zur phr Mutante und dem
Wildtyp die de novo Synthese fuer das D1 Protein des
Photosystem II nicht induziert. In der cry Mutante ist ferner
die Phototaxis zum Rot- und Dunkelrotlicht reduziert. Mittels
quantitativer RT-PCR-Analysen wurde die lichtabhaengige
Induktion der Transkription des psbA3 Gens, das fuer das
Photosystem II D1 Protein kodiert, ueber einen großen
Spektralbereich und beim Wechsel von niedriger zu hoher
Fluenzrate untersucht. Unter den gewaehlten Lichtbedingungen
ist mit Ausnahme von Dunkelrot in der cry Mutante die psbA3
Induktion abgeschwaecht, besonders drastisch im UV-A-Bereich.
Somit wurde in dieser Arbeit gezeigt, dass sll1629 fuer ein
Cryptochrom kodiert. Im zweiten Teil der Arbeit wurde das
Protein At5g24850 (At-cry3) aus Arabidopsis thaliana
untersucht. At-cry3 ist 569 Aminosaeuren gross und besitzt
ueber einen Bereich von 400 Aminosaeuren ca. 50 Prozent
Identitaet zu Synechocystis cry. Durch in vitro Import und
GFP-Lokalisationsstudien wurde nachgewiesen, dass die
N-terminalen 63 Aminosaeuren von At-cry3 notwendig und
hinreichend fuer den Import dieses Proteins sowohl in
Mitochondrien als auch in Chloroplasten sind. At-cry3 wurde
als His-tag-Fusion heterolog in E. coli ueberexprimiert.
Spektroskopische Analysen zeigten, dass At-cry3 nicht
kovalent FAD bindet. Weder spektroskopisch noch mit
Duennschichtchromatographie konnte ein zweiter Kofaktor
nachgewiesen werden. Durch Expression von At-cry3 in einem
Photolyase-defizienten E.-coli-Stamm und in vitro und in vivo
Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass At-cry3 keine
Photolyaseaktivitaet besitzt. Ferner zeigten in vitro
DNA-Bindungsstudien, dass At-cry3 sequenzunspezifisch an
einzel- und doppelstraengige DNA bindet. Die Frage, ob
At-cry3 eine Mutation in Synechocystis cry komplementieren
kann, kann mit den vorliegenden Daten noch nicht
abschliessend beantwortet werden. In Zusammenarbeit mit
unserer AG hat Peter Lockhart, Massey University, New
Zealand, einen Stammbaum mit ueber 70 Mitgliedern der
Photolyase/Cryptochrom-Familie erstellt. Dieser deutet an,
dass Pflanzen ihre Cryptochrome durch einen dualen
horizontalen Gentransfer erhalten haben koennten: das CRY3
Gen von Cyanobakterien, den Vorlaeufern der Plastiden, Gene
der CRY1/CRY2-Familie von Aplpha-Proteobakterien, den
Vorlaeufern heutiger Mitochondrien.
Kurzfassung in
Englisch:
Cryptochromes (CRY) are blue/UV-A
photoreceptors related to the DNA-repair enzyme
DNA-photolyase. So far, they have been found in plants,
animals and humans. However, their evolutionary origin is
unclear. Sequence comparisons indicated that cryptochromes
may have arisen twice during evolution, the plant
photoreceptors from the class I CPD DNA-photolyases, and the
animal cryptochromes from (6-4) photolyases (Kobayashi et
al., 2000). Here we show that the Synechocystis gene sll1629
encodes a cryptochrome type photoreceptor. Thus,
cryptochromes already exist in cyanobacteria. Closely related
to sll1629 is the Arabidopsis gene At5g24850. Its encoded
protein carries a dual transit sequence and is targeted to
chloroplasts and mitochondria. Thus, CRYs may have been
transferred to plants from the photosynthetic endosymbiont.
However, Arabidopsis CRY1 and CRY2 are only distantly related
to sll1629 but more closely to sequences in ?
-proteobacteria, which indicates that plants may have
received the cryptochromes by a dual horizontal gene
transfer.
| SWD-Schlagwörter: |
Cryptochrom , Synechocystis ,
Ackerschmalwand , Evolution ,
Deoxyribodipyrimidin-Photolyase |
| Freie Schlagwörter (deutsch): |
Organellen-Targeting |
| Freie Schlagwörter (englisch): |
Cryptochrome,
Arabidopsis , Synechocystis , photoreceptor evolution ,
organelle targeting |
| Tag der mündlichen Prüfung: |
2003-07-11 |
© 2011
Universitätsbibliothek Marburg